Hewlett-Packard beauftragte Detektive und ließ Journalisten ausspionieren

Weil sie zu genau über die Unternehmensstrategie von Hewlett-Packard (HP) informiert waren, setzte der Konzern zwei Detektive auf Journalisten des US-Branchendienstes CNet an. Für die Ermittler endete ihr Auftrag vor Gericht. Sie hatten versucht, herauszufinden, von wem die drei Autoren im Jahr 2006 über die Interna in Kenntnis gesetzt wurden, fielen bei ihrer Arbeit allerdings auf. Sonderlich teuer kommt die Detektive ihre Spionagetätigkeit nicht. 3.000 US-Dollar mussten Joseph und Matthew DePante zahlen – ohne Schuldeingeständnis. Das Vorgehen von HP erinnert ein wenig an die Spionage-Aktivitäten der Telekom, die aktuell diskutiert werden und auch auf politischer Ebene für Wirbel sorgen.

Die drei Journalisten von CNet hatten als Quelle zu ihren Beiträgen über Hewlett-Packard jeweils hochrangige Mitarbeiter angegeben, verständlicherweise ohne Ross und Reiter zu nennen. Wer genau sich nicht an das „Schweigegelübde“ hielt, sollten die Privatdetektive ermitteln. Dazu besorgten sich die beiden unter Angabe falscher Namen die Telefonverbindungen von Dawn Kawamoto, Stephen Shankland und Tom Krazit. Auch die Verbindungsdaten der Angehörigen wurden ausspioniert, um zu sehen, wer von HP mit den Dreien in Kontakt stand.

Vor Gericht konnten sich die Detektive schließlich mit der US-Handelsaufsichtsbehörde, der Federal Trade Commission (FTC) einigen. In dem Urteil heißt es, dass der Rechtsstreit zwischen den beiden Angeklagten und der FTC dadurch beigelegt sei. Ihre Schuld mussten die beiden Ermittler nicht einmal eingestehen, sich aber dazu verpflichten, sich zukünftig an die Gesetze insbesondere zum Schutz der Privatsphäre zu halten. Für die Privatdetektive ist das ein sehr gutes Ergebnis – auch, weil sie nach eigenen Angaben nicht mehr hätten zahlen können. Dass der Kommentar von CNet entsprechend zynisch ausfiel, verwundert nicht. Nun muss sich noch HP vor Gericht verantworten. Mit dem Hinweis, man habe nicht mehr als 3.000 Dollar, dürfte der Konzern nicht weit kommen.

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