Technik und Online-Pranger – effektiv gegen Ladendiebe vorgehen

Detektive, die in Kaufhäusern und Elektromärkten arbeiten, haben einen krisensicheren Job. Es gibt immer wieder Menschen, die aus der Not heraus, wegen des Nervenkitzels oder krankhaft „lange Finger“ machen. Über zu wenig Abwechslung können sich die Sicherheitsfachkräfte jedenfalls nicht beklagen. Seit die Finanzkrise auch die Geldbeutel der Bürger erreicht hat, nimmt die Zahl der Delikte deutlich zu. Die WAZ-Mediengruppe zitiert dazu einen Ladendetektiv, der beinahe mehr Zeit als Zeuge vor Gericht als im Einkaufsmarkt verbringt: „Die Fälle von Diebstahl häufen sich in letzter Zeit derart, da macht man sich kein Bild von.“

Eingesteckt wird alles, was unter die Jacke oder in die Taschen passt. Vorgegangen wird dabei entweder sehr dreist, übervorsichtig oder eher verschämt. Den Detektiven ist in dieser Hinsicht nichts fremd. Sie wissen, worauf sie achten müssen. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit von modernen Videoüberwachungsanlagen. Selbst kleinste Schilder lassen sich dank der Technik heran zoomen. Wird jemand dabei gefilmt, wie er gerade eine Flasche Schnaps oder einen Flakon Parfum einsteckt, wird die Szene gleich auf CD gebrannt und dient später als Beweismittel. Das größte Problem für die Sicherheitskräfte besteht darin, wenn Ladendiebe handgreiflich werden, sobald man sie auf den Diebstahl anspricht.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wie in den Niederlanden gegen die Diebe vorzugehen. Dort werden Langfinger an den Pranger gestellt. Nicht in der Form, dass wütender Pöbel mit Tomaten werfen darf, sondern online und nur für die Geschäftsinhaber zugänglich. In Enschede nehmen 300 Läden teil. Wer zum ersten Mal erwischt wird, erhält die gelbe Karte und eine Anzeige. Beim zweiten Mal wird ein Platzverweis in Form eines einjährigen Hausverbots in allen Läden ausgesprochen, die sich dem Projekt angeschlossen haben. Um zu sehen, wer auf der Liste steht, werden die Ladendiebe mit Foto in einem passwortgeschützten Internetportal veröffentlicht. Betritt man dennoch einen der Läden, droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Das wirkt und zeigt schon erste Erfolge – wenngleich die deutschen Datenschützer gar nicht begeistert sind.

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