Verschwörungstheoretiker hätten ihre wahre Freude an dem, was ein Experte für Abhörtechnik der taz erzählte. Der Mann selbst gab zu, eine begründete Paranoia zu haben. Selbst den Akku entfernte er aus seinem Mobiltelefon, ehe er über seine Arbeit berichtete. Denn mit entsprechender Software könnten Spione ansonsten über die Konferenzschaltung mithören.
Der Mann weiß, wovon er spricht. Seine Kunden kommen aus dem Bereich der Detekteien, der Überwachungsfirmen und selbst Behörden aus dem In- und Ausland lassen sich von ihm mit den neuesten Wanzen beliefern. Wer privat lauschen möchte, etwa um die Ehefrau zu überwachen, beißt bei dem Tüftler auf Granit. Privatpersonen erhalten keine technische Ausrüstung von ihm. Finanzierbar wäre es mit 500 bis 3.000 Euro durchaus. Allerdings kommen noch Personalkosten hinzu, um jemanden abzuhören. Die Wanze muss schließlich angebracht und auch wieder entfernt werden.
Abgesehen von den kleinen „Lauschern“ bietet er unter anderem auch Körperschallmikrofone an, die unauffällig an einer Tür oder einem Fensterrahmen befestigt werden können. Mithören könnte man dann vom Auto aus. Wer sich schützen möchte, sollte sich an die Devise von Horst Männchen (Funkabwehr und Funkaufklärung bei der Stasi) halten, rät der Experte: Nicht telefonieren und wenn, nur an belebten Orten, wo der Geräuschpegel hoch genug ist. Denn Wanzen lassen sich sehr leicht am Telefon anbringen und können auch das Mobiltelefon abhören. Sie zu finden ist Sache von Profis. Laien haben dabei kaum eine Chance.