Privatdetektive gehören nicht zu der Branche, die mit Flyern oder großformatigen Prospekten auf sich aufmerksam macht. Wer die Arbeit einer Detektei benötigt, informiert sich in den Gelben Seiten oder online, um einen seriösen Ansprechpartner zu finden. Deshalb verwundert es schon ein wenig, mit welchen Methoden eine Berliner Detektei von sich reden macht. Sie verschickt Briefe an Ehefrauen mit der Offerte, den Ehemann zu überprüfen und ihm gegebenenfalls Untreue nachweisen zu können.
Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) warnt jetzt vor dieser Firma, die ihrem Schreiben gleich einen Zahlschein über 125 bis 450 Euro beilegt, und hat ein Abmahnverfahren wegen des Verstoßes gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb in die Wege geleitet. Durch derartige Briefe werde die Privatsphäre verletzt und Misstrauen in Partnerschaften gesät. Viele Verbraucher hätten sich bereits an den BDD gewandt und seien verärgert gewesen, wie so etwas möglich sei. Einige von ihnen haben sich auf Anraten des Bundesverbandes bereits selbst mit der Verbraucherzentrale in Verbindung gesetzt.
Mit ihrem Versuch, Kunden zu gewinnen, haben die Privatdetektive aus Berlin vermutlich mehr Dreck aufgewirbelt, als ihnen lieb sein kann. Viele Zeitungen berichten über ihre Machenschaften. „In der Regel kommt es diesen Pseudodetektiven darauf an, durch Abzocken von ahnungslosen und vertrauensseligen Kunden schnelles Geld zu verdienen, wohl wissend, dass sie sich aufgrund mangelnder persönlicher Eignung und mangelnder fachlicher Qualifikation für länger Zeit nicht auf dem Markt halten können“, sagt der BDD. Gleichzeitig weist er erneut darauf hin, wie wichtig es wäre, verbindliche Zugangsregeln zum Beruf des Privatermittlers zu schaffen.