Versicherungsbetrug sorgt für einen Schaden in Höhe von vier Milliarden Euro im Jahr

Auf den Schreibtischen der Versicherungssachbearbeiter landen Tag für Tag dutzende Schadensmeldungen, von denen viele nicht nur hanebüchen klingen, sondern schlichtweg nur ein Ziel haben: Geld zu machen. Vom Handy, das der Neffe fallen ließ, bis hin zu Gliedmaßen, die bei einem angeblichen Arbeitsunfall abgetrennt wurden – an Ideen mangelt es nicht, und seien sie noch so „dumm“. Einer der Klassiker, kürzlich wieder in Großbritannien aufgefallen: Mann oder Frau verschwinden auf hoher See, werden für tot erklärt und die Lebensversicherung muss bezahlen. Ein paar Jahre später taucht der Tote dann unter anderem Namen wieder auf und lässt es sich gut gehen – vom Geld der Versicherung. Da die Zahl der Versicherungsbetrügereien zunimmt, wappnen sich die Gesellschaften und prüfen genau nach, unter anderem mit Hilfe von Detektiven.

Denn für jeden Vierten ist es inzwischen durchaus vorstellbar, die Versicherung zu betrügen. Viele belassen es nicht einfach nur bei dem Gedankenspiel, sondern setzen es in die Tat um. Dabei geht es dann nicht ausschließlich um wenige hundert Euro für die Reparatur des Autos nach einem fingierten Unfall, sondern teilweise um fünf- und sechsstellige Summen. Vor allem dann, wenn die private Unfall- oder die Berufsunfähigkeitsversicherung betrogen soll. Der Kunde ist dann plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen, legt zweifelhafte Atteste vor und verlangt die vereinbarte Rente. Eine deutsche Detektei war mit einem solchen Fall betraut und lieferte der Versicherung nach wenigen Tagen den Beweis für die Betrugsabsicht. Der Mann lief im Haus quickfidel herum und mimte nur in der Öffentlichkeit den Schwerkranken.

Der Einsatz von Privatdetektiven rechnet sich für eine Versicherungsgesellschaft in den meisten Fällen, wenn Sachverständige keine eindeutige Aussage treffen können. Die Ermittler sprechen mit Zeugen, sehen sich vor Ort um und observieren die Verdächtigen. Nur auf diesem Weg lassen sich gerichtsverwertbare Beweise beschaffen. Das trifft auch zu, wenn die Krankenversicherung betrogen werden soll und Arbeiter offiziell krankfeiern, in Wirklichkeit aber einem Nebenjob nachgehen. Hier zählen dann Erfahrung und Ausdauer, um den Tätern auf die Schliche zu kommen. Nur so lässt sich der Schaden durch Versicherungsbetrug – immerhin vier Milliarden Euro im Jahr – eindämmen.

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