Auf die Fitness und Köpfchen kommt es an

Detektive sollten fit sein. Für einen Marathonlauf muss es zwar nicht unbedingt reichen, doch für Kurz- und Mittelstrecken kann ein wenig Kondition nie schaden – selbst, wenn Verfolgungsjagden eher selten zum Alltag von Privatermittlern gehören. Dass es sich lohnt, ein wenig zu trainieren, und welche Folgen es haben kann, wenn man zu schnell aus der Puste kommt, beweist ein Fall in München. Ein Ladendieb wollte sich aus dem Staub machen und kam auch relativ weit, hatte vermutlich aber nicht mit der Hartnäckigkeit des Kaufhausdetektivs gerechnet, der ihm fast einen Kilometer auf den Fersen blieb.

Die Vorgeschichte ist wie bei vielen anderen Delikten, mit denen sich die Ermittler und auch die Polizei jeden Tag befassen müssen: Am Vormittag hatte der 45-jährige Mann das Neuperlacher Einkaufszentrum betreten und sich dort umgesehen. Seine Wahl fiel auf eine Lederjacke im Wert von 800 Euro. Statt sie ganz normal zur Kasse zu bringen, bar oder mit Karte zu bezahlen und sich dann über den Kauf zu freuen, ließ er das wertvolle Stück einfach mitgehen. Dabei wurde er von einem Ladendetektiv beobachtet. Auf die Tat angesprochen, wurde der Langfinger rabiat. Erst schlug er um sich, dann lief er weg.

Es sollte eine lange Jagd werden. 1.000 Meter schaffte der wohnungslose Pole. Danach ging gar nichts mehr. Der Mann erlitt einen Schwächeanfall. Die Festnahme, der Transport zum Krankenhaus und der Gang vor den Ermittlungsrichter waren reine Formalien. Einzig der Verbleib der Jacke ist ungeklärt. Unterwegs muss sich der 45-jährige des Diebesgutes entledigt haben. Wo und wann genau, ließ sich nicht feststellen. Wesentlich besser stellten sich auch zwei Ladendiebe in Ibbenbüren nicht an. Sie wollten ein Geschäft mit Videospielen im Wert von 2.000 Euro verlassen. Die Frau konnte der Detektiv aufhalten. Der Mann entkam und versuchte, sich zitternd in einem Gebüsch vor der Polizei zu verstecken.

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