Archive for März, 2008

Detektiveinsätze bei Lidl gingen entschieden zu weit

Freitag, März 28th, 2008

Detektive haben Standesregeln. Es sind zwar nicht viele, dafür sind sie eindeutig. Und wer etwas auf sich hält, richtet sich danach. Im Fall der Detektive, die für Lidl Mitarbeiter ausspioniert haben, war dem wohl nicht so. Denn es fehlte, so der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD), ein berechtigtes Interesse an der Überwachung. Nur, weil es Probleme mit Ladendiebstählen gegeben habe, liege noch keine Rechtfertigung für das Vorgehen des Konzerns vor, betont BDD-Geschäftsführer Hans Sturhan. Zudem sich der Skandal noch ausweiten kann, da evtl. auch Kunden von der Überwachung betroffen sind.

Wie weit die Detektive gegangen sind, belegen jetzt die vielen Berichte, die an die Öffentlichkeit gelangt sind. Protokolliert wurden die privaten Telefongespräche, jeder Gang auf die Toilette und das Verhalten gegenüber den Kunden. Das Ergebnis sind hunderte von Seiten, auf denen das angebliche Fehlverhalten aufgelistet wird. Dabei ging es dann oft weit über das hinaus, was mit der täglichen Arbeit zu tun hat. So wurde eine Mitarbeiterin, die Privatinsolvenz angemeldet hatte, auf Schritt und Tritt verfolgt. Zur Last legten die Detektive ihr schließlich, dass die sich trotz privater Pleite ein belegtes Brötchen beim Bäcker gönnte. In ihrem Einsatzbericht heißt es daraufhin, die Frau schiebe ihre Privatinsolvenz nur vor.

Bei Verdi heißt es in diesem Zusammenhang ganz klar: „Das grundrechtlich geschützte Persönlichkeitsrecht wird mit Füßen getreten.“ Dass ein Konzern Sicherheitstechnik installiert, um Ladendiebe dingfest machen zu können, dagegen spricht nichts. Auch wenn ein konkreter Verdacht besteht, dass eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter sich an der Kasse bedient, ist der Einsatz einer Kamera durchaus denkbar. Aber gegen alle Mitarbeiter pauschal vorzugehen, selbst die Toilettenpausen zu überwachen und das Privatleben unter die Lupe zu nehmen – das hat mit seriöser Detektivarbeit nicht viel zu tun. Daran ändert auch die Entschuldigung von Lidl herzlich wenig.

Detektiv-Städtereise für Kinder

Dienstag, März 25th, 2008

Mit Kindern während des Urlaubs in ein Museum zu gehen, ist – es sei denn, es handelt sich um ein Mitmach-Museum – nicht unbedingt die beste Idee. Die Kleinen wollen in der Regel unterhalten werden, Spaß haben und wenn es geht auch Abenteuer erleben, so wie ihre Vorbilder aus Büchern und Hörspielen. Eine der Serien, die nach wie vor sehr großen Erfolg hat, ist TKKG. Die Jugenddetektive haben schon so manchen Fall gelöst. Jungen und Mädchen, die auf den Spuren von Tim (vormals Tarzan), Karl, Klößchen und Gaby wandeln wollen, haben dazu in den Herbstferien Gelegenheit.

Sony BMG Family Entertainment und RUF Jugendreisen haben sich für diese Zeit etwas Besonderes ausgedacht: Die TKKG Detektiv-Städtereise für Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren. Die Eltern müssen die sieben Tage ab 349 Euro berappen. Dafür werden die Kinder rund um die Uhr betreut, gibt es Vollverpflegung, einen Tagesausflug und natürlich eine Ausbildung zum Detektiv im Adlernest, der Zentrale von TKKG. Als Belohnung gibt es einen Detektiv-Ausweis.

Das gesamte Programm findet in einer Ferienanlage in der Lüneburger Heide statt. Von hier aus starten die Nachwuchsdetektiv auch nach Hamburg, wo sie auf Spurensuche gehen müssen. Damit sie dafür bestens gerüstet sind, lernen die Kinder, wie sie Verdächtige richtig observieren, wie man Fingerabdrücke nimmt und was es mit Geheimschriften auf sich hat. Nachhilfe erteilt auch Kommissar Glockner, der Vater von Gaby. Und da man nicht nur ermitteln kann, verfügt das Ferienlager über ein großes Außengelände mit allerhand Spielgeräten.

