Überwachungstechnik ist gefragt wie nie. Der Zentralverband Elektrotechnik (ZVEI) geht in diesem Jahr von einem Gewinnzuwachs in Höhe von rund vier Prozent aus. Kunden sind neben der Sicherheitsindustrie, Detektiven und Unternehmen auch Personen, die gerne alles unter Kontrolle oder einfach nur Angst haben. Die Angebotspalette reicht vom Brandmelder bis hin zur modernen Videoüberwachung samt mehreren Kameras und digitalem Speicher. Präsentiert werden viele der Geräte im Rahmen der Sicherheits-Messe, die im Oktober in Essen ihre Pforten öffnet. Das, was die meisten wünschen, wird dort allerdings nicht zu sehen sein: Abhörgeräte.
Sie gehören wie Technik, die sich im Halblegalen bewegt, zu den absoluten Rennern. Der Zentralverband distanziert sich von diesen Geschäften und sagt. „Damit haben wir nichts zu tun.“ In den einschlägigen Shops sieht man das nicht ganz so eng. Dort gehört Abhörtechnik wie selbstverständlich zum Sortiment und wird auch eifrig angepriesen. Die Läden und Versandhändler bieten Wanzen in allen Größen, für alle Einsatzorte und mit unterschiedlichster Leistung an. Ob 900 Euro oder günstiger hängt ganz vom Budget ab. Einige finden in Handys Platz, andere erlauben, auch durch Beton mitzuhören.
Der Einsatz von Abhörtechnik ist in Deutschland weitgehend verboten. Die meisten Wanzen dürften offiziell also gar nicht genutzt werden. Was der Kunde mit den Geräten macht, ist nicht Sache des Verkäufers. Er muss nicht kontrollieren, was mit seiner Ware passiert, ob sie ins Ausland geht und reimportiert wird oder später dazu genutzt wird, den Nachbarn zu belauschen. Der Verfassungsschutz rechnet mit rund einer Millionen Wanzen, die in Privatbesitz sind. Hergestellt werden sie nur von wenigen Firmen, die sich allerdings im Hintergrund halten. Hinzu kommen Bastler, die sich privat ein paar Euro damit verdienen. Ein Großteil der Technik dürfte allerdings aus Fernost stammen. Deutsche Unternehmen, die in Sicherheitstechnik machen, verdienen ihr Geld lieber mit legalen Systemen und haben damit großen Erfolg.