Zwei Wochen hat die Jury im Prozess gegen Promi-Detektiv Anthony Pelicano gebraucht, um sich Klarheit zu verschaffen. Sie sprach den Ermittler in Los Angeles schließlich in 76 von 77 Anklagepunkten schuldig. Der 64jährige hatte unter anderem illegal Telefone abgehört. Eines der Opfer war Sylvester Stallone. Nun ist es Aufgabe des Richters, das Strafmaß festzulegen. Dabei hat er einen Spielraum von bis zu 20 Jahren Haft.
Das Verfahren, in dem sich Anthony Pelicano selbst verteidigte, zog sich über zwei Monate hin. Erwartet hatten die Medien ein großes Staraufgebot. Doch in den Zeugenstand wurde keiner der Promis gerufen, die betroffen waren. Sie waren einst die besten Kunden des Detektivs und ließen sich seine Arbeit mehrere zehntausend Dollar je Auftrag kosten. In seiner Kundendatei stehen unter anderem Namen wie Michael Jackson oder Elizabeth Taylor. Für die Staatsanwaltschaft stand fest, dass der Privatdetektiv ein „gut informierter und gut bezahlter Gauner“ ist. Pelicano umschrieb sein Vorgehen etwas anders. Er habe lediglich Abkürzungen genommen. Dass er nicht sonderlich zimperlich vorgeht, war schon lange bekannt.
Auf der langen Liste der Anklagepunkte standen neben den Abhöraktionen, für die Mitarbeiter der Telefongesellschaften kräftig kassiert haben, auch der Kauf von Informationen über einen Polizisten – der wie drei weitere Beschuldigte verurteilt wurde – und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Neuland sind diese Vorwürfe für Anthony Pelicano nicht. Schon 2002 saß er auf der Anklagebank, weil in seinem Büro Granaten und Plastiksprengstoff lagen. Mit 30 Monaten, die er seinerseits absitzen musste, kann er dieses Mal wohl nicht rechnen.