Archiv für Dezember 2007

Lenßen und Partner hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt

Sonntag, 23. Dezember 2007

Ein Anwalt, eine Sekretärin und zwei Ermittler-Teams zu je zwei Detektiven – mit dem Konzept ging Sat1 im März 2003 an den Start und hat die Serie namens „Lenßen und Partner“ seither im Programm. „Detektivischer Spürsinn und Recherche, Menschenkenntnis und Kombinationsgabe sind die herausragenden Eigenschaften“, beschrieb der Sender damals die Charaktere. Geändert hat sich daran nichts.

Chef ist Ingo Lenßen, seines Zeichens Anwalt, der auch schwere Jungs vertritt, wenn er von ihrer Unschuld überzeugt ist. Ihm zur Seite steht seine Sekretärin und Empfangsdame Julia Brahms, die vor einiger Zeit Gabi von Polsdorf ersetzte. Bei den Detektiven hat es zwischenzeitlich immer mal kleine Änderungen gegeben. Von Anfang dabei und immer als Team unterwegs sind Sandra Nitka und Christian Storm. Sebastian Thiele an der Seite von Katja Hansen ist der Nachfolger von Mark Blomberg und Tekin Kurtulus, die aus „Lenßen und Partner“ ausgeschieden sind.

Die Geschichten sind mal mehr, mal weniger spannend, teilweise auch etwas verworren. Echte Fans kennen den oder die Täter bzw. die Hintergründe meist schon nach wenigen Minuten. Ob betrogener Ehemann oder die Suche nach dem leiblichen Vater, Rauschgiftdelikte oder Personenschutz, in der Serie wird das gesamte Spektrum der Detektivarbeit dargestellt, inklusive der technischen Raffinessen. Eine Brille mit eingebauter Kamera, GPS-Sender am Auto des Verdächtigen oder die Videoüberwachungen von Wohnungen geben nur einen kleinen Teil dessen wieder, was die Fans fasziniert.

Kameraüberwachung zur Prävention

Mittwoch, 19. Dezember 2007

In jedem Geschäft und Lagerraum gibt es schlecht einsehbare Ecken und Winkel. Und die Möglichkeit, ständig alles im Blick zu haben, ist gerade bei kleineren Läden nicht gegeben. Ideal für Diebe und Mitarbeiter, die sich hin und wieder gerne selbst bedienen. Es kommt leider immer öfter vor, dass Angestellte in die Kasse greifen oder kartonweise Waren mitnehmen. Meist fällt es erst später oder zu spät auf. Hier können Detektive helfen, indem sie mit einer Videoüberwachung für mehr Sicherheit und Klarheit sorgen.

Gibt es konkrete Verdachtsmomente und fällt auf, dass häufiger Dinge entwendet werden, kann eine Detektei gezielt beraten, wie die Kameraüberwachung am besten organisiert wird. Die Ermittler suchen einerseits die richtigen Stellen, um Videokameras zu installieren. Andererseits stellen sie für die zeitlich begrenzten Überwachungsmaßnahmen das Equipment und kontrollieren die Aufnahmen. Die Technik ist inzwischen so ausgereift, dass die Kameras nicht auffallen und sich Diebe somit in Sicherheit wiegen.

Sinnvoll ist die Videoüberwachung auch, wenn es um Prävention geht. Dann sind die Kameras nicht versteckt, sondern für jeden sichtbar angebracht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass solche Maßnahmen sehr erfolgreich sind und es weit seltener zu Diebstählen kommt. Der Detektiv berät, wo die Kameras installiert werden sollten, um optimale Ergebnisse zu liefern, und welche Überwachungsanlage sich für welche Zwecke und Räumlichkeiten rentiert. Die Investition in eine Kameraüberwachung rentiert sich angesichts der Schäden, die durch Ladendiebe auf Dauer entstehen.

