Neuer Weltrekord für die drei ???

23. August 2010

Die Generation der heute 30-Jährigen wird sich noch gut an die gelben Kassetten erinnern. Sie kosteten anfangs fünf, später knapp acht Mark und boten etwa eine Stunde beste Unterhaltung für Jungen und Mädchen. Die Rede ist von Hörspielen. Dabei haben sich vor allem die „Drei ???“ hervorgetan. Sie erreichten das, was man einen Kultstatus nennt. Der wurde jetzt mit einem Weltrekord belohnt: 15.000 Fans lauschten in der Berliner Waldbühne Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich und Oliver Rohrbeck. Sie geben dem ersten Detektiv Justus Jonas, dem zweiten Detektiv Peter Shaw und dem für Recherche und Archive zuständigen Bob Andrews seit 31 Jahren ihre Stimmen.

Die Detektivgeschichten haben von Anfang an fasziniert, als Buch und als Hörspiel. Heute sind die ersten Kassetten, die auf den Markt kamen, begehrter denn je. Dieser Trend hält schon seit ein paar Jahren an und geht auch an den Synchronsprechern nicht spurlos vorbei. Die Idee, Live-Hörspiele auf die Bühne zu bringen und durch die Lande zu touren, kommt schließlich nicht von ungefähr. Dass die Auftritte derart erfolgreich sein und in einem Weltrekord münden würden, hatte wohl niemand erwartet. Oliver Rohrbeck brachte es auf den Punkt und rief dem Berliner Publikum zu: „Das ist der reine Wahnsinn.“

Die Sprecher wurden gefeiert wie Popstars und fuhren standesgemäß im weißen Cabrio auf die Bühne. Zweieinhalb Stunden dauerte ihre Show. Zu Gehör brachten sie „Die drei ??? und der seltsame Wecker“. Die Zuschauer fieberten mit den Detektiven mit, entzündeten ihre Feuerzeuge als die Hobby-Ermittler nach Licht fragten und feierten den Rekord mit einer Lao-Ola-Welle. Noch nie hatte die Live-Aufführung eins Hörspiels so viele Besucher auf den Plan gerufen. „Vielen, vielen Dank, dass Ihr uns das ermöglicht. Das ist ein Lebenstraum, das hat man einmal im Leben“, bedankten sich die Sprecher. Den alten Rekord hatten sie im November 2009 in Köln aufgestellt, mit 11.183 Zuschauern.

Dopingsündern auf der Spur

09. August 2010

Detektive ermitteln in vielen Bereichen, so auch im Sport. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar darauf, Doping-Sünder zu überführen. Einer der bekanntesten Privatdetektive der Branche ist Jeff Novitzky. Er ist 43 Jahre alt, arbeitete bei bei der US-amerikanischen Steuerbehörde IRS und gilt trotz Glatze als Mann für haarige Fälle. Dass der 1.98 Meter große Hüne überhaupt als Doping-Detektiv unterwegs ist, war eher Zufall. Er fand im Abfall eines Labors Dopingproben und Belege. Während die für die Drogenbekämpfung zuständige DEA den Fund und generell Doping als „kleine Kiste“ abwertete, ließ er nicht locker und stellte dutzende Sportler an den Pranger.

Der Leichtathletin Marion Jones bracht Jeff Novitzkys Arbeit sechs Monate Gefängnis ein. Der Chef des Labors, der sich mit der Aussage „betrügen, um zu gewinnen – die Athleten tun es und die Regierung auch“ aus der Affäre ziehen wollte, saß vier Monate ein. Jetzt steht der mehrmalige Tour de France Gewinner Lance Armstrong auf der Liste des als beinhart geltenden Mannes. Auslöser war das Geständnis des ehemaligen Weggefährten und Teamkameraden Floyd Landis. Seine Aussage, auch Lance Armstrong habe gedopt, bestätigte im Grunde genommen zwar nur die Vermutungen, die schon vielfach geäußert wurden. Dass es jetzt allerdings einen „Zeugen“ gibt, ist für den Detektiv der erste Schritt.

Jeff Novitzky sprach selbst mit Floyd Landis und nahm sich weitere Radprofis vor, die an der Seite von Armstrong fuhren. Seine Arbeitsweise gilt als akribisch und gleichzeitig aggressiv. Wenn er erst einmal Blut geleckt hat, bringt man ihn nur schwer wieder von der Fährte ab. Experten vermuten, dass der Ermittler auch dieses Mal wieder einen Skandal an Tageslicht bringen wird. Dass er sich dabei nicht immer an die Buchstaben des Gesetzes hält, stört ihn wenig. Die Laborfunde entsorgte Novitzky im eigenen Hausmüll – illegal. Da er aber genau weiß, wo er ansetzen muss, um die Sportler zur Kooperation zu drängen, hat er auch Erfolg. Bei Marion Jones sorgte letztlich ein Meineid der Sportlerin für die Verurteilung.

