Archiv für Juni 2008

VoIP kann Spionen Tür und Tor öffnen

Freitag, 27. Juni 2008

Betrüger haben das Internet schon lange für sich entdeckt und nutzen jede noch so kleine Lücke. Ein Bereich, dem man dabei bislang eher wenig Beachtung schenkte, ist Voice over IP (VoIP), die Internettelefonie. Sie hat in vielen Haushalten und auch bei Firmen lüngst Einzug gehalten, birgt aber erhebliche Schwachstellen. Das Frauenhofer-Institut für IT-Sicherheit in Bonn hat sich des Themas angenommen und warnt insbesondere Unternehmen vor den Gefahren, wenn zu sorglos mit der neuen Technik umgegangen werde.

Gesprüche künnten abgehürt, gestürt oder günzlich verhindert und Adressbuch-Daten ausspioniert werden. Das seien deutlich mehr Angriffspunkte als sie bei der klassischen Telefonie bestünden. Mit VoIP hole man sich die Gefahren beider Parts, des Telefons und des Internets, ins Haus, sagen IT-Experten, darunter ein üsterreichische Detektiv. Ein einfacher Router für unter 100 Euro sei für den Privatanwender in Ordnung. Bei Unternehmen biete derlei Technik nicht einmal die Sicherheit des CB-Funks und komme ein Gesprüch einer unverschlüsselten E-Mail gleich. Wer sich mit den Gerüten auskenne, künne bei einem VoIP-Telefon problemlos auch eine Wanze anbringen oder über das Netzwerk die Daten abfangen.

Hütten sich Hacker erst einmal Zugriff verschafft, über den Server, die Gateways oder einzelne Rechner, die über ein Telefon mit dem Internet verbunden sind, künnten sie einzelne Bereiche komplett umkonfigurieren und erheblichen Schaden anrichten, angefangen bei Trojanern bis hin zur überwachung ganzer Rüume über das Telefon. Komplettausfülle des Systems, Spam over Internet Telefony (SPIT) als üquivalent zu den Spam-Mails oder falsche Authentifizierungen sind weitere Szenarien, die das Frauenhofer-Institut nennt. Sicherheit würden nur entsprechende Verschlüsselungsprogramme bieten, für die es bislang aber noch keinen gescheiten Standard gebe.

Detektive sind die effektivste Maßnahme gegen Ladendiebstähle

Montag, 23. Juni 2008

Der Schaden durch Ladendiebstähle ist enorm. Allein im vergangenen Jahr wurden laut Umfrage des EHI Retail Institute aus Köln Waren im Wert von 3,3 Milliarden Euro gestohlen. Dabei erweisen sich die Kunden als die schlimmsten Langfinger. Sie verursachten einen Schaden in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, gefolgt von Mitarbeitern (eine Milliarde) und Lieferanten sowie auswärtigen Servicekräften (350 Millionen). Eine Verbesserung der Lage erwarten die Händler nicht. Dabei sagt die polizeiliche Kriminalstatistik, dass die Zahl der einfachen Ladendiebstähle um 6,6 Prozent zurückgegangen ist.

Sorgen machen sich die Händler vor allem um die organisierte Kriminalität. Sie sei das größte Problem. Banden räumten teilweise ganze Regale leer. Besonders begehrt seien dabei Kosmetika und Rasierklingen. Die Dreistigkeit, mit der die Täter vorgingen, und die Gewaltbereitschaft nähmen ständig zu. Heute verstecke man das Diebesgut nicht mehr unter der Jacke, sondern nehme sich offen, was man benötige und renne dann weg. Dieses Phänomen beobachten die Angestellten vor allem, wenn nur wenig Personal im Laden ist. Die geringe Personalbesetzung und die längeren Öffnungszeiten sorgten zudem für eine hohe Dunkelziffer. 30 Millionen Diebstähle mit einem Warenwert von durchschnittlich 60 Euro passierten unbemerkt.

