Zum Repertoire der meisten Detekteien gehört auch der Personenschutz. Doch wie stellt man sich den perfekten Personenschützer oder auf Neu-Deutsch Bodyguard vor? Smart und flink wie Kevin Costner im Kino oder als Kleiderschrank, dessen grimmigen Blick man hinter der pechschwarzen Sonnenbrille nur erahnen kann? Der europäische Detektivverband EURODET hält breite, große und muskelbepackten Typen, die sämtliche Klischees des Personenschützers bedienen, nur bedingt für den Beruf geeignet. Insbesondere, wenn Frauen und Kinder beschützt und begleitet werden sollen, seien weibliche Bodyguards die bessere Wahl.
Das Problem: Es gibt nur sehr wenige Frauen, die bereit sind, sich auf diesen Job einzulassen und entsprechend ausbilden zu lassen. Dabei sind die Berufschancen in Österreich sehr gut. Die Branche boomt, weil der Staat sparen muss. In die Bresche springen private Unternehmen, die sich damit lukrative Aufträge sichern. Beim Personenschutz gilt es in der Alpenrepublik allerdings eine Beschränkung: Diese Aufgabe dürfen ausschließlich Berufsdetektive übernehmen. EURODET bietet daher Kurse an, in denen das nötige Fachwissen vermittelt wird, um später Prominente, Wirtschaftsvertreter und Sportler bei Auftritten und Reisen bewachen zu können.
180 Stunden dauert ein solcher Kursus, der über zweieinhalb Monate geht. Auf dem Stundenplan stehen Waffen-, Rechts- und Sprengstoffkunde, die Gefährdungsanalyse, der Umgang mit Waffen – hierzu gibt es inzwischen schon Videos auf youtube – Erste Hilfe, Taktik und natürlich Selbstverteidigung. Neben einem einwandfreien Leumund sind körperliche Fitness und Lernbereitschaft Grundvoraussetzungen, um an der EURODET-Fortbildung teilnehmen zu dürfen. Frauen erhalten für den nächsten Lehrgang, der am 14. September beginnt, einen Extra-Bonus. Sie zahlen 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.