Archiv für Februar 2010

Verbrecherjagd ganz modern – Software vergleicht Schuhabdrücke

Montag, 22. Februar 2010

SchuVT – hört sich komisch an, kann aber viel. Die Abkürzung steht für einen automatischen Schuhsohlenvergleich, der Tatortermittlern eine Menge Arbeit abnimmt. Mussten die Feinheiten einer Sohle bislang mit Lupe und bloßem Auge seziert und dann mit vorhandenen Mustern abgeglichen werden, sorgt die spezielle Software jetzt dafür, dass binnen weniger Sekunden gleich mehrere Schritte auf einmal erledigt werden. Das System wurde in Tirol entwickelt und ist jetzt in allen österreichischen Bundesländern im Einsatz.

Die geistigen Väter des SchuVT sind ein Kriminaltechniker, der seine Erfahrungen aus der Praxis hat einfließen lassen, und eine Softwarefirma, die alle Informationen digital umgesetzt hat. Damit Schuhsohlen verglichen werden können, ist nur ein Foto oder eine Folie nötig, wie sie an Tatorten zum Einsatz kommt, um Spuren zu sichern. Die Abdrücke werden eingescannt und so in die digitale Datenverarbeitung der Polizei übermittelt. SchuVT klassifiziert den jeweiligen Schuhabdruck nach 15 Gruppen, die in sich nochmals in bis zu acht Untergruppen gegliedert sind. Um die Datei später zuordnen zu können, werden sämtliche Details der Tat mit dem Abdruck gespeichert.

Wenn das System einen Treffer landet, wird die Übereinstimmung direkt gemeldet und kann im Anschluss von einem Experten verifiziert werden. Sinn macht das System: In den Archiven der österreichischen Polizei lagern hunderte Schuhabdrücke auf Papier. Sich sämtliche Einzelheiten zu merken, ist selbst für Spezialisten unmöglich. Diese Aufgabe hat jetzt SchuVT übernommen und leistet gute Arbeit – wesentlich besser als das Vorgängerprogramm.

Bislang konnten 47 Straftaten einer Gruppe zugeordnet und eine Person verurteilt werden. Glück hatte ein anderer Tatverdächtiger. Sein Schuhabdruck ähnelte einem Profil, das die Beamten an einem Tatort gefunden hatten. SchuVT entlastete den Mann, indem es kleine Unterschiede der Abdrücke auflistete.

2009 – ein durchwachsenes Jahr für Detektive

Montag, 08. Februar 2010

Die Umsätze der Detektivbranche sind im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent eingebrochen. Damit hat sich die Wirtschaftskrise auch auf die Auftragslage von Detekteien und Privatermittlern niedergeschlagen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Detektive (BDD) bei seinen Mitgliedern.

Besonders deutlich habe sich der Rückgang im Bereich der Mitarbeiterüberwachung bemerkbar gemacht. Viele Unternehmen seien verunsichert, nachdem illegale Maßnahmen einiger deutscher Großunternehmen publik und aus Sicht des BDD zu Recht von den Medien öffentlich angeprangert wurden. Diese Entwicklung habe sich schon in der ersten Jahreshälfte 2009 abgezeichnet und dafür gesorgt, dass Entscheidungsträger in der Wirtschaft zurückhaltender geworden seien, wenn es um Ermittlungen im Personalbereich gehe.

Der Bundesverband Deutscher Detektive weist daher nochmals darauf hin, „dass Ermittlungen gegen kriminelle Mitarbeiter im Rahmen des geltenden Rechts zulässig und betriebswirtschaftlich mit Blick auf die weit überwiegende Zahl der ehrlichen Mitarbeiter unerlässlich sind“. Mit Aufträgen dieser Art sollten allerdings nur fachlich qualifizierte und seriös arbeitende Privatdetektive betraut werden. Dementsprechend wichtig sei das Qualitätssicherungskonzept, das der BDD im Juni vergangenen Jahres vorgestellt hat.

Abgesehen von den eher negativen Aspekten aus 2009 gibt es auch positive Meldungen. So ist die Erfolgsquote wieder erfreulich hoch. 61 Prozent aller Fälle, die an Detekteien herangetragen wurden, seien vollständig aufgeklärt worden. Eine teilweise Aufklärung erzielten die Ermittler bei 35 Prozent der Aufträge. Lediglich in vier Prozent der Fälle sei ein Erfolg versagt geblieben. „Dieses herausragende Ergebnis kann sich sehen lassen und braucht keinen Vergleich zu scheuen“, so der BDD in seiner Pressmitteilung.

Entsprechend zuversichtlich blickt die Branche in die Zukunft. Die Mehrheit der Detektive – immerhin 64 Prozent – geht davon aus, dass sich der Negativtrend aus 2009 in diesem Jahr nicht fortsetzen wird. Auch die Prognosen zum Umsatz sind wieder optimistischer. Von einem Rückgang gehen die Detektive in 2010 nicht aus. Sie prognostizieren vielmehr einen leichten Umsatzzuwachs.