Für die Prävention investierte die Branche rund eine Milliarde Euro im Jahr. Als effektiv hätten sich dabei Detektive und Kameras erwiesen. Häufig fehle allerdings das Personal, um die Aufnahmen auszuwerten. Kaum ein Unternehmen verfüge über eine ständige Überwachung. Dort wo Privatdetektive im Einsatz sind, deckten sie rund 71 Prozent der Kundendiebstähle auf. Die Kosten für die Überwachung durch Detektive würden zu rund 20 Prozent über aufgeklärte Fälle gedeckt. Bei der Mitarbeiterüberwachung werde man erst aktiv, wenn es einen konkreten Tatverdacht gibt. Überführt werde etwa jeder 100. Mitarbeiter.

Dem Bundesdatenschutzbeauftragen wird es zu bunt – er fordert klare Richtlinien für Detektive

Mittwoch, 18. Juni 2008

Spitzel- und Spionageaffären nehmen derzeit überhand und haben jetzt auch den Bundesdatenschutzbeauftragen Peter Schaar auf den Plan gerufen. Er stimmt in die Forderung des Bundes Deutscher Detektive (BDD) nach einem Zulassungsverfahren für Detektive ein. „Die staatliche Aufsicht über Detekteien muss verstärkt werden“, betonte er und spricht sich für ein klar definiertes Berufsbild des Privatermittlers aus, wie es die Branche selbst schon formuliert hat. Schwarzen Schafen, die sich nicht an die Spielregeln halten, müsste die Zulassung dann auch wieder entzogen werden können. Einen Seitenhieb verpasst Peter Schaar den Sicherheitsabteilungen der Unternehmen: Sie seien oft das eigentliche Sicherheitsrisiko.

Auslöser für die klaren Worte des Bundesdatenschutzbeauftragen ist ein neuer Fall, der langsam aber sicher zeigt, dass es so nicht weitergehen kann. Jetzt wurde bekannt, dass auch die staatliche Lotterieverwaltung in Bayern einen Detektiv beauftragt hat. Gegenüber dem „Spiegel“ und der „Welt“ hat die Behörde zugegeben, den Auftrag zur Überwachung eines Lottoannahmestellen-Betreibers erteilt zu haben. Vom Privatermittler liegt eine eidesstattliche Erklärung vor, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit auch illegale Methoden angewandt und unter anderem mit einem Virus versucht hat, den E-Mail-Verkehr zu überwachen. Mit diesem Vorgehen will die Lotterieverwaltung nichts zu tun haben. Sie habe den Ermittler von Anfang aufgefordert, Recht und Gesetz einzuhalten. Um die Vorwürfe aufzuklären, sei die Behörde selbst an die Staatsanwaltschaft herangetreten.

Während die Ermittlungen in diesem Fall gerade erst begonnen haben, werden immer neue Details der Telekom-Affäre bekannt. Elf Beschuldigte stehen derzeit auf der Liste der Bonner Staatsanwaltschaft. Die Zahl ist damit um drei gestiegen. Sichergestellt habe man eine Einrichtung, mit der Telefongespräche mitgeschnitten werden können. Ob das Gerät die technischen Voraussetzungen erfüllt, Gespräche abzuhören, sei noch nicht klar. Dann käme zum Vorwurf der Auswertung von Telefonverbindungsdaten noch das Abhören von Gesprächen.

Detektive beschatten Kammermitglied und schießen hunderte Fotos

Freitag, 13. Juni 2008

Jetzt gibt es auch in Österreich einen Skandal, in den Detektive verwickelt sein sollen. Dabei geht es um die Beschattung eines Spitzenfunktionärs der NÖ Ärztekammer. Angesichts der Vorgeschichte dürfte es sich bei der Aktion um einen Rachefeldzug handeln. Denn das Opfer hat selbst dafür gesorgt, dass einige Personen aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Wohlfahrtsfonds, der Pensionskasse der Kammer, Besuch von der Staatsanwaltschaft erhielten.

