Schläge für den Detektiv und Schnaps für die Kumpel

Detektive müssen hartgesotten sein. Insbesondere dann, wenn sie in Kaufhäusern ihren Dienst verrichten. Sie haben es ständig mit „Kunden“ zu tun, deren Zahlungsmoral einiges zu wünschen übrig lässt. Einsicht, dass der Fünf-Finger-Rabatt der falsche Weg ist, zeigen die wenigsten Ladendiebe. Statt die Tat einfach zuzugeben, wird geweint, geschlagen, geflucht, gelogen oder man such sein Heil in der Flucht. Besser wird es für die Verdächtigen dadurch nicht. Schon gar nicht, wenn sie ihren kostenfreien Einkauf mit der Faust verteidigen. Ein 31jährigen ließ es in Hagen auf einen Versuch ankommen, scheiterte aber kläglich.

Er hatte in einem Supermarkt mehrere Schachteln Zigaretten eingesteckt und wurde dabei von einem Detektiv beobachtet. Auf den Diebstahl angesprochen, gab der Mann Fersengeld, schaffte aber nur ein paar Meter. Der Kaufhausdetektiv packte ihn, riss ihn zu Boden und musste dabei einige Schläge einstecken. Erst als ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes eingriff und der Sicherheitskraft half, konnte der 31-jährige gestellt werden. Wieder im Geschäft, musste er seine Taschen leeren. Neben den Zigaretten hatte der Mann auch mehrere Nassrasierer und eine Jacke mitgehen lassen. Die Erklärung, er habe die Sachen in einem anderen Laden gekauft, glaubten angesichts fehlender Belege weder die Polizisten noch der Detektiv.

Immerhin waren die Gegenstände bei dem 31-jährigen nur für den Eigenbedarf bestimmt. Anders bei einem Jungen von gerade einmal zwölf Jahren, der in Tannhausen gestellt wurde. Bei ihm fand ein Kaufhausdetektiv Spirituosen im Wert von über 60 Euro, die allesamt in der Innentasche der Jacke versteckt waren. Der Schüler gab offen zu, nicht das erste Mal geklaut zu haben. Zusammen mit einem Kumpel habe er schon mehrfach Zigaretten, Zigarillos und Schnaps an der Kasse vorbei geschmuggelt. Das Diebesgut hätten sie dann an ihre Freunde verkauft oder selbst konsumiert. Welche Strafe die Eltern sich für den Minderjährigen überlegt haben, darüber schweigt der Polizeibericht.

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