Von kleinen Fischen und bissigen Dieben

Mittwoch, März 19th, 2008

In Neustadt an der Donau haben die Kaufhaus- und Ladendetektive viel zu tun, hat es den Anschein. In einem aktuellen Bericht der örtlichen Polizei werden gleich drei Einsätze von Detektiven aufgelistet. Richtig große Fische sind dabei nicht ins Netz gegangen. Der höchste Schaden lag bei 13,98 Euro. In allen drei Fällen werden die Kosten für die Anzeige die der entwendeten Gegenstände deutlich übersteigen.

Interessant ist an den Polizeiberichten vor allem, dass sie eines ganz deutlich zeigen: Ladendiebstahl kennt keine (Alters-)Grenzen. Dienstags hielt eine Siebenjährige den Detektiv eines Kaufhauses auf Trab. Sie steckte sich künstliche Fingernägel für 11,95 Euro in die Tasche. Sie wurde angehalten, auf die Tat angesprochen und sollte mit ins Büro kommen. Nach wenigen Schritten nahm das Mädchen jedoch Reißaus und konnte fliehen. Nicht ganz so schnell war die 67jährige, die einen Tag später in einem Kaufhaus des Diebstahls überführt wurde. Sie wollte ohne zu zahlen an der Kasse vorbei und wurde angesichts eines Schadens von 9,99 Euro angezeigt. Einsichtig zeigte sich ein 27jähriger. Er hatte es zwar geschafft, den Laden zu verlassen, wurde aber aufgehalten und kam freiwillig mit. Bei ihm ging es um ein Radio und ein wenig Kosmetik für 13,98 Euro.

Während die Neustädter Detektive ihre Arbeit als Routine bezeichnen konnten, hatte es einer ihrer Kollegen in München mit einem wahrlich bissigen Jungen zu tun. Der 19jährige, der eine Videokamera in seine Hose verstecken wollte, biss dem Kaufhausdetektiv in den Finger und wollte flüchten. Da der Täter polizeibekannt ist und als Intensivtäter gilt, landete er direkt in der Haftanstalt.

Es funkt aus dem Kugelschreiber

Dienstag, März 18th, 2008

Der Kugelschreiber gehört zu den beliebtesten Werbegeschenken. Er ist günstig in der Herstellung, praktisch im Gebrauch und bei den meisten gehört er zu den ständigen Begleitern. Dass ein solcher Stift weit mehr kann als nur eine blaue, rote oder schwarze Paste auf Papier zu bringen, damit man seine Gedanken aufschreiben oder wichtige Hinweise notieren kann, beweist das Modell mit Minisender. Von außen Kugelschreiber, von innen feinste Technologie im Miniformat, mit der sich vertrauliche Gespräche abhören lassen.

Ein kleines Manko gibt es allerdings: Die Batterie ist nicht sonderlich leistungsstark. Sie macht nach rund vier Stunden schlapp und ist damit nicht für den Dauereinsatz geeignet. Und da die Mine zugunsten des Senders etwas kleiner ausfällt und entsprechend eher den Geist aufgibt, sieht man die Knopfzelle und die Bauteile spätestens, wenn man die Mine wechseln möchte anstatt den kompletten Kuli zu entsorgen. Dafür hat die Technik es in sich. Selbst, wenn der Stift auf dem Schreibtisch liegt und die Gesprächspartner einige Meter davon entfernt stehen, wird jedes Wort klar übertragen. Das Mikrofon ist so fein justiert, dass auch Flüstern wenig nützt. Das gilt für einen Bereich von bis zu 100 Quadratmetern.

Um die Gespräche mithören oder mitschneiden zu können, bedarf es eines Scanners, der überall im Elektrofachhandel gekauft werden kann. Der Sender arbeitet in einem Bereich von 350 bis 460 MHz und kann – abhängig von der Umgebung – bis zu 400 Meter weit übertragen. Eine Richtantenne am Scanner kann diesen Wert verdoppeln. Für erfahrene Ermittler und Sicherheitskräfte, die über die nötigen Detektoren verfügen, dürfte es jedoch ein Leichtes sein, den Sender zu finden, wenn er aktiv ist.

