Fernsehserien wie „Lenßen und Partner“, Filme und Bücher verzerren das Berufsbild des Detektivs. Da wird mit Waffen hantiert, in fremder Leute Sachen gewühlt und ausschließlich mit High-Tech-Geräten gearbeitet. Ganz so einfach ist es nicht und ganz so einfach bekommt man auch keinen Fuß in die Tür, wenn man das Tätigkeitsfeld Privatermittler für sich als Wunschberuf entdeckt hat. Sich mit einer Detektei selbständig zu machen, bedarf eines soliden finanziellen Polsters für die Anfangszeit. Hinzu kommen Geduld, Hartnäckigkeit und Ausdauer – Grundvoraussetzungen in dem Job, in dem es keine Stechuhr gibt.
Über die üblichen Wege an eine Stelle zu kommen, sprich die Arbeitsagenturen oder eines der großen Jobportale im Internet, ist eher unwahrscheinlich. Zwar listen die Seiten dutzende freie Stellen auf. In der Regel steckt hinter dem Begriff „Detektiv“ dann aber eher eine Sicherheitskraft, die im Kaufhaus, an der Rezeption oder auf Firmengeländen eingesetzt wird. Diese Posten können zwar als Sprungbrett dienen, um später einmal als Privatermittler zu arbeiten. Dafür muss man dann mehr als nur ein wenig Eigeninitiative zeigen und Kurse besuchen, etwa bei der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe, die eine zweijährige Fortbildung anbietet.
Geeignet für die Arbeit – zumindest gemäß der Beschreibungen auf den Jobseiten – sind Kaufleute, Elektronikfachleute, Werk- und Personenschützer, Beamte von Polizei und Zoll sowie Juristen. Letztlich sind es aber nicht nur der berufliche Hintergrund und die daraus resultierenden Fachkenntnisse, die nötig sind, um als Detektiv Erfolg zu haben. Die persönlichen Voraussetzungen müssen auch stimmen. Einer der Profis aus der Branche, mit 20 Jahren Berufserfahrung, warnt jedenfalls vor zu überzogenen Erwartungen. Die Arbeit habe nichts damit zu tun, Polizist zu spielen.