Der Mediziner des Landesklinikums Renz ist seit Herbst 2007 für die Verwaltung der Gelder zuständig und hat kurz nach Antritt des Jobs entdeckt, dass die Bücher nicht ganz sauber geführt wurden. Immerhin ging es um einen Schaden in Höhe von 8,2 Millionen Euro, der in einem Strafverfahren gegen einige Kammermitglieder mündete. Jetzt steht der Anästhesist selbst als Täter im Blickpunkt der Medien. Gegen ihn liegt eine Betrugsanzeige vor, weil er ein Auto aus Deutschland importiert haben soll, ohne die Steuern dafür zu zahlen. Unter dem Strich handelt es sich um eine Summe von 94.120 Euro, die der Mann dem Staat schuldig geblieben sein soll.

Das Pikante an der Angelegenheit: Wer den Arzt angeschwärzt hat, ist nicht bekannt. Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung erhielten einen dicken Umschlag mit insgesamt 308 Fotos, die von Detektiven gemacht wurden. Die Privatermittler müssen den Mann, das belegt das Bildmaterial, in der Zeit vom 15. November 2007 bis zum 28. Mai 2008 beschattet haben. In wessen Auftrag, steht nicht fest. Die Fotos sollen als Beweis dienen, dass ein BMW gekauft wurde, für den weder die Umsatzsteuer noch die Normverbrauchsabgabe gezahlt wurden. Der Anwalt des Beklagten zeigt sich erschüttert: „Diese Methoden kennt man nur aus FBI- und CIA-Filmen. Vermutet wird, dass jemand Angst hat, dass etwas auffliegt und die Observierung in direktem Zusammenhang mit der Kammertätigkeit steht.

Tatort Hamburg lädt zum Detektivspiel

Donnerstag, 12. Juni 2008

Detektive, die auf Bühnen oder im Fernsehen ermitteln, gibt es viele. Statt einfach nur zu gucken und in Gedanken auf Mörderjagd zu gehen oder als Privatermittler zu observieren, bietet der Verein „Abenteuer bewegt e.V.“ Interessenten die Möglichkeit, an drei Tagen im Juli (11., 13. und 19.7.) in Hamburg selbst in die Rolle des Detektivs zu schlüpfen. Das Konzept, das schon vor einiger Zeit erfolgreich umgesetzt wurde, nennt sich „Tatort Hamburg“ und verspricht einen spannenden Tag in der Hansestadt.

Die Idee, dass Laien sich als Ermittler versuchen, ist nicht neu. Angeboten werden solche Detektivspiele unter anderem von Restaurants und Hotels. Während des Abendessens oder an einem Wochenende müssen gestellte Fälle gelöst werden, ob nun Mord oder Raub. Das Interesse an solchen Veranstaltungen, die es im Übrigen auch als Ferienspaß für Kinder gibt, ist groß. Entsprechend schnell sind die meisten Termine ausgebucht. Der Verein „Abenteuer bewegt“ (www.abenteuer-bewegt.de) hat noch einige Plätze zu vergeben. Kontaktmöglichkeiten und Bilder zu vergangenen Tatorten finden sich auf der Internetseite des Vereins.

Ganz Hamburg wird bei den Terminen zum Schauplatz des Geschehens. Ermitteln müssen die Teilnehmer unter anderem an den Landungsbrücken, in der Speicherstadt, auf der Reeperbahn und am Michel. Überall sind kleine Hinweise versteckt und helfen Schauspieler, die die Rolle des Kommissars, von Verdächtigen oder von Zeugen übernehmen, bei der Lösung des Falls. Rund vier Stunden dauert das Kriminalstück, in dessen Mittelpunkt die Teilnehmer stehen. Der Startschuss fällt jeweils um 17 Uhr. Der Preis für das Vergnügen, wie die Figuren von Agatha Christie oder Edgar Wallace zu agieren, ist mit 30 Euro vergleichsweise günstig.

Sherlock Holmes kommt ins Kino

Samstag, 07. Juni 2008

Ob das was wird? Die Geschichten von Sherlock Holmes begeistern seit dem 19. Jahrhundert Millionen von Fans. Viele haben sich in Clubs zusammengefunden und sehen sich selbst als Sherlockianer. Sie sind fasziniert von der eher trockenen, typischen britischen Art sowie dem brillanten Verstand, mit der Sir Arthur Conan Doyle seine literarische Figur ausgestattet hat. Guy Ritchie, britischer Regisseur und Ehegatte von Sängerin Madonna, will sich nun an Sherlock Holmes versuchen. Das Drehbuch schreibt er selbst und führt natürlich Regie. Bei der „einfachen“ Umsetzung einer der vielen Detektivgeschichten wird er es allerdings nicht belassen, sondern Holmes einen fast ganz neuen, jugendlichen Charakter verpassen.

