Archiv für April 2009

Technik und Online-Pranger – effektiv gegen Ladendiebe vorgehen

Donnerstag, 30. April 2009

Detektive, die in Kaufhäusern und Elektromärkten arbeiten, haben einen krisensicheren Job. Es gibt immer wieder Menschen, die aus der Not heraus, wegen des Nervenkitzels oder krankhaft „lange Finger“ machen. Über zu wenig Abwechslung können sich die Sicherheitsfachkräfte jedenfalls nicht beklagen. Seit die Finanzkrise auch die Geldbeutel der Bürger erreicht hat, nimmt die Zahl der Delikte deutlich zu. Die WAZ-Mediengruppe zitiert dazu einen Ladendetektiv, der beinahe mehr Zeit als Zeuge vor Gericht als im Einkaufsmarkt verbringt: „Die Fälle von Diebstahl häufen sich in letzter Zeit derart, da macht man sich kein Bild von.“

Eingesteckt wird alles, was unter die Jacke oder in die Taschen passt. Vorgegangen wird dabei entweder sehr dreist, übervorsichtig oder eher verschämt. Den Detektiven ist in dieser Hinsicht nichts fremd. Sie wissen, worauf sie achten müssen. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit von modernen Videoüberwachungsanlagen. Selbst kleinste Schilder lassen sich dank der Technik heran zoomen. Wird jemand dabei gefilmt, wie er gerade eine Flasche Schnaps oder einen Flakon Parfum einsteckt, wird die Szene gleich auf CD gebrannt und dient später als Beweismittel. Das größte Problem für die Sicherheitskräfte besteht darin, wenn Ladendiebe handgreiflich werden, sobald man sie auf den Diebstahl anspricht.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wie in den Niederlanden gegen die Diebe vorzugehen. Dort werden Langfinger an den Pranger gestellt. Nicht in der Form, dass wütender Pöbel mit Tomaten werfen darf, sondern online und nur für die Geschäftsinhaber zugänglich. In Enschede nehmen 300 Läden teil. Wer zum ersten Mal erwischt wird, erhält die gelbe Karte und eine Anzeige. Beim zweiten Mal wird ein Platzverweis in Form eines einjährigen Hausverbots in allen Läden ausgesprochen, die sich dem Projekt angeschlossen haben. Um zu sehen, wer auf der Liste steht, werden die Ladendiebe mit Foto in einem passwortgeschützten Internetportal veröffentlicht. Betritt man dennoch einen der Läden, droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Das wirkt und zeigt schon erste Erfolge – wenngleich die deutschen Datenschützer gar nicht begeistert sind.

Nur aufgrund des Berufes haben Detektive keinen Anspruch auf einen Waffenschein

Donnerstag, 23. April 2009

Im Fernsehen greifen Detektive bei Gefahrensituationen einfach ins Handschuhfach ihres geländegängigen Fahrzeugs, schnappen sich eine Pistole und halten den Verdächtigen so lange in Schach, bis die Handfesseln sitzen. Soweit die Fiktion aus dem Blickwinkel der Drehbuch- und Krimiautoren. In der Realität sieht es ganz anders aus. Für Privatdetektive gilt wie für jeden anderen Bürger auch: Um eine Schusswaffe bei sich tragen zu dürfen, müssen sie einen so genannten Waffenschein haben. Das Dokument wird nur auf Antrag ausgestellt, wenn plausibel erklärt werden kann, weshalb eine Waffe benötigt wird. Zudem muss der Schein jährlich verlängert und neu begründet werden. Angesichts immer strengerer waffenrechtlicher Vorschriften reicht der Hinweis, als Privatermittler häufiger möglichen Gefahren ausgesetzt zu sein, dazu nicht aus – sagt das Verwaltungsgericht Stuttgart (Aktenzeichen 5 K 2895/08 vom 10. März 2009).

Verhandelt wurde die Klage eines Privatdetektivs gegen die Stadt Stuttgart. Der Mann arbeitet seit 1974 in der Branche und hatte sich 1976 zum ersten Mal um einen Waffenschein bemüht. Seinerzeit wurde ihm die Erlaubnis problemlos erteilt. Auch in den Folgejahren wurde der Schein immer wieder anstandslos verlängert, bis Juli 2007. Da lehnte die Stadt das Begehren des Detektivs ab. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe den Wunsch nach einem Waffenschein alleine nicht rechtfertige. Auch die Begründung des Ermittlers, dass er regelmäßig „gefahrgeneigte Aufträge“ erledige und schon einmal mit dem Baseballschläger bedroht worden sei, reichte der Behörde nicht aus.

