Von Trickbetrügern und Ladendieben

In der Weihnachtszeit hat der Fünffinger-Rabatt Hochkonjunktur. Die Geschäfte sind voll. Überall drängen sich Menschen vor Regalen, um Ständer und Wühlkisten. Für die Mitarbeiter, die beraten und kassieren, Stress pur. Auch die Detektive, die für Sicherheit sorgen und ein Auge auf mögliche Langfinger haben sollen, leisten echte Schwerstarbeit – dabei erwischen sie längst nicht jeden. In der Bundesrepublik werden Jahr für Jahr Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro gestohlen – laut offizieller Zahlen. Inoffiziell müssen noch rund 30 Millionen Ladendiebstähle hinzugerechnet werden, mit einem Warenwert von jeweils 60 Euro. Das wirkt sich auf die Preise aus. Denn die Kosten für die Warensicherung steigen kontinuierlich.

Deshalb ist es eher unverständlich, dass Sicherheitspersonal abgebaut wird und immer weniger Detektive in den Geschäften unterwegs sind. Gerade in der Adventszeit müsste eigentlich Personal aufgestockt werden, um überhaupt eine Chance zu haben. Dass es sich lohnt, einen Ladendetektiv zu engagieren, zeigt ein Fall aus Lohr. Die Sicherheitsfachkraft beobachtete einen Kunden, der Kosmetika in die Hosentasche steckte. Darauf angesprochen, reagierte der Mann relativ ruhig. Er legte zwei Quittungen vor, jedoch aus anderen Geschäften, in denen er die Waren gekauft haben will. Die Polizei fand später noch weitere Belege im Auto des Kunden, der als Berufsbetrüger geoutet wurde. Er gehörte einer Bande an, die Artikel kauft, die Kassenzettel kopiert, die gleichen Gegenstände dann mehrfach stiehlt, um sie gegen Vorlage der kopierten Belege in Bargeld umzutauschen. Ein Tipp der Polizei: Umtausch nur gegen Originalkassenzettel und immer die Personalien der Person notieren.

Vorsichtig sein sollte man übrigens auch, an wen man sich wendet, wenn man einen Detektiv benötigt, und vor allem, wie man nach einer Detektei sucht. Eine Kleinanzeige mit der Bitte, ein Ermittler möge sich melden, ist dabei der denkbar schlechteste Weg. Das musste auch eine Frau aus Nürnberg einsehen. Sie war schon einmal einem Betrüger auf den Leim gegangen und hatte viel Geld verloren. Jetzt geriet sie erneut an einen Hochstapler, der sich als Privatdetektiv vorstellte und ihr in dem Betrugsfall helfen wollte. Doch stattdessen hielt er die Hand für Leistungen auf, die nie erbracht wurden, und kassierte mehrere tausend Euro. Also: Lieber gezielt nach einem Detektiv suchen und sich vorher über dessen Leistungsspektrum und Reputation informieren.

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