Archiv für Oktober 2009

Facebook als Informationsquelle für Justiz und Detektive

Montag, 26. Oktober 2009

Plattformen wie Facebook sind beliebt. Die sozialen Netzwerke erstrecken sich über den gesamten Globus und dienen in erster Linie dazu, sich selbst und seine Interesse darzustellen. Dass ein allzu freizügiger Umgang mit persönlichen Informationen eher gefährlich ist, darüber wurde schon oft berichtet. Zwei Frage sollte man sich daher stellen, bevor man etwas veröffentlicht: Was gebe ich über mich preis und wem vertraue ich? Denn nicht jeder, der sich die Nutzerseiten ansieht, hat Gutes im Sinn.

Dass es dabei immer auf den Blickwinkel ankommt, beweist das Beispiel eines Betrügers aus den USA. Er konnte nur aufgrund seiner Daten bei Facebook geschnappt werden Beinahe täglich berichtete er darüber, wie toll die Partys sind. Die US-Behörden verfolgten mit Interesse, was sich auf der Seite tat. Sie vermuteten den Mann in Mexiko, konnten ihn aber nicht genau lokalisieren. Das änderte sich, als der Bankbetrüger einen US-Justizangestellten als Freund hinzufügte. Die Ermittler wandten sich an den neuen Facebook-Freund und erhielten den entscheidenden Hinweis. Hinter Gittern wird der Partygänger jetzt eher wenig zu berichten haben.

Das zeigt: Soziale Netzwerke sind eine ideale Informationsquelle für Justiz und Detektive. Auch Privatermittler nutzen Facebook & Co. zu Recherchezwecken. Wie oft sie damit Erfolge verbuchen konnten, darüber schweigen sich Detekteien wohlweislich aus. Lukas Helmberger, Präsident des österreichischen Detektivverbandes, erklärt dazu lediglich: „Im Grunde genommen ist Facebook eine Quelle im Internet wie alle anderen Seiten auch. Zudem haben wir kein Interesse daran, unsere Ermittlungsstrategien breitzutreten.“

Nur so viel, die meisten Journalisten würden ähnlich recherchieren wie Detektive – eben nur mit einem anderen Motiv. Ähnlich sieht das Arthur Häfele, Bundessprecher der Berufsdetektive. Sein knapper Kommentar lautete: „Wir überwachen alles im Internet.“ Dabei gehöre die Recherche bei sozialen Netzwerken längst nicht zur Haupttätigkeit von Detektiven, habe aber großes Potential für die Zukunft. Ohne Auftrag würde ohnehin keiner der Kollegen aktiv und sich auf den Seiten umsehen. Das ist manchmal auch gar nicht nötig: Ein Dieb war so clever, sich in einem fremden Haus bei Facebook einzuloggen und vergaß, sich wieder abzumelden. Da hätte er auch gleich auf die Polizei warten können.

BDD: Datenschutz darf nicht zum Täterschutz mutieren

Montag, 12. Oktober 2009

Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) greift in seiner jüngsten Pressemitteilung die Ergebnisse der Studie zur Wirtschaftskriminalität 2009, erstellt von PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Universität Halle-Wittenberg, auf. Sie decken sich weitgehend mit den Positionen des BDD.

Demnach würden immer mehr Unternehmen erkennen, dass der Schaden durch den Verzicht auf eine innerbetriebliche Strafverfolgung deutlich schwerer wiege als ein möglicher Imageschaden, wenn Straftaten bekannt, aber folgenlos blieben. Diese Erkenntnis dürfe allerdings nicht zur illegalen Überwachung von Mitarbeitern führen wie es bei Lidl, der Bahn und der Telekom der Fall gewesen sei. Diese Skandale hätten für Verunsicherung gesorgt und damit dem Ansehen des gesamten Detektivgewerbes geschadet. Mit fachkundig ausgebildeten und seriös arbeitenden Detektiven wären die Personalüberwachungsskandale laut BDD vermeidbar gewesen.

Darüber sollte nicht vergessen werden, dass Unternehmen das Recht und gegenüber ihren zuverlässigen Mitarbeitern auch die Pflicht haben, bei Anhaltspunkten auf kriminelle Handlungen zu reagieren und Ermittlungen in Auftrag zu geben. Das entspreche der aktuellen Regelung des Bundesdatenschutzgesetzes. Sollten in diesem Rechtsbereich Änderungen vorgenommen werden, dürfe der Datenschutz jedoch nicht zum Täterschutz mutieren. Denn die Wirtschaftskriminalität stellte die deutsche Wirtschaft weiterhin vor große Probleme, die intern, zunehmend aber auch mit fachkundiger Hilfe von privaten Ermittlern bewältigt werden müssten.