Bestätigt wurde die Sichtweise der Stadt Stuttgart vom Verwaltungsgericht. Der Detektiv habe sein Bedürfnis, eine Waffe tragen zu müssen, nicht glaubhaft darlegen können. Weder durch den Beruf noch seine Auftraggeber ließe sich das Anrecht auf einen Waffenschein begründen. Die Gefahr für Leib und Leben sei bei ihm nicht größer als bei jedem anderen Bürger auch. Zur möglichen Minderung dieser Gefahr werde keine Waffe benötigt. Laut Aussage des Stuttgarter Polizeipräsidenten konnten in der Landeshauptstadt ohnehin keine Gefährdungssachverhalte für Privatdetektive ausgemacht werden. Eine Ausnahme bildeten lediglich die Kaufhausdetektive. Die Richter machten dem Kläger unmissverständlich deutlich, dass es keiner Waffe bedarf, um der Tätigkeit als Detektiv nachgehen zu können.

IT-Sicherheitstag 2009 – IT-Sicherheit wird vernachlässigt

Dienstag, 14. April 2009

Die Finanzkrise zeigt ihre hässliche Fratze inzwischen in allen Bereichen. Sie sorgt zum einen dafür, dass Banken und Firmen gewaltig ins Trudeln geraten. Zum anderen setzt sie kriminelles Potenzial frei, das selbst einigermaßen „gesunden“ Unternehmen den Boden unter den Füßen wegreißen kann. Der IT-Sicherheitstag 2009, veranstaltet von der TÜV Rheinland help AG, bestätigte einmal mehr, dass der Bereich Informationssicherheit in vielen Betrieben eher stiefmütterlich behandelt wird. Die nötige Technik sei zwar vorhanden. Vergessen werde aber, dass auch Maßnahmen zur Organisation und das Personal betreffend nötig seien, um auf Nummer sicher zu gehen.

Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Mitarbeiter aus Angst um den Job und die eigene Zukunft zum Risikofaktor werden. Laut Sören Kroh, Vorstand der TÜV Rheinland help AG, steige die Zahl der Vorfälle rapide. Frust führe zu Nachlässigkeit und sei häufig der Grund für Sabotageakte. Auch in der Form, dass firmeninterne Daten an die Konkurrenz verkauft werden. Denn mit Wirtschaftsspionage lasse sich derzeit sehr viel Geld verdienen. Diese Entwicklung beobachtet auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Den Angaben der Behörde zufolge nimmt die Zahl der Wirtschaftsdelikte, bei denen es ausschließlich darum gehe, Wettbewerbsvorteile zu erlangen, deutlich zu.

Doch nicht nur von innen, sondern auch von außen droht zunehmend Gefahr. Die Internetkriminalität erlebe eine bis dahin nicht gekannte Professionalisierung, heißt es im Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland. Für Privatanwender und Unternehmen steige das Risiko, gezielt ausspioniert zu werden. Die Verluste, die auf das Konto von Schadprogrammen gehen, hätten inzwischen die Milliardengrenze überschritten. Abgesehen von den Kosten, die durch Viren und Spionage entstünden, sorgten die Übergriffe zusätzlich für einen Imageschaden. Firmen, die ihre Marktposition dauerhaft halten wollen, raten die Experten, in die Sicherheit ihrer Systeme zu investieren.

Technik und Online-Pranger – effektiv gegen Ladendiebe vorgehen

Dienstag, 07. April 2009

Detektive, die in Kaufhäusern und Elektromärkten arbeiten, haben einen krisensicheren Job. Es gibt immer wieder Menschen, die aus der Not heraus, wegen des Nervenkitzels oder krankhaft „lange Finger“ machen. Über zu wenig Abwechslung können sich die Sicherheitsfachkräfte jedenfalls nicht beklagen. Seit die Finanzkrise auch die Geldbeutel der Bürger erreicht hat, nimmt die Zahl der Delikte deutlich zu. Die WAZ-Mediengruppe zitiert dazu einen Ladendetektiv, der beinahe mehr Zeit als Zeuge vor Gericht als im Einkaufsmarkt verbringt: „Die Fälle von Diebstahl häufen sich in letzter Zeit derart, da macht man sich kein Bild von.“

Eingesteckt wird alles, was unter die Jacke oder in die Taschen passt. Vorgegangen wird dabei entweder sehr dreist, übervorsichtig oder eher verschämt. Den Detektiven ist in dieser Hinsicht nichts fremd. Sie wissen, worauf sie achten müssen. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit von modernen Videoüberwachungsanlagen. Selbst kleinste Schilder lassen sich dank der Technik heran zoomen. Wird jemand dabei gefilmt, wie er gerade eine Flasche Schnaps oder einen Flakon Parfum einsteckt, wird die Szene gleich auf CD gebrannt und dient später als Beweismittel. Das größte Problem für die Sicherheitskräfte besteht darin, wenn Ladendiebe handgreiflich werden, sobald man sie auf den Diebstahl anspricht.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wie in den Niederlanden gegen die Diebe vorzugehen. Dort werden Langfinger an den Pranger gestellt. Nicht in der Form, dass wütender Pöbel mit Tomaten werfen darf, sondern online und nur für die Geschäftsinhaber zugänglich. In Enschede nehmen 300 Läden teil. Wer zum ersten Mal erwischt wird, erhält die gelbe Karte und eine Anzeige. Beim zweiten Mal wird ein Platzverweis in Form eines einjährigen Hausverbots in allen Läden ausgesprochen, die sich dem Projekt angeschlossen haben. Um zu sehen, wer auf der Liste steht, werden die Ladendiebe mit Foto in einem passwortgeschützten Internetportal veröffentlicht. Betritt man dennoch einen der Läden, droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Das wirkt und zeigt schon erste Erfolge – wenngleich die deutschen Datenschützer gar nicht begeistert sind.

