Quantenphysik sorgt für abhörsichere Netzwerke

Quantenkryptographie lautet das Zauberwort für abhörsichere Kommunikation. Dieser Technik, die aktuell nur experimentell angewendet wird, gehört die Zukunft. Sie dürfte vor allem für Unternehmen von Interesse sein, bei denen es nicht um Rezepturen für leckere Brötchen, sondern um millionenschwere Entwicklungen beispielsweise im pharmazeutischen Bereich geht. Klassische Verschlüsselungstechniken bieten zwar Schutz, lassen sich mit Hilfe von leistungsstarken Computern jedoch knacken. Der Quantenphysik ist es zu verdanken, dass damit jetzt Schluss ist. Netzwerke werden durch sie absolut sicher.

Das liegt am Grundprinzip der Quantenphysik, wonach Objekte nur beobachtet werden können, indem man sie verändert – die so genannte Heisenbergesche Unschärferelation. Das neue Verfahren baut auf Photonen als Datenschlüssel, die sich aus einer zufälligen Abfolge von Einsen und Nullen ergeben. Jeder, der versucht, sich von außen in ein Netzwerk einzuschleusen, in dem alle Teilnehmer den gleichen Schlüsselcode haben, würde die Photonen beeinflussen und somit verändern. Das Ergebnis wäre ein falscher Schlüssel, mit dem der Spion nichts anfangen könnte. Gleichzeitig würde der Abhörversuch dadurch auffallen, dass die Signale sich ändern.

Bisher war es nur möglich, diese Technik zwischen zwei Teilnehmern zu nutzen. In Wien wurde jetzt erstmals ein Netzwerk von sechs Nutzern aufgebaut, die sich einem Umkreis von sechs bis 85 Kilometern befanden. Damit erbrachten die Forscher den Nachweis, dass auch eine Vernetzung möglich ist. Allerdings ist die Quantenkryptographie, die für alle elektronischen Informationen genutzt werden kann, mit 100.000 Euro noch relativ teuer. Ein weiterer Nachteil, an dem aber mit Hochdruck gearbeitet wird, ist die Geschwindigkeit. Die Übertragung ist relativ langsam und zurzeit über eine Strecke von maximal 100 Kilometern möglich. Eine Lösung soll in drei bis vier Jahren präsentiert werden, dann zu einem Preis von 10.000 Euro.

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