Archiv für Oktober 2008

Lidl als Fördermitglied des Bundesverbandes Deutscher Detektive

Montag, 27. Oktober 2008

Seit der Überwachungsskandal bei Lidl publik wurde, hat sich einiges getan. Zwar wird der Discounter auch zukünftig nicht auf den Einsatz von Detektiven verzichten. Dafür setzt man jetzt auf Ermittler, die den Qualitätsstandards des Bundesverbandes Deutscher Detektive e.V. (BDD) genügen und somit gewährleisten, dass die „Spielregeln“ eingehalten werden. Diese Kehrtwende hat der Konzern schon vor einigen Monaten vollzogen und sich gleichsam als Fördermitglied des Verbandes angeboten. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von BDD und Lidl weisen beide Parteien auf die Eckdaten der Vereinbarung hin.

Lidl verpflichtet sich demnach, nur noch Detektive und Bewachungskräfte zu engagieren, die den Anforderungsprofilen des BDD entsprechen und wird bei der Vergabe von Aufträgen in erster Linie auf die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes zurückgreifen. Im Gegenzug bietet der BDD dem Unternehmen eine „Reihe von Serviceleistungen an und berät bei auftretenden Sach- und Fachfragen“, heißt es in der Mitteilung. „Der Bundesverband Deutscher Detektive begrüßt die mit Lidl getroffene Vereinbarung, auch als erstes Zeichen sichtbarer Unterstützung unseres Verbandes aus der deutschen Wirtschaft“, so BDD-Präsidentin Eveline Wippermann.

Auf Seiten von Lidl ist der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftrage Dr. Joachim Jacob dafür zuständig, dass ein neues, ganzheitliches Datenschutz- und Sicherheitskonzept implementiert wird. Die Fördermitgliedschaft beim BDD ist ein Teil dieses Konzeptes. Vorgesehen ist, dass Detektive und Sicherheitspersonal nur als „Ultima Ratio“, als letzte Möglichkeit, zur Aufdeckung von Straftaten herangezogen werden. Sollte dieser Fall eintreten, wird es laut Lidl ganz klare Vorgaben geben.

Auf die Fitness und Köpfchen kommt es an

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Detektive sollten fit sein. Für einen Marathonlauf muss es zwar nicht unbedingt reichen, doch für Kurz- und Mittelstrecken kann ein wenig Kondition nie schaden – selbst, wenn Verfolgungsjagden eher selten zum Alltag von Privatermittlern gehören. Dass es sich lohnt, ein wenig zu trainieren, und welche Folgen es haben kann, wenn man zu schnell aus der Puste kommt, beweist ein Fall in München. Ein Ladendieb wollte sich aus dem Staub machen und kam auch relativ weit, hatte vermutlich aber nicht mit der Hartnäckigkeit des Kaufhausdetektivs gerechnet, der ihm fast einen Kilometer auf den Fersen blieb.

Die Vorgeschichte ist wie bei vielen anderen Delikten, mit denen sich die Ermittler und auch die Polizei jeden Tag befassen müssen: Am Vormittag hatte der 45-jährige Mann das Neuperlacher Einkaufszentrum betreten und sich dort umgesehen. Seine Wahl fiel auf eine Lederjacke im Wert von 800 Euro. Statt sie ganz normal zur Kasse zu bringen, bar oder mit Karte zu bezahlen und sich dann über den Kauf zu freuen, ließ er das wertvolle Stück einfach mitgehen. Dabei wurde er von einem Ladendetektiv beobachtet. Auf die Tat angesprochen, wurde der Langfinger rabiat. Erst schlug er um sich, dann lief er weg.

Es sollte eine lange Jagd werden. 1.000 Meter schaffte der wohnungslose Pole. Danach ging gar nichts mehr. Der Mann erlitt einen Schwächeanfall. Die Festnahme, der Transport zum Krankenhaus und der Gang vor den Ermittlungsrichter waren reine Formalien. Einzig der Verbleib der Jacke ist ungeklärt. Unterwegs muss sich der 45-jährige des Diebesgutes entledigt haben. Wo und wann genau, ließ sich nicht feststellen. Wesentlich besser stellten sich auch zwei Ladendiebe in Ibbenbüren nicht an. Sie wollten ein Geschäft mit Videospielen im Wert von 2.000 Euro verlassen. Die Frau konnte der Detektiv aufhalten. Der Mann entkam und versuchte, sich zitternd in einem Gebüsch vor der Polizei zu verstecken.

Quantenphysik sorgt für abhörsichere Netzwerke

Freitag, 10. Oktober 2008

Quantenkryptographie lautet das Zauberwort für abhörsichere Kommunikation. Dieser Technik, die aktuell nur experimentell angewendet wird, gehört die Zukunft. Sie dürfte vor allem für Unternehmen von Interesse sein, bei denen es nicht um Rezepturen für leckere Brötchen, sondern um millionenschwere Entwicklungen beispielsweise im pharmazeutischen Bereich geht. Klassische Verschlüsselungstechniken bieten zwar Schutz, lassen sich mit Hilfe von leistungsstarken Computern jedoch knacken. Der Quantenphysik ist es zu verdanken, dass damit jetzt Schluss ist. Netzwerke werden durch sie absolut sicher.

Das liegt am Grundprinzip der Quantenphysik, wonach Objekte nur beobachtet werden können, indem man sie verändert – die so genannte Heisenbergesche Unschärferelation. Das neue Verfahren baut auf Photonen als Datenschlüssel, die sich aus einer zufälligen Abfolge von Einsen und Nullen ergeben. Jeder, der versucht, sich von außen in ein Netzwerk einzuschleusen, in dem alle Teilnehmer den gleichen Schlüsselcode haben, würde die Photonen beeinflussen und somit verändern. Das Ergebnis wäre ein falscher Schlüssel, mit dem der Spion nichts anfangen könnte. Gleichzeitig würde der Abhörversuch dadurch auffallen, dass die Signale sich ändern.

Bisher war es nur möglich, diese Technik zwischen zwei Teilnehmern zu nutzen. In Wien wurde jetzt erstmals ein Netzwerk von sechs Nutzern aufgebaut, die sich einem Umkreis von sechs bis 85 Kilometern befanden. Damit erbrachten die Forscher den Nachweis, dass auch eine Vernetzung möglich ist. Allerdings ist die Quantenkryptographie, die für alle elektronischen Informationen genutzt werden kann, mit 100.000 Euro noch relativ teuer. Ein weiterer Nachteil, an dem aber mit Hochdruck gearbeitet wird, ist die Geschwindigkeit. Die Übertragung ist relativ langsam und zurzeit über eine Strecke von maximal 100 Kilometern möglich. Eine Lösung soll in drei bis vier Jahren präsentiert werden, dann zu einem Preis von 10.000 Euro.