Ladendieb wollte Detektiv werden

12. Juli 2010

Wie heißt es so schön: den Bock zum Gärtner machen. In diesem Fall hatte ein Supermarkt den richtigen Riecher und lehnte die Bewerbung eines 43-Jährigen als Ladendetektiv ab. Der Mann hatte der Geschäftsführung erklärt, der Lebensmittelmarkt sei nicht sicher und man könne problemlos Waren mitgehen lassen. Als das Argument nicht zog, wurde der Möchtegern-Ermittler aktiv. Allerdings auf eine Art und Weise, mit der er sich die Zukunft als Detektiv oder Fachkraft im Sicherheitsgewerbe wohl verbaut haben dürfte.

Statt es bei der Absage zu belassen, zog er wenige Tage später los und schnappte sich eine Flasche Wodka in dem Geschäft. Das gleiche Spiel wiederholte er mehrmals. Die ersten drei Diebstähle blieben unbemerkt. Der letzte Versuch scheiterte dann. Der 43-Jährige wurde dabei beobachtet, wie er den Schnaps einsteckte. Statt verschämt zu reagieren, öffnete er seinen Rucksack und zeigte stolz das Diebesgut der vergangenen Tage. Damit wollte er beweisen, wie schlecht es um die Sicherheit in dem Haus bestellt ist. In seinem Eifer hat der Mann nur eines übersehen: Aus einer Strafanzeige wegen Ladendiebstahls wurden daraufhin gleich vier.

Dass der Bund der Detektive jetzt auch Ladendetektive in seine Reihen aufnimmt und dafür sorgen möchte, dass die Ausbildung reglementiert wird, hat einen guten Grund – das belegt dieser Fall recht eindrucksvoll. Privatermittler machen zwar hin und wieder auch lange Finger, allerdings immer nur im Auftrag der Kunden, um die Sicherheitsmaßnahmen zu kontrollieren und zu analysieren. Daraus resultieren unter anderem Verbesserungen in der Videoüberwachung oder eine neue Ausrichtung der Strategien. Aber einen Job als Detektiv zu ergattern, indem man Schnaps stiehlt, ist eine ziemlich blöde Idee.

Detektive suchen fünf Millionen Euro

28. Juni 2010

Aufträge, bei denen es um fünf Millionen Euro geht, dürften selbst für gestandene Detektive die absolute Ausnahme sein. Diesen Betrag hatte ein ehemaliger Finanzberater veruntreut und von den Konten seiner Kunden auf das eigene Konto umgeleitet. Der Täter wurde geschnappt und saß bereits sechs Jahre hinter Gittern. Jetzt geht es darum, das Geld zu finden. Privatdetektive sind dem Mann beinahe Tag und Nacht auf den Fersen und haben eine erste heiße Spur, die allerdings sehr viel Arbeit und noch mehr Geduld verlangt.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis sich ein erster Hinweis auf das Versteck ergab. Mitten in der Nacht war der heute 50-jährige Vermögensberater in einen Wald im deutsch-österreichischen Grenzgebiet gefahren. Die Uhr zeigte 2.32 Uhr, als die Detektive dem Mann im Rahmen der Observation über die holprigen Wege folgten. Rund eine Stunde war der ehemalige Bankangestellte im Wald unterwegs, ehe er zurückkam. Wenige Tage später soll er einem Gläubiger 100.000 Euro in feuchten und schimmeligen Scheinen gegeben haben. Daher der Verdacht: Das Geld muss in dem Waldgebiet versteckt sein.

Bei seiner Festnahme hatte der Täter erklärt, die italienische Mafia habe ihm den gesamten Betrag abgenommen. Glaubhaft klang diese Aussage nicht. Da der 50-Jährige seine Strafe abgesessen hat, ist er vorerst noch ein freier Mann. Sollten die Detektei das Geld allerdings finden, käme der Betrüger wegen Falschaussage wieder vor Gericht. Der Plan der Detektive ist jetzt, den gesamten Wald Stück für Stück zu durchsuchen. Sie gehen davon aus, dass der Vermögensberater die fünf Millionen Euro in Stahlkisten vergraben hat. Ob dem so ist, wird sich wohl erst nach vielen Stunden harter Detektivarbeit zeigen.

