Da sage noch einer, Kinder interessieren sich nur für PC-Spiele, Fußball, Puppen und Pferde. In Jever hat ein Zehnjähriger detektivischen Spürsinn bewiesen und damit die Polizei auf die richtige Spur bei der Aufklärung eines Diebstahls gebracht. Im Grunde genommen war es allerdings mal wieder Kommissar Zufall, der seine Hände im Spiel hatte und die Fäden im Hintergrund zog. So kam der Junge just in dem Moment an dem Geschäft vorbei, als der Dieb mit einem Affenzahn vom Parkplatz sauste. Normalerweise nichts Ungewöhnliches, wenn es jemand eilig hat und nicht so genau mit der Straßenverkehrsordnung nimmt. Der junge Detektiv wertete es gleich als Flucht und lag damit goldrichtig.
Den Großeltern des zehnjährigen „Ermittlers“ war das Fahrzeug gar nicht aufgefallen. Sie fuhren mit ihrem Enkel ganz gemütlich durch Jever. Da sorgten quietschende Reifen für die Aufmerksamkeit des Jungen. Er sah ein Auto, das viel zu schnell davonfuhr. Als dann auch noch zwei Mitarbeiter eines Geschäftes auf den Parkplatz gelaufen kamen, schnappte sich der Junior-Detektiv sein Mobiltelefon – die Vorzüge moderner Technik kann man nie früh genug kennen lernen – und speicherte alle Details zum Fahrzeug und der flüchtenden Person. Nach einiger Zeit ließ ihm der Vorfall dann keine Ruhe mehr und er rief die Polizei in Jever an.
Die Beamten staunten nicht schlecht, als der Schüler ihnen den Fahrer und das Auto beschrieb. Lange dauerte es nicht und die Profis konnten den Straftäter dingfest machen. Er war nicht umsonst viel zu schnell gefahren. Im Gepäck hatte er Duftwässerchen im Wert von über 450 Euro, die er zuvor aus dem Geschäft gestohlen hatte. Ob der Ladeninhaber und die Polizei sich bei dem Zehnjährigen erkenntlich zeigen, bleibt abzuwarten. In Österreich hätte EURODET, der europäische Detektiv-Verband, vermutlich sofort reagiert. Denn mit EURODET-Teens bietet er ein eigenes Programm, um Kinder und Jugendliche für die Kriminalistik zu begeistern.