Archiv für Dezember 2008

Frau von Promi-Detektiv Pelicano dreht Reality-Serie

Dienstag, 16. Dezember 2008

15 Jahre lang muss Anthony Pelicano, in den Vereinigten Staaten bekannt als Privatdetektiv der Stars, ins Gefängnis. Damit wurde jetzt ein Schlussstrich unter das Verfahren gegen den 64-jährigen gezogen. Der Ermittler hatte immer wieder zu illegalen Methoden gegriffen, um Ergebnisse präsentieren zu können. Dabei schreckte er auch nicht davor zurück, Telefongespräche abzuhören oder Journalisten zu bedrohen. Über 70 Fälle waren gegen Pelicano anhängig, in denen die Jury ihn schon vor Monaten für schuldig befand. Prominenteste Opfer des Detektivs sind Gary Shandling und Sylvester Stallone.

Während der Mann nun hinter schwedische Gardinen wandert, sorgt seine Frau für Schlagzeilen. Die Familie Pelicano scheint das Rampenlicht zu genießen. Anders lässt sich nicht erklären, warum Kat Pelicano und ihre drei Töchter Alana, Tori und Josi mit Unterstützung von Zoo Productions eine Reality-Serie drehen. In den Hauptrollen die vier Damen, die versuchen, in die Fußstapfen des Ehegatten bzw. Vaters zu treten und eine Detektei aufzubauen. Den Grundstock haben sie schließlich – wobei die Kundendatei keinen Cent mehr wert sein dürfte –, ebenso ein paar offene Forderungen vom ehemaligen Brötchenverdiener, die für das nötige Startkapital sorgen sollen.

Die Schritte hin zur eigenen Firma werden in der ersten Staffel thematisiert. Serienexperten sehen das Projekt zwischen „Charlies Angels“ und „Keeping up with the Kardashians“ angesiedelt. Ob es sich verkaufen lässt, muss sich zeigen. Die Werbetrommel wird zwar kräftig gerührt. Angebissen hat bislang noch kein Sender. Dabei hat Kat Pelicano es bitter nötig, dass die Serie gekauft wird. Denn so langsam geht ihr das Geld aus. Auf prominente Hilfe oder Befürworter darf sie nicht hoffen. Dafür hat ihr Mann zu viel verbrannte Erde hinterlassen.

Speziell für Spione: unsichtbare Tinte und eine Stimme wie ein Alien

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Autos mit Raketenwerfer, Schirme mit Maschinengewehr oder Uhren, die Giftpfeile abschießen und Stahl schmelzen – das macht James Bond aus. Die vielen kleinen Allzweckwaffen, die der geniale „Q“ dem Geheimagenten in seiner Werkstatt „gebastelt“ hat, haben zumindest Witz. Wenn man nun aber sieht, was diverse Geschäfte für Detektivausrüstungen im Namen von 007 anbieten, kann man nur den Kopf schütteln. Vielleicht haben die Entwickler zu lange und zu oft vor dem Fernseher gesessen oder sie lassen ganz einfach ihre Kindheit wieder aufleben. Denn Nachwuchs-Spione kann man mit den Produkten durchaus begeistern. Detektive würden sich damit eher lächerlich machen und ihre Kunden verschrecken.

Beispiel Nummer eins aus dem Detektivbedarf: Der Kugelschreiber mit unsichtbarer Tinte. Geheime Botschaften – das erinnert an die fünf Freunde und die drei Fragezeichen. Die haben noch Zitronensaft aufs Papier gepinselt und mit Hilfe einer Kerze die Buchstaben „zum Leben erweckt“. Jetzt gibt es Hightech. Einen hübschen Stift mit Clip, damit er immer und überall dabei ist. Die Artikelbeschreibung nennt auch gleich ein paar Beispiele, für welche Zwecke der Kuli geeignet ist. Codes und Passwörter sollen auf diese Weise absolut sicher und geheim notiert werden können. Erst mit Hilfe der Mini-UV-Lampe (die für einen Euro aus dem Restpostenmarkt, die so hübsch blau leuchtet) kann man die Schrift wieder lesen. Für knapp 30 Euro ein echtes Schnäppchen.

In einer ähnlichen Preisklasse rangiert der Sprachverzerrer, ebenfalls aus dem umfangreichen Sortiment eines Shops für Detektive. Sieht aus wie ein Schlüsselanhänger, soll aber wahre Wunder wirken, wenn man am Telefon nicht erkannt werden möchte. Das gute alte Taschentuch über dem Hörer reicht also nicht mehr. Jetzt kann man mit einem Knopfdruck wie ein Roboter plappern oder als Alien seine Forderungen stellen. Da hat man die Qual der Wahl. Gleich acht unterschiedliche Varianten lassen sich einstellen. Ob moderne Geräte zur Stimm-Entschlüsselung die Verzerrungen wieder auflösen können – das wird nicht verraten.