Langfinger werden immer älter

14. Juni 2010

Die Augsburger Ladendetektive und damit auch die Polizei haben immer öfter mit Senioren zu tun, die sich am Zehn-Finger-Rabatt versuchen und dabei scheitern. 280 Langfinger, die im vergangenen Jahr gefasst wurden, waren 60 Jahre und älter. Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 80 Rentnerinnen und Rentner mehr, die mit dem Gesetz in Konflikt kamen. Bei den 14- bis 18-Jährigen ist die Zahl hingegen leicht rückläufig und liegt jetzt bei 342 (449). Insgesamt weist die Statistik in Augsburg 1.700 Ladendiebstähle auf. Dass es tatsächlich weit mehr sind, daran zweifeln weder Ordnungshüter noch Privatermittler.

Wenn sie jemanden erwischen, sind Anzeige und teilweise auch „Fangprämien“ obligatorisch. Nur bei wenigen Ausnahmen lassen die Detektive Gnade vor Recht ergehen. So bei einer 97-Jährigen, die in einem Supermarkt ein paar Süßigkeiten einsteckte. Ansonsten liegt die Toleranzgrenze bei null. Immerhin zwei Prozent der Waren verschwinden Jahr für Jahr aus den Geschäften, schätzt der Verband der Einzelhändler in Bayern. Neben Amateuren, die nur hin und wieder lange Finger machen, sorgen vor allem organisierten Diebesbanden für Unmut bei den Kaufleuten. Sie räumen gleich ganze Regale leer. Was sie aus dem Laden tragen, sei ihnen weitgehend egal, so die Erfahrung der Polizei.

Im Kampf gegen die Ladendiebe, ob alt, jung oder organisiert, setzen die Händler auf Detektive und modernste Sicherheitstechnik wie die Videoüberwachung. Zudem wird das Personal regelmäßig geschult und erhalten einige Waren inzwischen sogar einen Transponder. Damit lassen sich die gestohlenen Artikel auch außerhalb des Geschäftes orten. Aufgrund der hohen Kosten, rentiert sich diese Technik allerdings nur für das hochpreisige Sortiment. Als effektiv, aber datenschutzrechtlich zweifelhaft erwies sich der „elektronische Pranger“, den ein Geschäft eingeführt hatte und wieder aufgeben musste: Die Fotos der Diebe waren für jeden Kunden sichtbar.

BDD fordert mehr Lohn für Kaufhausdetektive

31. Mai 2010

Die Wirtschaftskrise hat auch den Detektiven zu schaffen gemacht. Im vergangen Jahr mussten die Mitglieder des Bundes deutscher Detektive (BDD) Umsatzeinbußen von bis zu zehn Prozent hinnehmen. Zusätzlich leiden viele der Unternehmen nach wie vor unter den Überwachungsskandalen, die eine ganze Branche in Verruf gebracht haben. Bis zu 60 Prozent weniger Aufträge von Geschäftsleuten, die Verdachtsmomente gegen ihre Beschäftigten haben – zum Beispiel bei notorischem Krankfeiern –, sind die Folge. Diese Themen standen am Wochenende im Mittelpunkt der 60. Jahrestagung des BDD in Berlin.

3.000 Privatermittler bzw. 150 Detekteien sind im Bund deutscher Detektive organisiert. Die meisten Aufträge erhalten sie aus der Wirtschaft. Sie machen rund 80 Prozent der Arbeit aus. Hinzu kommen private Auftraggeber, bei denen es um Untreue, Erbschaften, Unterhalte, Sorgerecht und immer öfter um Stalking geht. Zukünftig werden auch Kaufhausdetektive, die Möglichkeit haben, dem BDD beizutreten. Darauf haben sich die Mitglieder verständigt. Hintergrund sind die Skandale der vergangenen Zeit, bei denen häufig Kaufhausdetektive im Spiel waren. Sie sollen jetzt besser ausgebildet werden.

Dazu hat der Verband eigene Richtlinien erarbeitet, die auch ethische Standards umfassen. Darüber hinaus fordert der BDD eine bessere Bezahlung für Ladendetektive. Der Geschäftsführer des Verbandes, Hans Sturhan, betonte im Rahmen der Versammlung, mit den aktuellen Tariflöhnen seien keine gut ausgebildete Kaufhausdetektive zu haben. Nötig sei eine Lohnerhöhung um 30 bis 50 Prozent. Der BDD setzt damit seine Qualitätsoffensive weiter fort und weitet sie aus. Das wichtigste Ziel lautet unverändert, dass klare und gesetzlich verankerte Regeln für den Detektiv-Beruf aufgestellt werden.