Die Zusammenarbeit mit dem Detektiv

Samstag, März 15th, 2008

Sich mit seinen Sorgen und Nöten an einen Detektiv zu wenden, kostet viele Menschen Überwindung. Falsche Scheu oder Scham sind jedoch fehl am Platz. Privatdetektive sind professionelle Dienstleister, die tagtäglich mit Problemen konfrontiert werden, die von den staatlichen Behörden nicht gelöst werden können oder sollen. Das in Romanen und Filmen gezeigte Bild der Ermittler mit schmuddeligen Büros und einem Schreibtisch mit alter Schreibmaschine, Whisky-Flasche und überfülltem Aschenbecher sollte man daher ganz schnell vergessen.

Der erste Schritt, um seine Probleme anzugehen, ist die Suche nach einem seriösen Privatdetektiv. Hilfe bietet hierbei unter anderem der Bundesverband der Detektive (BDD). Ansonsten reicht auch ein Blick in das Branchenbuch. Für die erste Kontaktaufnahme bietet sich das Telefon an. Ist das Büro nicht besetzt, kann man in der Regel eine Nachricht hinterlassen und um Rückruf bitten. Während des Gesprächs sollte man sein Anliegen schildern und einen Termin vereinbaren, wenn man das Gefühl hat, gut aufgehoben zu sein. Für dieses Treffen ist es ratsam, Dokumente und Fotos mitzunehmen, die von Belang sein könnten. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man ganz einfach schon am Telefon fragt, was benötigt wird.

Wichtig ist es, genau zu wissen, was man erwartet. Soll nach einem Diebstahl der Täter gefunden und das Eigentum wiederbeschafft, dem Ehepartner Untreue nachgewiesen oder Mitarbeiter überwacht werden? Dann ist der Detektiv auch in der Lage, gemeinsam mit dem Mandanten eine Strategie zu entwickeln und das Vorgehen zu besprechen. Dabei ist es durchaus angebracht, auch den Punkt Kosten anzusprechen und zu fragen, mit welchem finanziellen Aufwand der Auftrag verbunden ist. Je eher man sich an einen Detektiv wendet, desto besser sind die Erfolgschancen und desto schneller kann die Angelegenheit ad acta gelegt werden.

Stalking nimmt zu

Dienstag, März 11th, 2008

Stalking ist ein Problem, von dem längst nicht mehr nur Prominente betroffen sind. Stalker verfolgen ihre Opfer auf Schritt und Tritt, schicken Blumen, schreiben offene oder anonyme Briefe, rufen an und lassen nicht locker. Was anfangs vielleicht wie eine harmlose Schwärmerei aussieht, artet nach und nach aus, weil man keine ruhige Minute mehr hat. Schenkt man dem Stalker keine Aufmerksamkeit mehr oder macht sich über ihn lustig, wird aus Liebe schnell Hass. Ein Thema, mit dem sich zunehmend auch Privatdetektive befassen müssen.

Laut Gesetzgeber handelt es sich bei Stalking um beharrliche Nachstellungen und die sind seit dem 31. März 2007 strafbar. Betroffen von derlei Attacken sind in der Regel Frauen. Sie machen 80 Prozent der Stalking-Opfer aus, von denen es in der Bundesrepublik grob geschätzt rund 495.000 gibt. Sie leiden vor allem psychisch, was sich auf Dauer in Schlafstörungen, Unruhe bis hin zu Depressionen bemerkbar macht. Statt sich an einen Detektiv oder die Polizei zu wenden, gehen viele lieber zum Therapeuten.

Ein Privatermittler kann ganz gezielt nachforschen, wer hinter Briefen, Blumen oder Anrufen steckt und dem Spuk ein Ende bereiten. Dazu müssen sich die Opfer nur trauen und aus ihrer Deckung kommen. Denn Stalker lassen so schnell nicht locker. Fast ein Viertel der Fälle zieht sich über ein Jahr hin. Und die Gefahr, dass der Stalker tätlich wird, steigt. Ein geschulter Detektiv kann einschätzen, ob die Stimmung umschlägt und entsprechend reagieren.

