Archiv für August 2009

Ausbildung zur Personenschützerin mit 20 Prozent Rabatt

Donnerstag, 27. August 2009

Zum Repertoire der meisten Detekteien gehört auch der Personenschutz. Doch wie stellt man sich den perfekten Personenschützer oder auf Neu-Deutsch Bodyguard vor? Smart und flink wie Kevin Costner im Kino oder als Kleiderschrank, dessen grimmigen Blick man hinter der pechschwarzen Sonnenbrille nur erahnen kann? Der europäische Detektivverband EURODET hält breite, große und muskelbepackten Typen, die sämtliche Klischees des Personenschützers bedienen, nur bedingt für den Beruf geeignet. Insbesondere, wenn Frauen und Kinder beschützt und begleitet werden sollen, seien weibliche Bodyguards die bessere Wahl.

Das Problem: Es gibt nur sehr wenige Frauen, die bereit sind, sich auf diesen Job einzulassen und entsprechend ausbilden zu lassen. Dabei sind die Berufschancen in Österreich sehr gut. Die Branche boomt, weil der Staat sparen muss. In die Bresche springen private Unternehmen, die sich damit lukrative Aufträge sichern. Beim Personenschutz gilt es in der Alpenrepublik allerdings eine Beschränkung: Diese Aufgabe dürfen ausschließlich Berufsdetektive übernehmen. EURODET bietet daher Kurse an, in denen das nötige Fachwissen vermittelt wird, um später Prominente, Wirtschaftsvertreter und Sportler bei Auftritten und Reisen bewachen zu können.

180 Stunden dauert ein solcher Kursus, der über zweieinhalb Monate geht. Auf dem Stundenplan stehen Waffen-, Rechts- und Sprengstoffkunde, die Gefährdungsanalyse, der Umgang mit Waffen – hierzu gibt es inzwischen schon Videos auf youtube – Erste Hilfe, Taktik und natürlich Selbstverteidigung. Neben einem einwandfreien Leumund sind körperliche Fitness und Lernbereitschaft Grundvoraussetzungen, um an der EURODET-Fortbildung teilnehmen zu dürfen. Frauen erhalten für den nächsten Lehrgang, der am 14. September beginnt, einen Extra-Bonus. Sie zahlen 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Beweismaterial von Detekteien wird ganz unterschiedlich bewertet

Donnerstag, 20. August 2009

Aufgabe von Detekteien ist es unter anderem, Beweise zu sammeln, die einen Anfangsverdacht bestätigen oder gegebenenfalls auch widerlegen. Wie diese Beweise bewertet werden, obliegt dann nicht mehr den Detektiven, sondern häufig Richtern und Staatsanwälten. Zwei Beispiele sollen verdeutlichen, wie unterschiedlich Gerichte das Beweismaterial einstufen, und dass es durchaus auch überraschende Urteile geben kann.

Im ersten Fall versuchte eine Klinik-Gruppe einen Betriebsrat vor die Tür zu setzen. Das Verdi-Mitglied und der neue Verwaltungsdirektor waren sich von Anfang nicht grün. Um eine Grundlage für eine außerordentliche Kündigung zu haben, wurden Detektive beauftragt, den Mann zu observieren und Fehltritte zu dokumentieren. Das Vorgehen der Ermittler wurde von Verdi-Vertretern später als „Psycho Terror“ vergleichbar mit „Stasi-Methoden“ beschrieben. Die Detektive verfolgten den Betriebsrat auf Schritt und Tritt, tätigten Kontrollanrufe und standen regelmäßig vor der Haustüre. Vorbildlich war diese Art der Detektivarbeit sicherlich nicht. Auch am Erfolg mangelte es: In der Akte standen nachher lediglich Dienstfahrten, die angeblich falsch abgerechnet worden waren. Schaden: 11,20 Euro. Diese Beweise spielten vor Gericht gar keine Rolle. Die Klage der Klinik blieb vorerst erfolglos.

Der zweite Fall spielt in der Schweiz. Zwar gilt das Land als reich, doch auch hier gibt es Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Eine 46-jährige Frau hatte sich arbeitsunfähig gemeldet und erhielt daraufhin so genannte IV-Leistungen. Dass die Frau tatsächlich nicht arbeiten konnte, wurde vorab von einem Gutachter untersucht. Die Unfallversicherung schickte dennoch einen Detektiv, der sehr schnell Beweise dafür lieferte, dass die Frau recht aktiv im Haushalt werkelte. Die erste Instanz verurteilte die Leistungsempfängerin wegen Betrugs. Die zweite Instanz hingegen sprach sie von dem Vorwurf frei. Stattdessen schoben die Richter die Schuld auf den Gutachter, der sich von der Frau habe täuschen lassen. Der Arzt spricht von einem Skandal, zumal eine medizinische Begutachtung stark auf Treu und Glauben basiere und man erst einmal darauf vertrauen müsse, dass der Patient seine Lage wahrheitsgemäß schildere.

