Archiv für September 2008

MI6 wirbt auf Facebook für Agentennachwuchs

Dienstag, 30. September 2008

James Bond, alias 007, sucht Nachfolger. Zum Doppel-Null-Agenten wird es vielleicht nicht auf Anhieb reichen, aber wer weiß: Vielleicht ist man schon bald als Spion unterwegs. Der britische Geheimdienst, der Secret Intelligence Service (SIS), ist jedenfalls sehr aktiv, wenn es darum geht, Nachwuchs zu rekrutieren. Dabei werden eher ungewöhnliche Wege eingeschlagen. Haben die Damen und Herren des auch als MI6 bekannten Dienstes es bislang mit Anzeigen in Tageszeitungen und Radiospots versucht, greifen sie jetzt auf soziale Online-Netzwerke zurück. Aktuell läuft eine Kampagne bei Facebook.

Die Werbung in eigener Sache auf möglichst breiter Basis erfolgt nicht ohne Grund: Der britische Geheimdienst möchte alle Bevölkerungsschichten erreichen, mit möglichst unterschiedlichen persönlichen Hintergründen. Bisher war es Usus, dass der Agentennachwuchs ausschließlich an Elite-Universitäten gesucht wurde. Eine Sprecherin des englischen Außenministeriums erklärte zur neuen Vorgehensweise: „Wir nutzen eine Vielzahl öffentlicher Kanäle, um Jobmöglichkeiten in unserer Organisation zu bewerben. Facebook ist ein aktuelles Beispiel hierfür. Mit der offenen Rekrutierungskampagne des SIS wollen wir stärker auf den Talentpool abzielen, der die heutige Gesellschaft in Großbritannien repräsentiert.“

Der Erfolg der Kampagne auf Facebook ließ nicht allzu lange auf sich warten. In der Hoffnung auf Auslandseinsätze, schöne Frauen und Abenteuer (die Agentenfilme lassen grüßen) haben sich bereits 700 Nutzer der Plattform beim Geheimdienst gemeldet. Die Interessenten werden mit zielgruppenspezifischen Anzeigen angesprochen. Ihnen winkt eine Langzeitkarriere als Beamter, wenn ihre Bewerbung Erfolg hat. Auf Facebook heißt es: „Zeit für einen Karrierewechsel? Beim MI6 kann man Ihre Fähigkeiten gut brauchen.“

Im Oktober beginnt der nächste Kursus für Berufsdetektiv-Assistenten in Österreich

Montag, 22. September 2008

Das Detektivgewerbe boomt – zumindest in Österreich. Arbeitsplätze im Geschäft mit der Sicherheit gelten dank steigender Kriminalitätsrate, der Privatisierung des Sicherheitsgewerbes und dem Rückzug der Behörden aus vielen Bereichen als krisensicher. Arbeitssuchende haben in der Alpenrepublik daher beste Chancen, von den vollen Auftragsbüchern der Detekteien zu profitieren. Dazu müssen sie an der Ausbildung zum Berufsdetektiv-Assistenten teilnehmen und sich die nötigen Grundkenntnisse aneignen. Der nächste Kursus, auf den der Österreichische Detektiv-Verband aktuell hinweist, beginnt am 7. Oktober.

Angeboten wird die professionelle Ausbildung durch den Europäischen Detektiv-Verband. Es handelt sich dabei um einen Grundkursus, der sich aus vier Modulen zusammensetzt, die auf Theorie und Praxis bauen. Die Dozenten sind allesamt Profis in ihrem Bereich, ob nun Kriminologie, Kriminalistik und Forensik, Ermittlungstaktik, Observation, Waffenkunde, Selbstverteidigung, IT-Security, Satellitenortung oder Befragungs- und Gesprächstechnik. Die Teilnehmer erhalten somit einen umfassenden Einblick in das Berufsbild des Detektivs. Der österreichische Verband spricht von einem spannenden und abwechslungsreichen Job, der auch in Milieus führe, mit denen man sonst nicht in Kontakt käme. „Das letzte legale Abenteuer in einer zivilisierten Gesellschaft“, so einer der Absolventen.

Um an der Ausbildung teilnehmen zu dürfen, ist kein bestimmter Schulabschluss nötig, wohl aber ein einwandfreier Leumund und der Führerschein B. Das Rüstzeug, das die Kandidaten mit auf den Weg bekommen, ist zwingend nötig für den Beruf. Denn in Österreich haben Berufsdetektive weitreichende Befugnisse, die vom Personenschutz bis zur Erhebungen bei strafbaren Handlungen reichen. Damit übernehmen sie eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die Fachwissen unabdingbar ist. Wer ausschließlich als Kaufhausdetektiv arbeiten möchte, für den wird ein Spezialkursus angeboten. Er erstreckt sich über drei Monate und fängt am 29. September an.

