Ein einfaches Babyphon wie es für wenige Euro im Handel zu kaufen und in fast allen Haushalten mit Nachwuchs zu finden ist reicht schon aus, um sich Informationen zu beschaffen, die eigentlich geheim oder vertraulich bleiben sollten. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Vorstandsvorsitzende von Porsche, Wendelin Wiedeking. Der Top-Manager wurde in einem Hotel über ein solches Babyphon abgehört. Nicht gerade die Krönung der Technologie, aber wirksam wie man sieht. Immerhin hat der Sicherheitsdienst es entdeckt.
Beim Betriebsratschef Alfons Hück wurde modernere Abhörtechnik verwendet. In seinem Büro war im Festnetztelefon eine Wanze eingebaut. In beiden Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Einen konkreten Verdacht gibt es noch nicht, wohl die Erkenntnis, dass nicht gerade Profis am Werk waren. Bereits vor zwei Jahren fand eine Detektei im Appartement des VW-Markenvorstands, Wolfang Bernhard, eine Wanze. Er hatte sich gewundert, dass Manager-Kollegen über Gesprächsinhalte informiert waren, die sie eigentlich gar nicht kennen dürften.
An diesen drei Beispielen zeigt sich sehr deutlich, dass gerade in der Industrie besondere Vorsicht angebracht ist, damit Firmeninterna nicht in falsche Hände geraten. Nun würde ein Babyphon im Büro des Vorstands vermutlich sofort auffallen – im Hotel könnte es zur Ausstattung gehören und wird deshalb gerne unterschätzt. Moderne Wanzen hingegen lassen sich so anbringen, dass sie nicht gesehen werden, im Telefon, im Bücherregal, in Lampen oder schlicht am Schreibtisch. Die Reichweite der Abhörtechnik beträgt mehrere hundert Meter, abhängig unter anderem von den räumlichen Gegebenheiten. Um sicher zu gehen, dass man nicht belauscht wird, kann ein Privatdetektiv mit Spezialgeräten auf die Suche nach den kleinen Spitzeln gehen. Damit spart man sich böse Überraschungen, wenn etwa die Konkurrenz ein paar Tage eher mit einem neuen Produkt auf den Markt kommt, an dem man selbst jahrelang geforscht hat.