Von Trickbetrügern und Ladendieben

Samstag, 06. Dezember 2008

In der Weihnachtszeit hat der Fünffinger-Rabatt Hochkonjunktur. Die Geschäfte sind voll. Überall drängen sich Menschen vor Regalen, um Ständer und Wühlkisten. Für die Mitarbeiter, die beraten und kassieren, Stress pur. Auch die Detektive, die für Sicherheit sorgen und ein Auge auf mögliche Langfinger haben sollen, leisten echte Schwerstarbeit – dabei erwischen sie längst nicht jeden. In der Bundesrepublik werden Jahr für Jahr Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro gestohlen – laut offizieller Zahlen. Inoffiziell müssen noch rund 30 Millionen Ladendiebstähle hinzugerechnet werden, mit einem Warenwert von jeweils 60 Euro. Das wirkt sich auf die Preise aus. Denn die Kosten für die Warensicherung steigen kontinuierlich.

Deshalb ist es eher unverständlich, dass Sicherheitspersonal abgebaut wird und immer weniger Detektive in den Geschäften unterwegs sind. Gerade in der Adventszeit müsste eigentlich Personal aufgestockt werden, um überhaupt eine Chance zu haben. Dass es sich lohnt, einen Ladendetektiv zu engagieren, zeigt ein Fall aus Lohr. Die Sicherheitsfachkraft beobachtete einen Kunden, der Kosmetika in die Hosentasche steckte. Darauf angesprochen, reagierte der Mann relativ ruhig. Er legte zwei Quittungen vor, jedoch aus anderen Geschäften, in denen er die Waren gekauft haben will. Die Polizei fand später noch weitere Belege im Auto des Kunden, der als Berufsbetrüger geoutet wurde. Er gehörte einer Bande an, die Artikel kauft, die Kassenzettel kopiert, die gleichen Gegenstände dann mehrfach stiehlt, um sie gegen Vorlage der kopierten Belege in Bargeld umzutauschen. Ein Tipp der Polizei: Umtausch nur gegen Originalkassenzettel und immer die Personalien der Person notieren.

Vorsichtig sein sollte man übrigens auch, an wen man sich wendet, wenn man einen Detektiv benötigt, und vor allem, wie man nach einer Detektei sucht. Eine Kleinanzeige mit der Bitte, ein Ermittler möge sich melden, ist dabei der denkbar schlechteste Weg. Das musste auch eine Frau aus Nürnberg einsehen. Sie war schon einmal einem Betrüger auf den Leim gegangen und hatte viel Geld verloren. Jetzt geriet sie erneut an einen Hochstapler, der sich als Privatdetektiv vorstellte und ihr in dem Betrugsfall helfen wollte. Doch stattdessen hielt er die Hand für Leistungen auf, die nie erbracht wurden, und kassierte mehrere tausend Euro. Also: Lieber gezielt nach einem Detektiv suchen und sich vorher über dessen Leistungsspektrum und Reputation informieren.

Moonlight – Vampir-Detektiv erreicht Spitzen-Quote

Montag, 01. Dezember 2008

Krimis im TV haben schon immer für recht hohe Einschaltquoten gesorgt. Waren es anfangs die Tatorte am Sonntagabend im Ersten und die Krimireihen am Freitag im ZDF, hat inzwischen jeder Sender eine Serie, in der Kommissare, Tatortermittler nach dem Vorbild der CSI-Spezialisten oder Detektive auf Spurensuche gehen. Das Bild der Privatdetektive reicht dabei von smart bis hart und von seriös bis halbseiden. ProSieben versucht es jetzt erneut mit einer ganz speziellen Art des Detektivs: Einem Untoten, besser bekannt als Vampir. „Moonlight“ heißt die neue Serie am Montagabend. Die Idee des Ermittlers mit Reißzähnen gab es schon einmal. Damals ging Angel auf die Jagd nach Seinesgleichen und Dämonen.

In Moonlight heißt der Hauptdarsteller Mick St. John – gespielt von Alex O’Loughlin –, der als Privatdetektiv Buße für sein Leben als Monster tut und den Menschen hilft. Unterstützt wird er dabei von seinem Artgenossen Josef (Jason Dohring) und der Internetreporterin Beth Turner (Sophia Myles). Moonlight wäre keine moderne Serie, wenn es nur darum ginge, das Böse zu jagen und am Ende jeder Folge die Welt ein Stückchen besser gemacht zu haben. Beth und Mick verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die für einen zusätzlichen roten Faden sorgt. Die Ex-Frau des Detektivs, die ihn in der Hochzeitsnacht biss und zum Vampir machte, entführte die Reporterin im Alter von vier Jahren, um ihren Mann für sich zurückzugewinnen.

Mit der ersten Folge der Serie, die im September 2007 in den USA an den Start ging, konnte ProSieben gleich punkten. Der Münchner Privatsender erreichte einen Marktanteil von 15,3 Prozent. Besonders begehrt scheint der untote Detektive bei den jüngeren Zuschauern zu sein. Die 14- bis 29jährigen entschieden sich laut Statistik zu 21,7 Prozent für „Moonlight“. Das zeigt einmal mehr: Privatdetektive sind in, wenn sie dann noch ein kleines Geheimnis umgibt – umso besser.