Auf einen Film wie „Der Hund von Baskerville“, der 1959 zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen war und sicherlich zu den besseren Kino- und TV-Versionen der Sherlock Holmes Romane gehört, darf man also nicht hoffen. Guy Ritchie wünscht sich den Privatdetektiv mehr als Abenteurer á la „Das Geheimnis des verborgenen Tempels“. Der 1995 erschiene Streifen zeigt den Detektiv als Jugendlichen auf einem Internat, wo er zum ersten Mal auf John Watson trifft. In diesem Film beweist der junge Sherlock Holmes zum einen sein kriminalistisches Gespür, zum anderen seine Abenteuerlust. Genau darauf baut auch das neue Drehbuch.

An der Idee wird seitens der Warner Brothers Studios schon seit einiger Zeit gearbeitet. Ob das Ergebnis aus den 200 Filmen, die es zu den Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle schon gibt, hervorstechen kann, muss sich zeigen. Neil Marshall galt als erste Wahl für den Posten des Regisseurs. Nun ist Guy Ritchie am Zug. Laut dem Fachmagazin „Variety“ bastelt er derzeit noch an den Feinheiten des Skripts. In die Kinos soll der Film 2010 kommen.

Hewlett-Packard beauftragte Detektive und ließ Journalisten ausspionieren

Montag, 02. Juni 2008

Weil sie zu genau über die Unternehmensstrategie von Hewlett-Packard (HP) informiert waren, setzte der Konzern zwei Detektive auf Journalisten des US-Branchendienstes CNet an. Für die Ermittler endete ihr Auftrag vor Gericht. Sie hatten versucht, herauszufinden, von wem die drei Autoren im Jahr 2006 über die Interna in Kenntnis gesetzt wurden, fielen bei ihrer Arbeit allerdings auf. Sonderlich teuer kommt die Detektive ihre Spionagetätigkeit nicht. 3.000 US-Dollar mussten Joseph und Matthew DePante zahlen – ohne Schuldeingeständnis. Das Vorgehen von HP erinnert ein wenig an die Spionage-Aktivitäten der Telekom, die aktuell diskutiert werden und auch auf politischer Ebene für Wirbel sorgen.

Die drei Journalisten von CNet hatten als Quelle zu ihren Beiträgen über Hewlett-Packard jeweils hochrangige Mitarbeiter angegeben, verständlicherweise ohne Ross und Reiter zu nennen. Wer genau sich nicht an das „Schweigegelübde“ hielt, sollten die Privatdetektive ermitteln. Dazu besorgten sich die beiden unter Angabe falscher Namen die Telefonverbindungen von Dawn Kawamoto, Stephen Shankland und Tom Krazit. Auch die Verbindungsdaten der Angehörigen wurden ausspioniert, um zu sehen, wer von HP mit den Dreien in Kontakt stand.

Vor Gericht konnten sich die Detektive schließlich mit der US-Handelsaufsichtsbehörde, der Federal Trade Commission (FTC) einigen. In dem Urteil heißt es, dass der Rechtsstreit zwischen den beiden Angeklagten und der FTC dadurch beigelegt sei. Ihre Schuld mussten die beiden Ermittler nicht einmal eingestehen, sich aber dazu verpflichten, sich zukünftig an die Gesetze insbesondere zum Schutz der Privatsphäre zu halten. Für die Privatdetektive ist das ein sehr gutes Ergebnis – auch, weil sie nach eigenen Angaben nicht mehr hätten zahlen können. Dass der Kommentar von CNet entsprechend zynisch ausfiel, verwundert nicht. Nun muss sich noch HP vor Gericht verantworten. Mit dem Hinweis, man habe nicht mehr als 3.000 Dollar, dürfte der Konzern nicht weit kommen.