Archiv für Dezember 2009

Diebe haben vor Weihnachten Hochkonjunktur

Montag, 07. Dezember 2009

Die Freude über volle Kassen in der Vorweihnachtszeit wird in vielen Geschäften durch Ladendiebstähle getrübt. Im Holsteinischen Courier erklärt der Vorsitzende des dortigen Einzelhandelsverbandes, Gerd Grümmer: „So schlimm war es noch nie.“ Er setzt jetzt auf eine Detektei. Anders werde man nicht mehr Herr der Lage.

Seit Mitte November verzeichnen er und seine Kollegen deutlich mehr Diebstähle. Abschrecken ließen sich die Langfinger nicht einmal durch eine Videoüberwachung. Sie seien sogar so dreist und griffen in unbesetzte Kassen, während die Mitarbeiter von Komplizen abgelenkt werden. Zwei Sekunden, länger dauere es nicht, und das Geld sei weg. Dass am helllichten Tag gleich ganze Regale mit Kosmetika leergeräumt werden, wundert Gerd Grümmer schon gar nicht mehr.

Hinter den Diebstählen steckten zwar auch „kleine Fische“, die aus Geldmangel ein paar Geschenke mitgehen lassen. Aktuell seien es aber vermehrt Banden, die sich den Trubel vor Weihnachten zunutze machen und im großen Stil Geld und Waren mitgehen lassen, vermutet der Einzelhändler. Die Artikel würden dann im Internet angeboten oder anderweitig verkauft. In seinen vier Filialen will Grümmer mit Detektiven für mehr Sicherheit sorgen und seine Kollegen auf die erhöhte Gefahr von Diebstählen aufmerksam machen.

Das Problem kennen auch die Betreiber größerer Kaufhäuser. „In der Vorweihnachtszeit arbeiten wir deshalb immer mit höherem Einsatzvolumen“, so Andy Grabowski von Karstadt. Gezielt Präsenz zeigen, lautet seine Devise. Privatdetektive seien in seinem Haus das ganze Jahr über aktiv, um Diebe auf frischer Tat ertappen zu können. Zusätzlich würden die Bereiche, in denen besonders häufig gestohlen werde, vor Weihnachten extra gesichert. Wie, das bleibt verständlicherweise ein Betriebsgeheimnis. In Zahlen lassen sich die Diebstähle nur schwer fassen. Die Polizei kann in ihrer Statistik lediglich die Delikte auflisten, die auch tatsächlich angezeigt werden. Das ist meist nur dann der Fall, wenn der Täter erwischt wird.