Berlin: Detektiv-Spiele in den Osterferien

Dienstag, 07. April 2009

Damit in den Osterferien keine Langeweile aufkommt, hat sich das FEZ-Berlin etwas Besonderes einfallen lassen. Alle Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind eingeladen, sich unter dem Motto „Auf geheimnisvollen Spuren“ in der Detektiv-Akademie ausbilden zu lassen und in die Fußstapfen von Sherlock Holmes zu treten. Der britische Privatermittler empfängt die jungen Detektive höchstpersönlich in der Bakerstreet 221b und erzählt gemeinsam mit seinem Freund Dr. Watson von den spannendsten Fällen.

Sämtliche Schauplätze der Ferienaktion sind im fiktiven London angesiedelt. Für die jüngsten Gäste steht in „London-Kingston“ ein Spielplatz bereit. Wer seine Fitness, das Gehirn und die Sinne trainieren möchte, um bestens für die Ermittlungsarbeit gerüstet zu sein, ist in der Sporthalle in „London-Harrow“ genau richtig. Das nötige Fachwissen vermitteln die Akademie und die Detektiv-Werkstatt in „London-Enfield“. Hier können sich die Jungen und Mädchen an Phantombildern versuchen, einen „Um-die-Ecke-Gucker“ basteln und verschiedene Tarnungen ausprobieren. Nachhilfe gibt es auch im Detektivbüro der „Drei Cleveren“ in „London-Bromley“.

Umsetzen lässt sich das Erlernte dann in „London-Bexley“, wo gleich mehrere Stationen auf die Teilnehmer warten. Der Stadtteil ist berüchtigt für seine Unterwelt. Hier treffen die Undercover-Detektive auf finstere Gestalten. Den ersten eigenen Fall können die Kinder im Ägyptischen Museum klären. Ihre Aufgabe ist es, Spuren auszuwerten und festzustellen, woran der Pharao gestorben ist. Das verspricht Spannung pur. Geöffnet hat das EZB (An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin) sonntags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 2,00 Euro und für Familien 6,50 Euro.

Die Stadt Graz engagiert im Kampf gegen wilde Mülldeponien einen Detektiv

Donnerstag, 02. April 2009

Müll ist ein schmutziges Geschäft. Vor allem dann, wenn der Unrat nicht in Tonnen, Containern oder bei öffentlichen Sammelstellen entsorgt wird, sondern auf wilden Deponien landet. Viele Gemeinden können ein Lied davon singen. Sie finden beinahe täglich neue Ecken, in denen sich der Abfall türmt. Angestellte der Entsorgungsbetriebe oder des Ordnungsamtes durchforsten diese Müllberge, um Hinweise auf die Verursacher zu finden. Glück haben sie dabei nur selten. In der Steiermark will man die Schmutzfinken nun in flagranti erwischen und hat deshalb einen Privatermittler engagiert. Er legt sich in Graz auf die Lauer und observiert die bekannten Plätze, an denen Uneinsichtige sich ihres Mülls entledigen.

Die Dreistigkeit, mit der dabei vorgegangen wird, ist der Stadt Graz schon lange ein Dorn im Auge. Dort, wo eigentlich Altpapier abgegeben werden soll, stehen regelmäßig auch Kühlschränke und alte Matratzen. Drei Lastwagen sind jeden Tag im Einsatz, nur um diesen Unrat zu entsorgen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund eine Millionen Euro im Jahr. Angesichts knapper Kasse eine enorme Belastung, auf die man mit einer eher ungewöhnlichen Maßnahme reagiert. Die Stadt hat einen Detektiv beauftragt. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen ist er unterwegs und überwacht einige der Sammelstellen, die ständig missbraucht werden.

Denn es ist beileibe kein Kavaliersdelikt mehr, seinen Dreck nicht in die eigene Tonne zu packen oder gewissenhaft zu entsorgen. Der Einsatz des Privatermittlers und die drastischen Strafen, die drohen, sollen das Bewusstsein der Bürger diesbezüglich ein wenig schärfen. Wer dabei erwischt wird, wie er seinen Abfall einfach abstellt, muss mit Strafen bis zu 30.000 Euro rechnen. Lange fackeln will die Stadt Graz dabei nicht. Jeder Fall werde direkt an die Behörden übergeben, erklärt Gerhard Egger, Chef der Wirtschaftsbetriebe. Er rechnet damit, dass unter den „Tätern“ auch einige Bürger aus der Umgebung von Graz sind, die auf dem Weg zur Arbeit einen Zwischenstopp einlegen und ihre Abfall auf elegante Weise loswerden wollen. Demnächst werden sie dabei fotografiert – und dann wird die vermeintliche kostengünstige Variante richtig teuer.