Detektive sind die effektivste Maßnahme gegen Ladendiebstähle

Der Schaden durch Ladendiebstähle ist enorm. Allein im vergangenen Jahr wurden laut Umfrage des EHI Retail Institute aus Köln Waren im Wert von 3,3 Milliarden Euro gestohlen. Dabei erweisen sich die Kunden als die schlimmsten Langfinger. Sie verursachten einen Schaden in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, gefolgt von Mitarbeitern (eine Milliarde) und Lieferanten sowie auswärtigen Servicekräften (350 Millionen). Eine Verbesserung der Lage erwarten die Händler nicht. Dabei sagt die polizeiliche Kriminalstatistik, dass die Zahl der einfachen Ladendiebstähle um 6,6 Prozent zurückgegangen ist.

Sorgen machen sich die Händler vor allem um die organisierte Kriminalität. Sie sei das größte Problem. Banden räumten teilweise ganze Regale leer. Besonders begehrt seien dabei Kosmetika und Rasierklingen. Die Dreistigkeit, mit der die Täter vorgingen, und die Gewaltbereitschaft nähmen ständig zu. Heute verstecke man das Diebesgut nicht mehr unter der Jacke, sondern nehme sich offen, was man benötige und renne dann weg. Dieses Phänomen beobachten die Angestellten vor allem, wenn nur wenig Personal im Laden ist. Die geringe Personalbesetzung und die längeren Öffnungszeiten sorgten zudem für eine hohe Dunkelziffer. 30 Millionen Diebstähle mit einem Warenwert von durchschnittlich 60 Euro passierten unbemerkt.

Für die Prävention investierte die Branche rund eine Milliarde Euro im Jahr. Als effektiv hätten sich dabei Detektive und Kameras erwiesen. Häufig fehle allerdings das Personal, um die Aufnahmen auszuwerten. Kaum ein Unternehmen verfüge über eine ständige Überwachung. Dort wo Privatdetektive im Einsatz sind, deckten sie rund 71 Prozent der Kundendiebstähle auf. Die Kosten für die Überwachung durch Detektive würden zu rund 20 Prozent über aufgeklärte Fälle gedeckt. Bei der Mitarbeiterüberwachung werde man erst aktiv, wenn es einen konkreten Tatverdacht gibt. Überführt werde etwa jeder 100. Mitarbeiter.

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