Todesdrohung gegen Detektiv

Donnerstag, 18. September 2008

Dass Detektive, die in Kaufhäusern ihren Dienst tun, auch gefährlich leben, beweisen die vielen Polizeimeldungen über tätliche Angriffe. In dieser Woche hat beispielsweise die Tochter einer Ladendiebin zum Faustschlag ausgeholt. Sie traf einen anwesenden Polizisten. Dabei wollte der Beamte nur die Handtasche der Mutter durchsuchen. Selbst gefesselt trat die 34jährige noch um sich. Andere Täter beißen, rennen weg oder bewaffnen sich mit Latten, wenn sie gestellt werden. Todesdrohungen gegen Privatdetektive sind zum Glück eher selten, kommen aber vor, wie in Bad Segeberg.

Der Ermittler war einer Diebesbande in die Quere gekommen, allesamt Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Sie wurden von einem 34jährigen Kasachen, der sich jetzt vor dem Landgericht Kiel verantworten muss, von Juli 2007 bis März 2008 in die Kaufhäuser geschickt. 300 Fälle sind aktenkundig. Der Schaden aus den ersten 166 Fällen beläuft sich auf über 8.000 Euro. Lohn für die jungen Diebe waren Drogen und Zigaretten, mit denen der Chef sie abhängig machte. Er selbst finanzierte auf diese Weise seinen Lebensunterhalt und seine Drogensucht. Die mindestens 15 Mitglieder der Bande gingen sehr professionell vor. Einer sorgte dafür, dass die Überwachungskameras verdeckt waren, einer nahm die Waren und versteckte sie in einem Depot, andere sorgten von dort aus für den Abtransport. Das Sortiment reichte von Wimperntusche über Alkohol und Bekleidung bis hin zu Tabak.

Bei einer der Touren wurden die Jugendlichen und Kinder von einem Detektiv überrascht. Der Kasache war nicht weit, nahm eine Flasche, holte aus und drohte, den Ermittler zu töten. Selbst nachdem der Mann der Polizei ins Netz gegangen war, mit ihm eine Hehlerin und viele der Bandenmitglieder, droht der 34jährige vom Gefängnis aus noch jedem, der ihn verpfeift. Wirkung zeigt das anscheinend nicht mehr. Die meisten der Langfinger haben bereits gegen den Drahtzieher ausgesagt. Das Verfahren geht im Oktober in die nächste Runde.

Verfassungsschutz berät immer mehr Firmen im Kampf gegen Spione

Freitag, 12. September 2008

Die Zahl der Unternehmen, die Beratungsbedarf in Sachen Spionageabwehr anmelden, steigt sprunghaft. Das merkt auch der Verfassungsschutz in Hamburg, zu dessen Aufgaben es gehört, Firmen anzuleiten, sicherer und weniger blauäugig zu agieren. Denn an Tricks mangelt es den zumeist ausländischen Wirtschaftsspionen nicht. Als besonders dreist und derzeit verstärkt aktiv gelten die Chinesen, doch auch aus dem Iran droht Gefahr. Während China auf Innovationen hofft, baut der Iran auf Massenvernichtungswaffen und versucht mit allen Mitteln, die nötige Technologie und das Material zu erhalten.

Wie schnell es gehen kann, hat kürzlich erst ein Geschäftsreisender aus Hamburg erfahren müssen. Er war in Peking und nur kurz im Restaurant. In seinem Hotelzimmer stellte er dann fest, dass sein Notebook aus der Aktentasche genommen wurde. Die Mühe, es wieder zu verpacken, hatten sich die Spione nicht einmal gemacht. Andere Wege, an Daten und Informationen zu kommen, sind Delegationsbesuche, bei denen sich einzelne Mitglieder absondern, um Fotos zu machen. Oder Mitarbeiter aus China schieben jeden Tag Überstunden, in denen nicht gearbeitet, sondern fleißig kopiert wird. Die Alarmglocken sollten schon dann schrillen, wenn die Bewerbungsunterlagen zu 100 Prozent auf die Ausschreibung passen – und das, obwohl der Bewerber noch relativ jung ist und gar nicht so viel Erfahrung mitbringen kann.

Ziel des Verfassungsschutzes ist es, offensiv mit dem Thema Spionage umzugehen und zu informieren. Selbst Hotels lassen sich beraten, damit die Gäste einigermaßen sicher sind. Als ersten Schritt rät man den Unternehmen zu Geheimhaltungsvereinbarungen mit den Angestellten und Zugangsbeschränkungen. Als schützenswert gelte dabei alles, was der Firma einen Wettbewerbsvorteil bringt. In der Pharmaindustrie beispielsweise neue Wirkstoffe und Medikamente. Ein Unternehmen, das in China produzieren ließ und bemerkte, dass seine Produkte als Plagiat auf dem Markt kamen, lässt seither nur noch Massenware im Land des Lächelns herstellen. Die Mitarbeiter reisen grundsätzlich ohne Handy oder Notebook an und haben nur noch Papierunterlagen im Gepäck.