Weil er keine Beweise beibringen konnte: Frau belästigt Detektiv

17. Mai 2010

Wenn Detektive einen Auftrag annehmen, lautet die oberste Prämisse zweifelsohne, den Fall erfolgreich abzuschließen und den Mandanten die nötigen Beweise oder Informationen zu liefern. Doch das funktioniert nicht immer. Bei einer entsprechend heiklen Ausgangslage ist es durchaus denkbar, dass der Ermittler nicht die gewünschten Ergebnisse präsentieren kann, sondern mit leeren Händen Bericht erstatten muss. Was man sich daraufhin nicht gefallen lassen sollte, sind Beschimpfungen und Belästigungen vonseiten der Klienten. In der Schweiz wurde eine Frau deswegen zu einer Geldstrafe von 150 Franken verurteilt.

Die Lehrerin hatte den Privatdetektiv damit beauftragt, gegen Bekannte und Verwandte zu ermitteln. Sie sollen die heute 37-jährige bis ins Erwachsenenalter hinein sexuell misshandelt haben. Eine Strafanzeige blieb ohne Erfolg. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen fand seinerzeit keine Beweise für die Vorwürfe und stellte das Verfahren ein. Jetzt sollte der Ermittler die nötigen Fakten liefern, um den Fall erneut aufrollen zu können. Doch auch der Profi scheiterte an dieser Aufgabe. Seine Recherchen und Observationen erbrachten keine neuen Erkenntnisse. Niemand habe mit ihm sprechen wollen. Stattdessen sei der „Deckmantel der Familie“ ausgebreitet und geschwiegen worden.

Der Versuch, der Lehrerin klarzumachen, dass sie kaum Chancen habe, einen ihrer Peiniger erfolgreich anzuzeigen, endete für den Privatdetektiv im Fiasko. Wochenlang erhielt er Kurznachrichten und Anrufe von der Frau. Sie warf ihm vor, mit den anderen unter einer Decke zu stecken und erklärte vor Gericht, sie habe von dem Ermittler eine beleidigende SMS erhalten. Man habe sie provoziert, damit sie in den „offenen Hammer renne“. Die 37-jährige, die schon mehrmals in ähnlichen Fällen verurteilt worden war, befindet sich inzwischen in psychiatrischer Behandlung. Sie und der Detektiv stimmten dem Vergleich des Gerichts zu.

Videoüberwachung wird Diebin zum Verhängnis

03. Mai 2010

Einen Fotoapparat zu stehlen und dabei von einer Videokamera aufgezeichnet zu werden, könnte man fast schon Schicksal nennen. Jedenfalls hat die moderne Überwachungstechnik in einem Elektronikmarkt hieb- und stichfeste Beweise dafür geliefert, dass sich eine 36-jährige Lehrerin mit wenig Erfolg als Langfinger versuchte. Mehr als das Videomaterial und die Aussage einer Verkäuferin benötigte das Amtsgericht in Ludwigsburg nicht, um die Frau zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro zu verurteilen.

Alle Versuche, das Gericht von ihrer Unschuld zu überzeugen, halfen nichts. Die Bilder sagten in dem Fall mehr als tausend Worte und sind ein Grund dafür, dass die meisten Geschäfte inzwischen auf eine Videoüberwachung setzen. Denn statt Wort gegen Wort steht in dem Fall Wort gegen unbestechliche Kamera. Hätte die Frau gewusst, dass sie bei ihrer Tat beobachtet wird, hätte sie es sich gut überlegt, die Digitalkamera für 1.000 Euro an der Kasse vorbei zu schmuggeln. Dass sie sich das Gerät vorher ganz genau von einer Verkäuferin hat erklären lassen, war ein weiterer Fehler. Damit stand für die Richter fest, dass die 36-jährige die Tat vorsätzlich und absichtlich begangen hat.

Versteckt hatte sie die mit 850 Gramm recht voluminöse Kamera unter einigen anderen Waren. Als Grund, den Apparat nicht bezahlt zu haben, führte sie Stress an, weil das Kind gequengelt habe. Zudem habe der Betriebsleiter Annäherungsversuche unternommen, die auch der Detektiv bemerkt haben müsse. Und überhaupt, wäre sie nicht so dumm, ihren Job als Lehrerin mit einer Straftat zu gefährden. Ihr Problem: Die Videoüberwachung zeigte, wie sie die Kamera nahm, versteckte und ohne zu bezahlen hinausging, bis der Ladendetektiv sie aufforderte, zur Kasse zu gehen.

