Produktpiraterie schadet der Wirtschaft

Wer sich am Strand für ein paar Euro ein Polohemd mit Krokodil-Emblem kauft, das sich nach zwei Waschgängen löst, oder eine Luxus-Uhr, deren Sekundenzeiger laut tickt statt leise zu schleichen, sollte sich nicht wundern. Den meisten ist durchaus bewusst, dass sie sich eine Fälschung zugelegt haben. Sie wissen auch, dass es am Zoll zu Problemen kommen könnte. Denn der Schaden, der durch Produkt- und Markenpiraterie entsteht, ist enorm. Viele der betroffenen Firmen lassen demonstrativ die gefälschte Ware zerstören. Entdeckt wird sie immer öfter von Detektiven, die damit beauftragt werden, Händler, Lieferanten und Hersteller dingfest zu machen.

Produktpiraterie ist ein Übel, das längst auch die kleineren Unternehmen trifft. Sie investieren viel Zeit und Geld in die Entwicklung von Produkten oder Designs und müssen sich damit auf einem riesigen Markt behaupten. Werden die Produkte einfach nachgeahmt und aufgrund des geringeren Aufwandes günstiger verkauft, ziehen sie den Kürzeren. Das reicht von der Handtasche und Kleidung über Werkzeuge und Maschinen bis hin zur Elektronik. Besonders gefährlich sind Fälschungen von Autoersatzteilen. Sie haben schon zu tödlichen Unfällen geführt. Aufgabe der Detektei ist es, Anhaltspunkte zu finden. Dazu werden in der Regel Testkäufe durchgeführt. Die geschulten Ermittler wissen, auf welche Details sie achten zu haben. Das sind teilweise nur minimale Abweichungen in der Schrift oder auf der Verpackung.

Je nach Auftrag werden im Anschluss an einen Fund auch die Hintermänner ermittelt. Dazu haben die Detektive zwei Alternativen. Entweder sie observieren das Geschäft bzw. den Versandhandel – viele Fälschungen werden online verkauft oder versteigert – oder sie schleusen sich ein und stellen die nötigen Kontakte her. Das gesamte Vorgehen, vom ersten Kauf bis zu den möglichen Treffen wird dokumentiert, damit gerichtsverwertbare Beweise vorliegen, die in einer Anzeige oder dem Eingreifen der Polizei münden.

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