Dass Detektive, die in Kaufhäusern ihren Dienst tun, auch gefährlich leben, beweisen die vielen Polizeimeldungen über tätliche Angriffe. In dieser Woche hat beispielsweise die Tochter einer Ladendiebin zum Faustschlag ausgeholt. Sie traf einen anwesenden Polizisten. Dabei wollte der Beamte nur die Handtasche der Mutter durchsuchen. Selbst gefesselt trat die 34jährige noch um sich. Andere Täter beißen, rennen weg oder bewaffnen sich mit Latten, wenn sie gestellt werden. Todesdrohungen gegen Privatdetektive sind zum Glück eher selten, kommen aber vor, wie in Bad Segeberg.
Der Ermittler war einer Diebesbande in die Quere gekommen, allesamt Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Sie wurden von einem 34jährigen Kasachen, der sich jetzt vor dem Landgericht Kiel verantworten muss, von Juli 2007 bis März 2008 in die Kaufhäuser geschickt. 300 Fälle sind aktenkundig. Der Schaden aus den ersten 166 Fällen beläuft sich auf über 8.000 Euro. Lohn für die jungen Diebe waren Drogen und Zigaretten, mit denen der Chef sie abhängig machte. Er selbst finanzierte auf diese Weise seinen Lebensunterhalt und seine Drogensucht. Die mindestens 15 Mitglieder der Bande gingen sehr professionell vor. Einer sorgte dafür, dass die Überwachungskameras verdeckt waren, einer nahm die Waren und versteckte sie in einem Depot, andere sorgten von dort aus für den Abtransport. Das Sortiment reichte von Wimperntusche über Alkohol und Bekleidung bis hin zu Tabak.
Bei einer der Touren wurden die Jugendlichen und Kinder von einem Detektiv überrascht. Der Kasache war nicht weit, nahm eine Flasche, holte aus und drohte, den Ermittler zu töten. Selbst nachdem der Mann der Polizei ins Netz gegangen war, mit ihm eine Hehlerin und viele der Bandenmitglieder, droht der 34jährige vom Gefängnis aus noch jedem, der ihn verpfeift. Wirkung zeigt das anscheinend nicht mehr. Die meisten der Langfinger haben bereits gegen den Drahtzieher ausgesagt. Das Verfahren geht im Oktober in die nächste Runde.