BDD: Datenschutz darf nicht zum Täterschutz mutieren

Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) greift in seiner jüngsten Pressemitteilung die Ergebnisse der Studie zur Wirtschaftskriminalität 2009, erstellt von PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Universität Halle-Wittenberg, auf. Sie decken sich weitgehend mit den Positionen des BDD.

Demnach würden immer mehr Unternehmen erkennen, dass der Schaden durch den Verzicht auf eine innerbetriebliche Strafverfolgung deutlich schwerer wiege als ein möglicher Imageschaden, wenn Straftaten bekannt, aber folgenlos blieben. Diese Erkenntnis dürfe allerdings nicht zur illegalen Überwachung von Mitarbeitern führen wie es bei Lidl, der Bahn und der Telekom der Fall gewesen sei. Diese Skandale hätten für Verunsicherung gesorgt und damit dem Ansehen des gesamten Detektivgewerbes geschadet. Mit fachkundig ausgebildeten und seriös arbeitenden Detektiven wären die Personalüberwachungsskandale laut BDD vermeidbar gewesen.

Darüber sollte nicht vergessen werden, dass Unternehmen das Recht und gegenüber ihren zuverlässigen Mitarbeitern auch die Pflicht haben, bei Anhaltspunkten auf kriminelle Handlungen zu reagieren und Ermittlungen in Auftrag zu geben. Das entspreche der aktuellen Regelung des Bundesdatenschutzgesetzes. Sollten in diesem Rechtsbereich Änderungen vorgenommen werden, dürfe der Datenschutz jedoch nicht zum Täterschutz mutieren. Denn die Wirtschaftskriminalität stellte die deutsche Wirtschaft weiterhin vor große Probleme, die intern, zunehmend aber auch mit fachkundiger Hilfe von privaten Ermittlern bewältigt werden müssten.

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