Zigaretten sind teuer. Da ist die Versuchung groß, unverzollte Glimmstängel von Schmugglern zu kaufen oder selbst ein paar Stangen über Grenze zu schaffen. Der Zoll pickt zwar Tag für Tag Autos aus dem Verkehr und erwischt den ein oder anderen „Zigaretten-Touristen“ und Kleinschmuggler. Die Beamten schöpfen jedoch nur die Spitze des Eisberges ab. Das bekommen vor allem die Händler zu spüren. In Kärnten machen die Trafikanten (Tabakwarenhändler) bereits ein Minus von bis zu 30 Prozent. Umgerechnet sind das 25 Millionen Euro Verlust pro Jahr. Diese Zahl rechtfertigt durchaus den Einsatz eines Detektivs, der seit Dezember im Auftrag der Händler ermittelt und seine Ergebnisse dem Zoll mitteilt.
Den Tabakwarenverkäufern geht es dabei weniger um den Privatmann, der sich hin und wieder mal eine Stange mitbringt. Zu schaffen macht ihnen der organisierte Kleinschmuggel. Die Ermittlungen der Detektei zielen daher vor allem auf den netten Nachbarn, der die komplette Straße mit Zigaretten versorgt, und den Kollegen, der die gesamte Belegschaft günstig mit Nachschub eindeckt. Zugute kommt den Hobby-Trafikanten die Nähe zur slowenischen Grenzen. Ganze Kartons voller Zigaretten werden in der Familienkutsche am Zoll vorbei in die Heimat gebracht und mit Gewinnabsicht verkauft. 20 Prozent schlagen die Schmuggler im Schnitt auf den Einkaufspreis auf.
Diesen Schwarzmarkt sollen der Detektiv und seine Mitarbeiter nach und nach austrocknen. Sie sind ständig unterwegs und gehen neuen Hinweisen nach. 300 Mal konnten sie bereits den entscheidenden Tipp geben. Zuschlagen müssen dann die staatlichen Stellen. Beispielsweise in einer Werkzeugfirma, wo ein Angestellter 150 Kollegen auf der Kundenliste hatte, oder bei einem Unternehmer, der die Zigaretten landesweit im Internet anbot und per Post verschickte. Ihnen drohen auf jeden Fall eine Steuernachzahlung und eine Verwaltungsstrafe. Die Glimmstängel ohne Zolletikett landen später im Schredder.