Die Finanzkrise zeigt ihre hässliche Fratze inzwischen in allen Bereichen. Sie sorgt zum einen dafür, dass Banken und Firmen gewaltig ins Trudeln geraten. Zum anderen setzt sie kriminelles Potenzial frei, das selbst einigermaßen „gesunden“ Unternehmen den Boden unter den Füßen wegreißen kann. Der IT-Sicherheitstag 2009, veranstaltet von der TÜV Rheinland help AG, bestätigte einmal mehr, dass der Bereich Informationssicherheit in vielen Betrieben eher stiefmütterlich behandelt wird. Die nötige Technik sei zwar vorhanden. Vergessen werde aber, dass auch Maßnahmen zur Organisation und das Personal betreffend nötig seien, um auf Nummer sicher zu gehen.
Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Mitarbeiter aus Angst um den Job und die eigene Zukunft zum Risikofaktor werden. Laut Sören Kroh, Vorstand der TÜV Rheinland help AG, steige die Zahl der Vorfälle rapide. Frust führe zu Nachlässigkeit und sei häufig der Grund für Sabotageakte. Auch in der Form, dass firmeninterne Daten an die Konkurrenz verkauft werden. Denn mit Wirtschaftsspionage lasse sich derzeit sehr viel Geld verdienen. Diese Entwicklung beobachtet auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Den Angaben der Behörde zufolge nimmt die Zahl der Wirtschaftsdelikte, bei denen es ausschließlich darum gehe, Wettbewerbsvorteile zu erlangen, deutlich zu.
Doch nicht nur von innen, sondern auch von außen droht zunehmend Gefahr. Die Internetkriminalität erlebe eine bis dahin nicht gekannte Professionalisierung, heißt es im Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland. Für Privatanwender und Unternehmen steige das Risiko, gezielt ausspioniert zu werden. Die Verluste, die auf das Konto von Schadprogrammen gehen, hätten inzwischen die Milliardengrenze überschritten. Abgesehen von den Kosten, die durch Viren und Spionage entstünden, sorgten die Übergriffe zusätzlich für einen Imageschaden. Firmen, die ihre Marktposition dauerhaft halten wollen, raten die Experten, in die Sicherheit ihrer Systeme zu investieren.