Detektiv findet neuen Zeugen im Fall Maddie McCann

Montag, 10. August 2009

Madeleine McCann gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Entführungsopfern der vergangenen Jahre. 2007 war die damals Dreijährige aus einer Ferienanlage an der Algarve entführt worden. Seither gab es viele Pannen, Missverständnisse, aber noch keine konkreten Ergebnisse. Die Polizeiakte dürfte inzwischen mehrere tausende Seiten umfassen. Gleiches gilt für die Detekteien, die sich direkt nach dem Verschwinden an die Arbeit gemacht haben. Waren es erst spanische Privatermittler, die einen schnellen Erfolg versprachen und sich damit übernommen hatten, ist jetzt Dave Edgar für die Eltern, Kate und Gerry McCann, aktiv.

Nachdem es lange ruhig war und so schien, als sei der Fall ad acta gelegt worden, präsentierte der Brite jetzt eine neue Spur. Dass sie zwei Jahre alt ist und damit vermutlich wieder im Sand verläuft, spielt keine Rolle. Der Detektiv hat einen Zeugen gefunden, der Kontakt zu einer vermeintlich Verdächtigen hatte. Sie soll den britischen Touristen am Jachthafen in Barcelona angesprochen und nach einem Mädchen gefragt haben. Der Zeuge erinnert sich an folgende Worte: „Haben Sie sie? Haben meine Tochter mitgebracht?“ Die Frau mit australischem Akzent schien sehr nervös zu sein und lief anschließend zu einem Mann in eine Bar. Vermutlich hielt sie den Urlauber für den Kurier, der das Mädchen bringt.

Die Frau soll Victoria Beckham ähneln – obwohl das Phantombild nur eine vage Ähnlichkeit vermittelt –, etwa 30 bis 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß und schlank sein. Mehr Details hat der Privatdetektiv bislang nicht an die Öffentlichkeit gegeben. Dass der Zeuge sich erst jetzt meldet, viel zu spät, wird mit der Angst des Mannes begründet, seine Frau hielte ihn für einen Schürzenjäger, der im Urlaub mit fremden Frauen spricht. Die Spur belegt jedenfalls eine Theorie: Maddie wurde entführt, per Schnellboot von der Algarve nach Spanien gebracht und dort an ein kinderloses Ehepaar verkauft. Inwieweit der Fahndungsaufruf nach der Frau, die nun offiziell auch von der australischen Polizei gesucht wird, etwas bringt, wird sich zeigen.

Junger Detektiv gibt Polizei den entscheidenden Hinweis

Montag, 03. August 2009

Da sage noch einer, Kinder interessieren sich nur für PC-Spiele, Fußball, Puppen und Pferde. In Jever hat ein Zehnjähriger detektivischen Spürsinn bewiesen und damit die Polizei auf die richtige Spur bei der Aufklärung eines Diebstahls gebracht. Im Grunde genommen war es allerdings mal wieder Kommissar Zufall, der seine Hände im Spiel hatte und die Fäden im Hintergrund zog. So kam der Junge just in dem Moment an dem Geschäft vorbei, als der Dieb mit einem Affenzahn vom Parkplatz sauste. Normalerweise nichts Ungewöhnliches, wenn es jemand eilig hat und nicht so genau mit der Straßenverkehrsordnung nimmt. Der junge Detektiv wertete es gleich als Flucht und lag damit goldrichtig.

Den Großeltern des zehnjährigen „Ermittlers“ war das Fahrzeug gar nicht aufgefallen. Sie fuhren mit ihrem Enkel ganz gemütlich durch Jever. Da sorgten quietschende Reifen für die Aufmerksamkeit des Jungen. Er sah ein Auto, das viel zu schnell davonfuhr. Als dann auch noch zwei Mitarbeiter eines Geschäftes auf den Parkplatz gelaufen kamen, schnappte sich der Junior-Detektiv sein Mobiltelefon – die Vorzüge moderner Technik kann man nie früh genug kennen lernen – und speicherte alle Details zum Fahrzeug und der flüchtenden Person. Nach einiger Zeit ließ ihm der Vorfall dann keine Ruhe mehr und er rief die Polizei in Jever an.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als der Schüler ihnen den Fahrer und das Auto beschrieb. Lange dauerte es nicht und die Profis konnten den Straftäter dingfest machen. Er war nicht umsonst viel zu schnell gefahren. Im Gepäck hatte er Duftwässerchen im Wert von über 450 Euro, die er zuvor aus dem Geschäft gestohlen hatte. Ob der Ladeninhaber und die Polizei sich bei dem Zehnjährigen erkenntlich zeigen, bleibt abzuwarten. In Österreich hätte EURODET, der europäische Detektiv-Verband, vermutlich sofort reagiert. Denn mit EURODET-Teens bietet er ein eigenes Programm, um Kinder und Jugendliche für die Kriminalistik zu begeistern.