Ein Gewerbeschein sowie ein Führungszeugnis reichen aus und jeder, der möchte, kann als Detektiv arbeiten. Möglich macht es das Fehlen einer allgemeingültigen Berufsordnung, die strikte Vorgaben zur Ausbildung und Ausübung des Berufes macht. Dass es zudem noch eine Vielzahl von Verbänden und Vereinen gibt, die sich um die Belange von Privatdetektiven kümmern, verkompliziert alles noch ein wenig. Kein Wunder, dass man sich in den großen Vereinigungen Sorgen um die Qualität der Arbeit macht. Vor allem, weil die Situation schwarzen Schafen Vorschub leistet.
Detektive, die etwas auf sich halten, nutzen die Angebote zur Fortbildung und haben ihre Arbeit erst aufgenommen, nachdem sie Kurse beispielsweise von der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe besucht haben. Andere, die es weniger ernst meinen, folgen einfach nur den Tipps, die überall im Internet zu finden sind. Demnach würde es schon ausreichen, sich in einem Spion-Shop das nötige Equipment zu kaufen, um böse Jungs dingfest machen zu können. Wer so blauäugig in den Beruf startet, fällt sehr schnell auf die Nase. Viele, die sich für die Arbeit als Privatdetektiv entscheiden, haben vorher in einem ähnlichen Bereich gearbeitet. Polizisten beispielsweise, die sich in der privaten Wirtschaft mehr erwarten. Sie haben einen entsprechenden Hintergrund und wissen um Recht und Ordnung, vor allem aber die genauen Grenzen, innerhalb derer sie sich als Privatermittler bewegen dürfen.
Ohnehin sind die meisten Privatermittler Quereinsteiger, denn Detektivlehrlinge gibt es nicht, wohl aber einige wenige Praktikanten. Laut Statistik aus dem Jahr 2004 arbeiten rund 1000 Privatdetektive, darunter einige, die sich ganz auf den Bereich Wirtschaftskriminalität konzentrieren, im Hauptberuf und 5000 Ermittler in Teilzeit. Hinzu kommen noch die Kaufhausdetektive, von denen 4000 für Sicherheit in Geschäften sorgen. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte sich – auch wenn es schwer ist – um ein Praktikum bemühen oder eines der Kursangebote wahrnehmen. Alles Weitere und auch den Erfolg im Beruf bringt dann wie überall die Erfahrung.