Schrauben kommen Langfinger teuer zu stehen

Schrauben sind normalerweise Pfennigkram, oder – in Eurozeiten – für ein paar Cent zu haben. Gut, wenn man sie zu Hause hat, um beispielsweise ein Regal zu befestigen. Schlecht, wenn man sie nicht bezahlen möchte und dafür einen gewaltigen Hieb auf die Langfinger bekommt. Diese „schmerzhafte“ Erfahrung musste jüngst ein Arbeiter aus Wolfsburg machen, der in einem Baumarkt besonders clever sein wollte, dabei aber am Ladendetektiv scheiterte. Das Paket Schrauben, das er an der Kasse vorbei schmuggeln wollte, kommt ihn mit 1.600 Euro nun richtig teuer zu stehen.

12,99 Euro hätte der Dieb regulär bezahlen müssen, wollte er aber anscheinend nicht. Dafür hatte sich der 43-jährige auch schon eine Taktik zurechtgelegt. Anfangs füllte er seinen Einkaufswagen mit Bergen von Brikett-Paketen, also richtig viel Kohle. Damit fuhr er dann durch den gesamten Baumarkt, stöberte hier, guckte da. Das fiel dem Detektiv des Hauses auf. Er verfolgte den Mann und beobachtete, wie er in der Farbenabteilung plötzlich damit begann, die Tüten mit Briketts umzuschichten. Vor Gericht sagte der Ladendetektiv aus: „Die Pakete gingen von oben nach unten und von links nach rechts.“

Was sich hinter dieser Masche verbarg, merkte der Ermittler erst später. Durch das Umräumen hatte der Arbeiter einen Hohlraum geschaffen, in den er eine Packung mit Schrauben legte. Sie waren so gut versteckt, dass sie von außen nicht zu sehen oder auch nur zu erahnen gewesen wären. Dass dem so ist, kontrollierte der Langfinger laut Aussage des Detektivs zwischendurch immer wieder. Schließlich kam er immer näher Richtung Kassenbereich. Bei der Kassiererin hatte der Mann noch Glück. Sie übersah die Schrauben. Pech nur, dass die Sicherheitsfachkraft den 43-jährigen aufhielt.

Den Weg zum Gericht kannte der Langfinger bereits. Er ist einschlägig vorbestraft. Seinen Ausreden, es sei lediglich ein Versehen gewesen, dass die Packung mit den Schrauben nicht berechnet worden sei, glaubten weder der Richter noch der Staatsanwalt. Sie machten ihre ganz eigene Rechnung auf, um dem Mann die Augen zu öffnen. 1.600 Euro Strafe lautete das Urteil. Dafür hätte er viele Schrauben und noch mehr Briketts kaufen können.

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