Versicherungsbetrug sorgt für einen Schaden in Höhe von vier Milliarden Euro im Jahr

Mittwoch, 10. September 2008

Auf den Schreibtischen der Versicherungssachbearbeiter landen Tag für Tag dutzende Schadensmeldungen, von denen viele nicht nur hanebüchen klingen, sondern schlichtweg nur ein Ziel haben: Geld zu machen. Vom Handy, das der Neffe fallen ließ, bis hin zu Gliedmaßen, die bei einem angeblichen Arbeitsunfall abgetrennt wurden – an Ideen mangelt es nicht, und seien sie noch so „dumm“. Einer der Klassiker, kürzlich wieder in Großbritannien aufgefallen: Mann oder Frau verschwinden auf hoher See, werden für tot erklärt und die Lebensversicherung muss bezahlen. Ein paar Jahre später taucht der Tote dann unter anderem Namen wieder auf und lässt es sich gut gehen – vom Geld der Versicherung. Da die Zahl der Versicherungsbetrügereien zunimmt, wappnen sich die Gesellschaften und prüfen genau nach, unter anderem mit Hilfe von Detektiven.

Denn für jeden Vierten ist es inzwischen durchaus vorstellbar, die Versicherung zu betrügen. Viele belassen es nicht einfach nur bei dem Gedankenspiel, sondern setzen es in die Tat um. Dabei geht es dann nicht ausschließlich um wenige hundert Euro für die Reparatur des Autos nach einem fingierten Unfall, sondern teilweise um fünf- und sechsstellige Summen. Vor allem dann, wenn die private Unfall- oder die Berufsunfähigkeitsversicherung betrogen soll. Der Kunde ist dann plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen, legt zweifelhafte Atteste vor und verlangt die vereinbarte Rente. Eine deutsche Detektei war mit einem solchen Fall betraut und lieferte der Versicherung nach wenigen Tagen den Beweis für die Betrugsabsicht. Der Mann lief im Haus quickfidel herum und mimte nur in der Öffentlichkeit den Schwerkranken.

Der Einsatz von Privatdetektiven rechnet sich für eine Versicherungsgesellschaft in den meisten Fällen, wenn Sachverständige keine eindeutige Aussage treffen können. Die Ermittler sprechen mit Zeugen, sehen sich vor Ort um und observieren die Verdächtigen. Nur auf diesem Weg lassen sich gerichtsverwertbare Beweise beschaffen. Das trifft auch zu, wenn die Krankenversicherung betrogen werden soll und Arbeiter offiziell krankfeiern, in Wirklichkeit aber einem Nebenjob nachgehen. Hier zählen dann Erfahrung und Ausdauer, um den Tätern auf die Schliche zu kommen. Nur so lässt sich der Schaden durch Versicherungsbetrug – immerhin vier Milliarden Euro im Jahr – eindämmen.

Detektive als Leitthema der Internationalen Kinder- und Jugendbuchausstellung in Duisburg

Sonntag, 07. September 2008

Kinder im Zeitalter von Internet, Anime und Fernsehen zum Lesen zu begeistern, ist eine Aufgabe, die viel Geduld, Fingerspitzengefühl und Kreativität verlangt. Eine Herausforderung, der man sich bei der 37. Internationalen Kinder- und Jugendbuchausstellung, kurz IKiBu, in Duisburg und Umgebung stellen wird. Am Thema sollte es nicht scheitern. In diesem Jahr dreht sich für die jungen Leseratten alles um das Thema Detektiv- und Krimigeschichten.

Vom 20. bis zum 25. Oktober laden die Stadt- und Bezirksbibliotheken zu insgesamt 170 Veranstaltungen, bei denen Jungen und Mädchen im Altern von drei bis 13 Jahren zuhören und selbst aktiv werden können. Ziel der Initiatoren: Die Bücherei zu einem spannenden Ort werden zu lassen. Hilfe erhalten sie dabei von Schauspielern und Autoren, die unter anderem aus der Computerkrimi-Reihe „Level 4“ vortragen werden. Zum umfangreichen Programm gehört auch eine Literaturwerkstatt unter dem Motto „Detektive, Gangsterjäger und andere Krimihelden“. Hier lernen Kinder Romanhelden wie Sherlock Holmes kennen und dürfen in einem Quiz in die Rolle des Ermittlers schlüpfen.

Dass die IKiBu ein Erfolg wird, daran gibt es schon jetzt keinen Zweifel. Privatdetektive und knifflige Fälle haben auf Kinder immer noch eine ungeheure Anziehungskraft. Sämtliche Veranstaltungen, die an Vormittagen stattfinden, sind bereits ausgebucht. Schulen und Kindertagesstätten nutzen die Gunst der Stunde und integrieren den Event in ihre Leseförderung. Für die Eltern sind noch Plätze frei. Doch auch hier sollte man sich beeilen. Informationen halten die Bibliotheken in Duisburg bereit.