Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) hat die Ermittlungsdaten für das Wirtschaftsjahr 2007 vorgelegt und weist in diesem Zusammenhang auf zwei für die Branche überraschende Entwicklungen im Bereich der Mitarbeiterkriminalität hin.
Erstmals seit Jahren ist Zahl der Aufträge aus der Wirtschaft, bei denen Privatermittler sich um das Fehlverhalten von Mitarbeitern kümmern mussten, zurückgegangen. Machten sie im Jahr 2005 noch 69 Prozent und 2006 rund 70 Prozent aus, waren es im vergangenen Jahr nur noch 58 Prozent. Bezogen auf alle Detektivaufträge ist es ein Rückgang von 40 auf 32 Prozent. Als Grund hierfür nennt der BDD das härtere Vorgehen der Betriebe und damit die Angst der Mitarbeiter vor Sanktionen. Konnte der Detektiv gerichtsverwertbare Ergebnisse liefern, wurde wesentlich öfter Anklage erhoben statt die Angelegenheit intern zu regeln. Entschieden sich in den Jahren 2005 und 2006 noch mehr als die Hälfte der Unternehmen dazu, nicht vor Gericht zu ziehen, sind es nunmehr nur noch 43 Prozent.
Der zweite Trend, den der Bundesverband ausmachte, bezieht sich auf die Art der Vergehen, die Mitarbeitern zur Last gelegt und von Ermittlern aufgedeckt wurden. Stand unberechtigtes Krankfeiern über Jahre hinweg unangefochten auf Platz eins, nehmen jetzt Delikte wie Untreue, Geheimnisverrat, Unterschlagung und Diebstahl den Spitzenplatz ein. Diese Entwicklung führt der BDD darauf zurück, dass die sozialen Werte in den Unternehmen immer weiter abgebaut würden und häufiger Massenentlastungen drohten. Die Loyalität zum Arbeitgeber sei nicht mehr gegeben, was zum Teil auch am schlechten Betriebsmanagement liege.
Den oben geschilderten Sachverhalt bestätigt auch unsere Erfahrung. Nachzulesen unter: Sinkende Arbeitslosenzahlen führen zu mehr vorgetäuschten Krankheiten.
Auch scheint nicht nur Schwimmen sondern auch Reiten der Genesung zuträglich zu sein, wie ein Fall zeigt, mit dem sich unsere Detektei in Bremen befasste:
Nicht nur, dass der angeblich mit „Bandscheibenproblemen“ und „schlimmen Rückenschmerzen“ erkrankte, als Fahrer beschäftigte, Mitarbeiter täglich den Pferdestall seiner Pferde mit Schubkarre und vollem Körpereinsatz ausmistete und auch sonst keine körperliche Aktivität scheute, schließlich nahm er auch noch als aktiver Reiter an einem Reitturnier des örtlichen Vereins teil und durfte sich über einen guten dritten Platz freuen. Die Freude dürfte nur von kurzer Dauer gewesen sein. Nach seiner Rückkehr wurde er von unserem Auftraggeber mit dem eindeutigen, belastenden Foto- und Videomaterial und der Zeugenaussage unserer drei Detektive konfrontiert und erhielt unmittelbar die fristlose Kündigung ausgesprochen.