Die Stadt Graz engagiert im Kampf gegen wilde Mülldeponien einen Detektiv

Müll ist ein schmutziges Geschäft. Vor allem dann, wenn der Unrat nicht in Tonnen, Containern oder bei öffentlichen Sammelstellen entsorgt wird, sondern auf wilden Deponien landet. Viele Gemeinden können ein Lied davon singen. Sie finden beinahe täglich neue Ecken, in denen sich der Abfall türmt. Angestellte der Entsorgungsbetriebe oder des Ordnungsamtes durchforsten diese Müllberge, um Hinweise auf die Verursacher zu finden. Glück haben sie dabei nur selten. In der Steiermark will man die Schmutzfinken nun in flagranti erwischen und hat deshalb einen Privatermittler engagiert. Er legt sich in Graz auf die Lauer und observiert die bekannten Plätze, an denen Uneinsichtige sich ihres Mülls entledigen.

Die Dreistigkeit, mit der dabei vorgegangen wird, ist der Stadt Graz schon lange ein Dorn im Auge. Dort, wo eigentlich Altpapier abgegeben werden soll, stehen regelmäßig auch Kühlschränke und alte Matratzen. Drei Lastwagen sind jeden Tag im Einsatz, nur um diesen Unrat zu entsorgen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund eine Millionen Euro im Jahr. Angesichts knapper Kasse eine enorme Belastung, auf die man mit einer eher ungewöhnlichen Maßnahme reagiert. Die Stadt hat einen Detektiv beauftragt. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen ist er unterwegs und überwacht einige der Sammelstellen, die ständig missbraucht werden.

Denn es ist beileibe kein Kavaliersdelikt mehr, seinen Dreck nicht in die eigene Tonne zu packen oder gewissenhaft zu entsorgen. Der Einsatz des Privatermittlers und die drastischen Strafen, die drohen, sollen das Bewusstsein der Bürger diesbezüglich ein wenig schärfen. Wer dabei erwischt wird, wie er seinen Abfall einfach abstellt, muss mit Strafen bis zu 30.000 Euro rechnen. Lange fackeln will die Stadt Graz dabei nicht. Jeder Fall werde direkt an die Behörden übergeben, erklärt Gerhard Egger, Chef der Wirtschaftsbetriebe. Er rechnet damit, dass unter den „Tätern“ auch einige Bürger aus der Umgebung von Graz sind, die auf dem Weg zur Arbeit einen Zwischenstopp einlegen und ihre Abfall auf elegante Weise loswerden wollen. Demnächst werden sie dabei fotografiert – und dann wird die vermeintliche kostengünstige Variante richtig teuer.

Hinterlasse eine Antwort