Hobby-Detektiv klärt 127 Jahre alten Fall auf

Recherche macht einen großen Teil der Arbeit eines Detektivs aus. Zeugen befragen, Tatorte besichtigen, Fotos machen, in Archiven und im Internet suchen. Bei aktuellen Fällen mag das noch relativ leicht sein, zumal inzwischen weit mehr darauf geachtet wird, auch kleinste Hinweise zu vermerken. Professor Helmut Gebhardt, eigentlich für die Geschichte von Gendarmerie und Polizei in Österreich zuständig, hatte es da schwerer. Seine Detektivarbeit führte in 127 Jahre zurück in die Geschichte. Er versuchte, einen Mord aus dem Jahr 1880 aufzuklären.

Viele Spuren, Notizen und Akten standen dem Geschichtsdetektiv nicht zur Verfügung. Klar ist nur, dass am 5. Juni 1880 der Gendarm Karl Malli von hinten erstochen wurde. 33 Mal rammte der Täter einen Dolch in sein Opfer. Verdächtigt und verhaftet wurden einige Roma, derentwegen der Polizist nachts nach einigen Einbruchdiebstählen auf Streife war. Nach einem Hinweis auf ein Lager der Roma, beobachtete er es. Seine Pause um drei Uhr morgens überlebte Malli nicht. Gestohlen wurde weder seine Pfeife, die Uhr noch das Gewehr. Für Hobby-Detektiv Gebhardt wurden die Roma zu Unrecht verhaftet. „Die Tat deutet eher auf einen Eifersuchtsmord“, sagt er.

Sein detektivischer Spürsinn brachte ihn zu einem Nebenbuhler, dessen Name nicht bekannt ist. Der Gendarm war mit einer Wirtstochter liiert, in die sich ein weiterer Mann verliebt hatte. Ihm schreibt Professor Gebhardt den Mord zu. Gerüchten zufolge soll er seiner späteren Frau, jener Wirtstochter, die Tat auf dem Sterbebett gestanden haben. Sie war es schließlich, die eine Gedenktafel für den Gendarmen aufstellte, ist sich der Wissenschaftler sicher.

Hinterlasse eine Antwort