FBI nutzt Mikroblogs zur Gangsterjagd und zum Informationsaustausch

Denn sie wissen nicht, was sie tun – und wollen. Einerseits wird ständig beklagt, dass der Mensch zunehmend gläsern wird. Andererseits scheut sich kaum noch jemand, online zu bekennen, betrunken in den Pool des Nachbarn gepieselt oder bei der Betriebsparty mit der Sekretärin angebandelt zu haben. Es wird munter gebloggt, getwittert und auf anderen Seiten publiziert, was so alles im Alltag passiert, wer mit wem und was geplant ist. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass neben Freunden auch Fremde die Informationen lesen und möglicherweise auswerten. In den Vereinigten Staaten hat beispielsweise das Federal Bureau of Investigation, besser bekannt als FBI, ein Auge auf die Mikroblogger.

Die US-Bundespolizei nutzt das Internet schon lange, um Verbrechern auf die Spur zu kommen. In der Bundesrepublik halten sich die Behörden in diesem Punkt noch ein wenig zurück, mit einer Ausnahme: Kinderpornographie. Die Überwachung von Tauschbörsen und Foren hat in diesem Bereich schon zu vielen Erfolgen geführt. Die Onlinewelt ist eben nicht nur bunt und schön, sondern hat viele dunkle Schattenseiten. Das weiß auch das FBI und setzt dort an, wo die Mitteilungsfreude am größten ist, in Blogs und auf Web-2.0-Portalen. Ein Nutzer von Twitter war sich dessen wohl nicht bewusst und hatte ganz offen zu Massakern im Rahmen einer Demonstration gegen Steuererhöhungen aufgerufen. Er wurde einen Tag nach den Kundgebungen festgenommen, die glücklicherweise unblutig verliefen.

Die Sicherheitsbehörden in den USA nutzen das Internet und die diversen Plattformen allerdings nicht ausschließlich dazu, jemanden zu observieren oder nach Straftaten Ausschau zu halten. Sie gehören selbst zu den aktiven Mitgliedern. Die Vernetzung ist wesentlich weiter gediehen als hierzulande. So zählt das FBI bei Facebook rund 3.300 Abonnenten. Nachrichten und Informationen zwischen Bundespolizei und den einzelnen Revieren vor Ort oder den Feuerwehren werden in Echtzeit ausgetauscht. Die Beamten können auf diese Weise außerdem wesentlich schneller Fahndungen publik machen, auf vermisste Kinder hinweisen und somit die Öffentlichkeit in ihre Arbeit einbeziehen.

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