Detektive beschatten Kammermitglied und schießen hunderte Fotos

Jetzt gibt es auch in Österreich einen Skandal, in den Detektive verwickelt sein sollen. Dabei geht es um die Beschattung eines Spitzenfunktionärs der NÖ Ärztekammer. Angesichts der Vorgeschichte dürfte es sich bei der Aktion um einen Rachefeldzug handeln. Denn das Opfer hat selbst dafür gesorgt, dass einige Personen aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Wohlfahrtsfonds, der Pensionskasse der Kammer, Besuch von der Staatsanwaltschaft erhielten.

Der Mediziner des Landesklinikums Renz ist seit Herbst 2007 für die Verwaltung der Gelder zuständig und hat kurz nach Antritt des Jobs entdeckt, dass die Bücher nicht ganz sauber geführt wurden. Immerhin ging es um einen Schaden in Höhe von 8,2 Millionen Euro, der in einem Strafverfahren gegen einige Kammermitglieder mündete. Jetzt steht der Anästhesist selbst als Täter im Blickpunkt der Medien. Gegen ihn liegt eine Betrugsanzeige vor, weil er ein Auto aus Deutschland importiert haben soll, ohne die Steuern dafür zu zahlen. Unter dem Strich handelt es sich um eine Summe von 94.120 Euro, die der Mann dem Staat schuldig geblieben sein soll.

Das Pikante an der Angelegenheit: Wer den Arzt angeschwärzt hat, ist nicht bekannt. Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung erhielten einen dicken Umschlag mit insgesamt 308 Fotos, die von Detektiven gemacht wurden. Die Privatermittler müssen den Mann, das belegt das Bildmaterial, in der Zeit vom 15. November 2007 bis zum 28. Mai 2008 beschattet haben. In wessen Auftrag, steht nicht fest. Die Fotos sollen als Beweis dienen, dass ein BMW gekauft wurde, für den weder die Umsatzsteuer noch die Normverbrauchsabgabe gezahlt wurden. Der Anwalt des Beklagten zeigt sich erschüttert: „Diese Methoden kennt man nur aus FBI- und CIA-Filmen. Vermutet wird, dass jemand Angst hat, dass etwas auffliegt und die Observierung in direktem Zusammenhang mit der Kammertätigkeit steht.

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