Österreichische Detektive jagen Grabstein-Werber

Fälle aufzuklären, in denen es um den Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs geht, gehört für Detektive zum beruflichen Alltag. In Österreich wurde jetzt ein entsprechender Auftrag erteilt, der etwas aus der Reihe tanzt: Es geht um Werbung auf Friedhöfen. Die Bundesinnung der Steinmetze will mit Hilfe von Privatermittlern den schwarzen Schafen der Branche einen Strich durch die Rechnung machen. In der Steiermark war die Innung mit ihrer Strategie bereits erfolgreich. Jetzt soll in ganz Österreich Ruhe auf den Gräbern einkehren.

Schließlich steht der gute Ruf der Steinmetze auf dem Spiel, wenn plötzlich flächendeckend Visitenkarten an den Grableuchten stehen oder Flyer auf Urnengräbern verteilt werden. Diese Pietätlosigkeit ärgert nicht nur die Betriebe, die die Totenruhe respektieren und auf diskretere Art und Weise für sich werben, sondern in erster Linie die Hinterbliebenen. Da das Phänomen in Österreich offensichtlich immer mehr um sich greift, wird jetzt konsequent gegen den unlauteren (und geschmacklosen) Wettbewerb vorgegangen. Dort, wo die Aktion bereits greift, befinden sich Plakate auf den Friedhöfen mit einem Hinweis auf die Detektei und eine kostenlose Rufnummer.

Sobald eine Beschwerde eingeht, kümmern sich die Ermittler um den Vorfall. Ihre Aufgabe ist es, den Urheber der Werbung ausfindig zu machen. Das sollte nicht allzu schwer sein, da Visitenkarten ohne Adresse wenig Sinn machen. Sind alle Fakten beieinander und genügend Beweise gesammelt, wird Klage gegen die Grabstein-Werber eingereicht. Normalerweise müssten die schwarzen Schafe mit einer einfachen Verwaltungsstrafe rechnen, die bei ungefähr 2.000 Euro liegt. Das wäre zu verschmerzen, wenn über die Promotion-Tour auf dem Friedhof zumindest ein oder zwei Kunden gewonnen werden. Da es sich aber um eine Klage nach dem Unlauteren-Wettbewerbs-Gesetz handelt, werden bei einem Schuldspruch bis zu 30.000 Euro fällig.

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