Spione aus dem Land der Mitte

China genießt bei Schweizer Unternehmen keinen sonderlich guten Ruf. Das Land der Mitte, aktuell dank der Olympischen Spiele im Blickpunkt der Welt, versucht mit allen Mitteln an geheime Daten und Informationen zu gelangen. Der Vorwurf der Spionage wird mittlerweile nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand laut, sondern ganz offen in einer Broschüre thematisiert. Sie richtet sich ausschließlich an Firmen und wird angesichts der Brisanz sehr vertraulich behandelt. Herausgegeben wurde sie vom Dienst für Analyse und Prävention, dem Schweizer Nachrichtendienst.

Dabei hüten sich die Eidgenossen, Ross und Reiter der Spionageaktivitäten beim Namen zu nennen. Klar und jedem bewusst ist, dass China in der Liste der Verdächtigen einen Spitzenplatz einnimmt. Offiziell ließ das Bundesamt für Polizei in seinem Bericht zur inneren Sicherheit nur verlautbaren, dass Aktivitäten der Nachrichtendienste eines asiatischen Landes zunehmen. Dabei agierten die Dienste zunehmend „unter dem Schutz diplomatischer Immunität“. Das geht soweit, dass Diplomaten sich erst mit Unternehmern anfreunden und sie dann zu Joint Ventures drängen. Das Ziel, das sie damit verfolgen: Sie wollen sich das Know-how der Firmen aneignen. Ähnliche Szenarien spielten sich auch in Deutschland ab. Der Verfassungsschutz schreibt dazu: „China nutzt zur Informationsbeschaffung seine diplomatischen Vertretungen.“

Dass die chinesischen Wirtschaftsspione auch weit weniger subtil vorgehen, beweist folgender Fall: Per Telefon meldet sich ein vermeintlich wichtiger Kunde und bittet mit Nachdruck um ein dringendes Dokument. Um den Kunden nicht zu verärgern, werden die Informationen gefaxt. Dass sie in falsche Hände gelangten, merken die Unternehmen recht schnell, nur leider zu spät. An „Personal“ mangelt es den Nachrichtendiensten aus China nicht. Ein Dissident zeichnete vor knapp zwei Jahren ein recht umfangreiches Bild von den Aktivitäten. Jeder, der ins Ausland dürfe, stehe in der Schuld der Partei und revanchiere sich als Spitzel, ob nun Student oder Geschäftsmann. Werden die Spione nicht vor Ort aktiv, sitzen sie am PC und betätigen sich als Hacker, um so an Informationen zu gelangen.

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