Abhörtechnik für Detektive

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Verschwörungstheoretiker hätten ihre wahre Freude an dem, was ein Experte für Abhörtechnik der taz erzählte. Der Mann selbst gab zu, eine begründete Paranoia zu haben. Selbst den Akku entfernte er aus seinem Mobiltelefon, ehe er über seine Arbeit berichtete. Denn mit entsprechender Software könnten Spione ansonsten über die Konferenzschaltung mithören.

Der Mann weiß, wovon er spricht. Seine Kunden kommen aus dem Bereich der Detekteien, der Überwachungsfirmen und selbst Behörden aus dem In- und Ausland lassen sich von ihm mit den neuesten Wanzen beliefern. Wer privat lauschen möchte, etwa um die Ehefrau zu überwachen, beißt bei dem Tüftler auf Granit. Privatpersonen erhalten keine technische Ausrüstung von ihm. Finanzierbar wäre es mit 500 bis 3.000 Euro durchaus. Allerdings kommen noch Personalkosten hinzu, um jemanden abzuhören. Die Wanze muss schließlich angebracht und auch wieder entfernt werden.

Abgesehen von den kleinen „Lauschern“ bietet er unter anderem auch Körperschallmikrofone an, die unauffällig an einer Tür oder einem Fensterrahmen befestigt werden können. Mithören könnte man dann vom Auto aus. Wer sich schützen möchte, sollte sich an die Devise von Horst Männchen (Funkabwehr und Funkaufklärung bei der Stasi) halten, rät der Experte: Nicht telefonieren und wenn, nur an belebten Orten, wo der Geräuschpegel hoch genug ist. Denn Wanzen lassen sich sehr leicht am Telefon anbringen und können auch das Mobiltelefon abhören. Sie zu finden ist Sache von Profis. Laien haben dabei kaum eine Chance.

Hobby-Detektiv klärt 127 Jahre alten Fall auf

Mittwoch, 05. Dezember 2007

Recherche macht einen großen Teil der Arbeit eines Detektivs aus. Zeugen befragen, Tatorte besichtigen, Fotos machen, in Archiven und im Internet suchen. Bei aktuellen Fällen mag das noch relativ leicht sein, zumal inzwischen weit mehr darauf geachtet wird, auch kleinste Hinweise zu vermerken. Professor Helmut Gebhardt, eigentlich für die Geschichte von Gendarmerie und Polizei in Österreich zuständig, hatte es da schwerer. Seine Detektivarbeit führte in 127 Jahre zurück in die Geschichte. Er versuchte, einen Mord aus dem Jahr 1880 aufzuklären.

Viele Spuren, Notizen und Akten standen dem Geschichtsdetektiv nicht zur Verfügung. Klar ist nur, dass am 5. Juni 1880 der Gendarm Karl Malli von hinten erstochen wurde. 33 Mal rammte der Täter einen Dolch in sein Opfer. Verdächtigt und verhaftet wurden einige Roma, derentwegen der Polizist nachts nach einigen Einbruchdiebstählen auf Streife war. Nach einem Hinweis auf ein Lager der Roma, beobachtete er es. Seine Pause um drei Uhr morgens überlebte Malli nicht. Gestohlen wurde weder seine Pfeife, die Uhr noch das Gewehr. Für Hobby-Detektiv Gebhardt wurden die Roma zu Unrecht verhaftet. „Die Tat deutet eher auf einen Eifersuchtsmord“, sagt er.

Sein detektivischer Spürsinn brachte ihn zu einem Nebenbuhler, dessen Name nicht bekannt ist. Der Gendarm war mit einer Wirtstochter liiert, in die sich ein weiterer Mann verliebt hatte. Ihm schreibt Professor Gebhardt den Mord zu. Gerüchten zufolge soll er seiner späteren Frau, jener Wirtstochter, die Tat auf dem Sterbebett gestanden haben. Sie war es schließlich, die eine Gedenktafel für den Gendarmen aufstellte, ist sich der Wissenschaftler sicher.