Schummeleien von Bewerbern können Unternehmen teuer zu stehen kommen

19. April 2010

Wird ein falscher Arzt entlarvt und der Gerichtsbarkeit zugeführt, stellt sich vielen die Frage: Wie kann das passieren? Warum hat vorher keiner gemerkt, dass der Mann oder die Frau nie die Erlaubnis hatte, Menschen zu behandeln oder gar zu operieren? Die Antwort darauf ist so simpel wie ernüchternd: Es hat sich niemand die Mühe gemacht, den Lebenslauf und die Referenzen zu hinterfragen.

Meist fällt der Betrug erst auf, wenn es zu spät ist. Das gilt nicht nur im medizinischen Bereich und bei hochdotierten Posten. Inzwischen ist jeder Job so umkämpft, dass die Bewerberinnen und Bewerber zu nicht ganz astreinen Mitteln greifen, um sich in einem besseren Licht darzustellen.

Da den Personalabteilungen die Zeit fehlt, Punkt für Punkt und Zeugnis für Zeugnis auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, beauftragen viele Unternehmen Detektive. Ermittler, die schon seit Jahren im Geschäft sind, kennen die Tricks. Abgesehen vielleicht vom Foto – schließlich würde eine Retusche beim Vorstellungsgespräch auffallen – gibt es kaum einen Teil der Bewerbung, bei dem nicht geschummelt wird. Geht es nur darum, eine Lücke im Lebenslauf zu schließen, ist das vergleichsweise harmlos. Werden aber Belege beigefügt, die nicht vorhandene Qualifikationen vorgaukeln, kann das für ein Unternehmen ernste Folgen haben.

Angefangen beim Image-Schaden, wenn der Betrug auffliegt und in der Branche die Runde macht, bis hin zu möglichen Schadensersatzforderungen, weil die angebliche Fachkraft von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Zumindest Kandidat(inn)en, die in die engere Wahl für einen verantwortungsvollen Posten kommen, sollten daher vorab überprüft werden. Denn fehlendes Fachwissen wird in Vorstellungsgesprächen mit umso mehr Selbstbewusstsein überspielt. Die Detekteien nehmen sich in dem Fall die Zeugnisse vor, fragen bei vorherigen Arbeitgebern, der Schule oder der Universität nach. Damit geht man auf Nummer sicher und kann die Position punktgenau besetzen.

Der Vater klaut Schokolade und der Sohnemann Elektronik

06. April 2010

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ oder „Wenn der Vater mit dem Sohne“ – beides trifft auf einen Vorfall in einem Kaufhaus in Saarlouis zu. Am Donnerstag vor den Osterfeiertagen – ein ohnehin schon stressiger Tag für den Einzelhandel, der den Sicherheitsfachkräften in der Regel viel Arbeit beschert – sorgte der Detektiv des Ladens für eine „Familienzusammenführung“ der besonderen Art. Sowohl der Herr Papa als auch der Filius hatten es mit dem Bezahlen der Ware nicht ganz so genau genommen und machten Bekanntschaft mit der Polizei.

Zuerst war dem Ladendetektiv ein Mann aufgefallen. Er hatte sich in der Süßwarenabteilung ein Überraschungsei und einen Schokoladenosterhasen geschnappt, ausgepackt und ließ sich die Leckereien bei seinem Rundgang durch den Supermarkt sichtlich schmecken. Kurz bevor der Ermittler den Schokofreund aufhalten und zur Rede stellen konnte, meldete sich die Alarmanlage am Eingang. Statt sich um den Mann zu kümmern, lief der Detektiv zur Auskunft. Dort traf er auf einen zwölfjährigen Jungen, der zwei Elektronikspiele eingesteckt, aber nicht bezahlt hatte.

Kurzum schnappte sich die Sicherheitsfachkraft das Mikro und ließ den Vater über die Lautsprecheranlage ausrufen. Lange dauert es nicht und der Papa kam – ausgerechnet der Mann, der sich vorher genüsslich am Schokohasen gelabt hatte. Damit konnte der Detektiv gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er informierte die Polizei und wartete zusammen mit Vater und Sohn auf das Eintreffen der Beamten. Die nahmen die Personalien des 54-Jährigen auf, dem jetzt ein Ermittlungsverfahren droht.