Detektiv findet neuen Zeugen im Fall Maddie McCann

Madeleine McCann gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Entführungsopfern der vergangenen Jahre. 2007 war die damals Dreijährige aus einer Ferienanlage an der Algarve entführt worden. Seither gab es viele Pannen, Missverständnisse, aber noch keine konkreten Ergebnisse. Die Polizeiakte dürfte inzwischen mehrere tausende Seiten umfassen. Gleiches gilt für die Detekteien, die sich direkt nach dem Verschwinden an die Arbeit gemacht haben. Waren es erst spanische Privatermittler, die einen schnellen Erfolg versprachen und sich damit übernommen hatten, ist jetzt Dave Edgar für die Eltern, Kate und Gerry McCann, aktiv.

Nachdem es lange ruhig war und so schien, als sei der Fall ad acta gelegt worden, präsentierte der Brite jetzt eine neue Spur. Dass sie zwei Jahre alt ist und damit vermutlich wieder im Sand verläuft, spielt keine Rolle. Der Detektiv hat einen Zeugen gefunden, der Kontakt zu einer vermeintlich Verdächtigen hatte. Sie soll den britischen Touristen am Jachthafen in Barcelona angesprochen und nach einem Mädchen gefragt haben. Der Zeuge erinnert sich an folgende Worte: „Haben Sie sie? Haben meine Tochter mitgebracht?“ Die Frau mit australischem Akzent schien sehr nervös zu sein und lief anschließend zu einem Mann in eine Bar. Vermutlich hielt sie den Urlauber für den Kurier, der das Mädchen bringt.

Die Frau soll Victoria Beckham ähneln – obwohl das Phantombild nur eine vage Ähnlichkeit vermittelt –, etwa 30 bis 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß und schlank sein. Mehr Details hat der Privatdetektiv bislang nicht an die Öffentlichkeit gegeben. Dass der Zeuge sich erst jetzt meldet, viel zu spät, wird mit der Angst des Mannes begründet, seine Frau hielte ihn für einen Schürzenjäger, der im Urlaub mit fremden Frauen spricht. Die Spur belegt jedenfalls eine Theorie: Maddie wurde entführt, per Schnellboot von der Algarve nach Spanien gebracht und dort an ein kinderloses Ehepaar verkauft. Inwieweit der Fahndungsaufruf nach der Frau, die nun offiziell auch von der australischen Polizei gesucht wird, etwas bringt, wird sich zeigen.

2 Antworten zu “Detektiv findet neuen Zeugen im Fall Maddie McCann”

  1. Johanna sagt:

    Für eine Entführung gibt es keinerlei Indizien, für eine tote Person im Apartment schon.

    Den Fall als Entführung zu bezeichnen zeugt von völliger Unkenntnis der Akten. Die sind übrigens mitlerweile im Internet verfügbar und für jeden, der sich wirklich ernsthaft damit beschäftigen will, zugänglich.

  2. Anna sagt:

    “Madeleine McCann gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Entführungsopfern der vergangenen Jahre.”

    Das sieht B. Zypries anders.

    ” … Die in Portugal verschwundene kleine Britin Maddie McCann sei “ein absoluter Ausnahmefall”.
    http://www.tagesschau.de/ausland/justizminister6.html

    “Absoluter”(!) Ausnahmefall – also: Entführungen internationaler Kinderschänderbanden gab’s nicht vor Madelaine McCann, und wird’s auch nie wieder geben, lt. Zypries.

    Anderer Experte:

    “Hinter dem Ganzen steckt ein fein gewebtes und vor allem umfassendes Netzwerk, das sich von der Polizei bis in die Regierung und die Justiz zieht”

    http://www.welt.de/welt_print/article3028080/
    Portugal-ist-ein-Paradies-fuer-Paedophile.html

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