Drogenkauf zur Mitarbeiterprüfung ist nicht erlaubt

Freitag, März 7th, 2008

Privatdetektive haben sehr viele Möglichkeiten, ihren Mandaten brauchbares Material zu beschaffen. Videoüberwachung und Fotos sind nur zwei davon. Überschreitet ein Privatermittler bei seiner Arbeit allerdings die vom Gesetzgeber gezogenen Grenzen, wird er selbst zur Zielperson. Passiert ist dies einem Detektiv, der von einem Nobelhotel beauftragt worden war, das Personal auf Zuverlässigkeit zu testen. Als er dabei einen Barkeeper fragte, ob er Haschisch für ihn habe und ihm zwei Päckchen abkaufte, ging er zu weit und landete jetzt vor Gericht.

Zu verdanken hat er es dem Hotelangestellten, der sich gegen diesen Trick und die daraufhin ausgesprochene Kündigung zur Wehr setzte. Erfolg hatte der 43jährige Barkeeper damit nicht. Das Arbeitsgericht befand, dass derlei Tests durchaus zulässig seien. Die Unterlagen landeten später zur Prüfung beim Staatsanwalt. Der nahm sich den Detektiv zur Brust. Dessen Gutgläubigkeit, der Drogenkauf sei über den Ermittlungsauftrag gedeckt, ließ die Richter ein wenig schmunzeln. Auch die Aussage, er habe vorher extra seinen Anwalt gefragt und der habe ihm bestätigt, dass er bei geringen Mengen nichts befürchten müsse, brachten ihn nicht weiter.

„Das war doch alles im legalen Bereich“, ärgerte sich der Privatdetektiv, musste sich aber eines Besseren belehren lassen. „In dem Punkt gibt es bei uns keine Toleranz“, hielt der Richter ihm vor. Immerhin schenkte er dem 41jährigen Glauben, dass er seine Methode zur Mitarbeiterprüfung inzwischen geändert habe. Dadurch kam er mit einem blauen Auge davon. Gegen die Zahlung von 300 Euro wurde das Verfahren eingestellt.

Telefongespräche belauschen

Dienstag, März 4th, 2008

Manch Vater wüsste zu gerne, worüber sich die Tochter stundenlang am Telefon unterhält und die Leitung blockiert. Während es im privaten Bereich vornehmlich darum geht, einfach zu plaudern, Rezepte auszutauschen, Termine zu vereinbaren oder über die Nachbarn zu tratschen, sind es bei Firmen Interna und bei kriminellen Subjekten Pläne für den nächsten Beutezug. Am Telefon fühlen sich die meisten sicher. Dabei erlaubt die Technik heute ohne größeren Aufwand, jedes Gespräch mitzuhören.

Legal ist es nicht, das Telefon fremder Leute anzuzapfen. Gemacht wird es dennoch. Und meist fällt es nicht einmal auf, da die nötigen Geräte teilweise kleiner sind als ein Streichholz und nur selten die Größe eines Ein-Euro-Stücks erreichen. Welche Methode wo zum Einsatz kommt, hängt schlicht davon ab, welche Technik beim Telefonieren genutzt wird. ISDN-Anlagen verlangen eine andere Vorgehensweise als der schlichte alte analoge Telefonanschluss. Für beides gibt es passende Telefonsender, die nicht einmal eine eigene Stromversorgung benötigen, da sie über die Leitung des Telefons gespeist werden.

Firmen, die sicher sein wollen, dass die Gespräche nicht abgehört werden, sollten deshalb mit Hilfe eines Detektivs, der die Technik kennt und weiß, wo sie installiert wird, nach Möglichkeit regelmäßige Kontrollen durchführen. Das bezieht sich nicht alleine auf die Telefonapparate. Sie mit einer Wanze zu bestücken, ist zwar der übliche Weg. Inzwischen werden die Sender allerdings auch direkt an der Telefonanlage angebracht. Die Reichweite beträgt je nach Umstand bis zu 500 Meter, wo dann ein Mini-Rekorder mit Festplatte für bis zu 90 Tage Material alles aufnimmt.