SchuVT – hört sich komisch an, kann aber viel. Die Abkürzung steht für einen automatischen Schuhsohlenvergleich, der Tatortermittlern eine Menge Arbeit abnimmt. Mussten die Feinheiten einer Sohle bislang mit Lupe und bloßem Auge seziert und dann mit vorhandenen Mustern abgeglichen werden, sorgt die spezielle Software jetzt dafür, dass binnen weniger Sekunden gleich mehrere Schritte auf einmal erledigt werden. Das System wurde in Tirol entwickelt und ist jetzt in allen österreichischen Bundesländern im Einsatz.
Die geistigen Väter des SchuVT sind ein Kriminaltechniker, der seine Erfahrungen aus der Praxis hat einfließen lassen, und eine Softwarefirma, die alle Informationen digital umgesetzt hat. Damit Schuhsohlen verglichen werden können, ist nur ein Foto oder eine Folie nötig, wie sie an Tatorten zum Einsatz kommt, um Spuren zu sichern. Die Abdrücke werden eingescannt und so in die digitale Datenverarbeitung der Polizei übermittelt. SchuVT klassifiziert den jeweiligen Schuhabdruck nach 15 Gruppen, die in sich nochmals in bis zu acht Untergruppen gegliedert sind. Um die Datei später zuordnen zu können, werden sämtliche Details der Tat mit dem Abdruck gespeichert.
Wenn das System einen Treffer landet, wird die Übereinstimmung direkt gemeldet und kann im Anschluss von einem Experten verifiziert werden. Sinn macht das System: In den Archiven der österreichischen Polizei lagern hunderte Schuhabdrücke auf Papier. Sich sämtliche Einzelheiten zu merken, ist selbst für Spezialisten unmöglich. Diese Aufgabe hat jetzt SchuVT übernommen und leistet gute Arbeit – wesentlich besser als das Vorgängerprogramm.
Bislang konnten 47 Straftaten einer Gruppe zugeordnet und eine Person verurteilt werden. Glück hatte ein anderer Tatverdächtiger. Sein Schuhabdruck ähnelte einem Profil, das die Beamten an einem Tatort gefunden hatten. SchuVT entlastete den Mann, indem es kleine Unterschiede der Abdrücke auflistete.