Entführungsfälle gehören zweifelsohne zu den eher seltenen Aufträgen, mit denen es Detekteien zu haben. Das gilt umso mehr, wenn das Opfer nicht in heimischen Gefilden, sondern im Ausland verschwunden ist. Denkbar sind solche Auslandseinsätze. Viele Kunden entscheiden sich aber dafür, einen Privatdetektiv vor Ort mit der Suche zu betrauen. So auch im Fall Uwe Gemballa, der aktuell in den Medien diskutiert wird. Der Geschäftsmann, der sein Geld als Porsche-Tuner verdient, war vor sechs Wochen nach Südafrika gereist. Seit einem mysteriösen Telefonat fehlt jede Spur von ihm.
So wie es aussieht, ist der 52-Jährige aus Leonberg auf einen Betrüger hereingefallen. Er war auf der Suche nach Geldgebern, nachdem das Finanzamt einen Millionenbetrag von ihm zurückfordert hatte. Da kam der Anruf von einem angeblichen Interessenten aus Südafrika zum richtigen Zeitpunkt. Der Mann, dessen Name der Polizei bekannt ist, wollte eine Erbschaft in eine südafrikanische Niederlassung des Tuning-Experten investieren. Wie sich herausstellte, gab es nie eine Erbschaft. Stattdessen rief Uwe Gemballa zu Hause an und bat – für ihn absolut unüblich – in Englisch um eine Million Dollar. Das Geld benötige er, weil er einen Unfall gehabt habe, erzählte er seiner Familie.
Mehr weiß die Ehefrau nicht. Sie wartet seit sechs Wochen auf ein Lebenszeichen und übt jetzt offen Kritik an den Ermittlungsbehörden in Südafrika. Damit keine Schatten auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 fallen, werde die Familie nicht unterstützt. Christiane Gemballa ist fest davon überzeugt, dass ihr Mann in eine Falle gelockt und entführt wurde. Sie hat jetzt einen privaten Ermittler beauftragt, der klären soll, was genau passiert ist und wo ihr Mann festgehalten wird. Interpol hat sich inzwischen ebenfalls in die Ermittlungen eingeschaltet. Für das Tuning-Unternehmen vielleicht zu spät. Die Firma hat bereits einen Insolvenzantrag stellen müssen.