Seriöse Mitarbeiterüberwachung gehört zum Tagesgeschäft

Die Überwachung von Mitarbeitern gehört mit einem Auftragsvolumen von 60 bis 70 Prozent schon seit Jahren zum Kerngeschäft von Privatdetektiven. Mit dem, was jetzt durch den Lidl-Skandal publik wurde, hat die Arbeit einer seriösen Detektei allerdings herzlich wenig zu tun. Profis, die seit Jahren im Geschäft sind, haben für die Bespitzelung im Discounter nur ein Wort übrig: Unprofessionell. Sie gehen anders vor und halten sich dabei an Recht und Gesetz, schließlich müssen sie Beweise vorlegen, die später auch verwertbar sind.

Auftraggeber für die Detektive sind in erster Linie private Unternehmen. „Das Verhalten der eigenen Mitarbeiter ist der Hauptgrund dafür, dass ein Privatermittler aktiv werden soll“, weiß Josef Riehl vom BDD (Bund Deutscher Detektive). Voraussetzung dafür, dass Angestellte legal überwacht werden, ist ein konkreter Anfangsverdacht. Der kann sich aus Verlusten bei der Inventur oder Unregelmäßigkeiten beim Kassensturz ergeben. In dem Fall lotet der Detektiv aus, wie er am besten vorgehen kann und welche technischen Geräte zum Einsatz kommen.

Kameras beispielsweise werden ausschließlich auf die Kasse oder die Ware gerichtet. Dann heißt es, Geduld zu beweisen, bis genau das passiert, was vom Kunden vermutet wurde. Das kann die Reinigungskraft sein, die sich kostenlos bedient, oder die Mitarbeiterin, die ein paar Scheine in die eigene Tasche abzwackt. Denn, das wissen die Detektive, das Unrechtsbewusstsein hat spürbar nachgelassen. Da werden Firmenwagen auch schon für private Fahrten zweckentfremdet. Dann hilft ein Peilsender, um die nötigen Beweise liefern zu können. Je nach Fall schleusen die Detekteien auch Mitarbeiter ein. Sollten dabei persönliche Details ans Tageslicht kommen, haben sie im Bericht für den Auftraggeber nichts verloren.

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