Archive for Mai, 2010

BDD fordert mehr Lohn für Kaufhausdetektive

Montag, Mai 31st, 2010

Die Wirtschaftskrise hat auch den Detektiven zu schaffen gemacht. Im vergangen Jahr mussten die Mitglieder des Bundes deutscher Detektive (BDD) Umsatzeinbußen von bis zu zehn Prozent hinnehmen. Zusätzlich leiden viele der Unternehmen nach wie vor unter den Überwachungsskandalen, die eine ganze Branche in Verruf gebracht haben. Bis zu 60 Prozent weniger Aufträge von Geschäftsleuten, die Verdachtsmomente gegen ihre Beschäftigten haben – zum Beispiel bei notorischem Krankfeiern –, sind die Folge. Diese Themen standen am Wochenende im Mittelpunkt der 60. Jahrestagung des BDD in Berlin.

3.000 Privatermittler bzw. 150 Detekteien sind im Bund deutscher Detektive organisiert. Die meisten Aufträge erhalten sie aus der Wirtschaft. Sie machen rund 80 Prozent der Arbeit aus. Hinzu kommen private Auftraggeber, bei denen es um Untreue, Erbschaften, Unterhalte, Sorgerecht und immer öfter um Stalking geht. Zukünftig werden auch Kaufhausdetektive, die Möglichkeit haben, dem BDD beizutreten. Darauf haben sich die Mitglieder verständigt. Hintergrund sind die Skandale der vergangenen Zeit, bei denen häufig Kaufhausdetektive im Spiel waren. Sie sollen jetzt besser ausgebildet werden.

Dazu hat der Verband eigene Richtlinien erarbeitet, die auch ethische Standards umfassen. Darüber hinaus fordert der BDD eine bessere Bezahlung für Ladendetektive. Der Geschäftsführer des Verbandes, Hans Sturhan, betonte im Rahmen der Versammlung, mit den aktuellen Tariflöhnen seien keine gut ausgebildete Kaufhausdetektive zu haben. Nötig sei eine Lohnerhöhung um 30 bis 50 Prozent. Der BDD setzt damit seine Qualitätsoffensive weiter fort und weitet sie aus. Das wichtigste Ziel lautet unverändert, dass klare und gesetzlich verankerte Regeln für den Detektiv-Beruf aufgestellt werden.

Weil er keine Beweise beibringen konnte: Frau belästigt Detektiv

Montag, Mai 17th, 2010

Wenn Detektive einen Auftrag annehmen, lautet die oberste Prämisse zweifelsohne, den Fall erfolgreich abzuschließen und den Mandanten die nötigen Beweise oder Informationen zu liefern. Doch das funktioniert nicht immer. Bei einer entsprechend heiklen Ausgangslage ist es durchaus denkbar, dass der Ermittler nicht die gewünschten Ergebnisse präsentieren kann, sondern mit leeren Händen Bericht erstatten muss. Was man sich daraufhin nicht gefallen lassen sollte, sind Beschimpfungen und Belästigungen vonseiten der Klienten. In der Schweiz wurde eine Frau deswegen zu einer Geldstrafe von 150 Franken verurteilt.

Die Lehrerin hatte den Privatdetektiv damit beauftragt, gegen Bekannte und Verwandte zu ermitteln. Sie sollen die heute 37-jährige bis ins Erwachsenenalter hinein sexuell misshandelt haben. Eine Strafanzeige blieb ohne Erfolg. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen fand seinerzeit keine Beweise für die Vorwürfe und stellte das Verfahren ein. Jetzt sollte der Ermittler die nötigen Fakten liefern, um den Fall erneut aufrollen zu können. Doch auch der Profi scheiterte an dieser Aufgabe. Seine Recherchen und Observationen erbrachten keine neuen Erkenntnisse. Niemand habe mit ihm sprechen wollen. Stattdessen sei der „Deckmantel der Familie“ ausgebreitet und geschwiegen worden.

Der Versuch, der Lehrerin klarzumachen, dass sie kaum Chancen habe, einen ihrer Peiniger erfolgreich anzuzeigen, endete für den Privatdetektiv im Fiasko. Wochenlang erhielt er Kurznachrichten und Anrufe von der Frau. Sie warf ihm vor, mit den anderen unter einer Decke zu stecken und erklärte vor Gericht, sie habe von dem Ermittler eine beleidigende SMS erhalten. Man habe sie provoziert, damit sie in den „offenen Hammer renne“. Die 37-jährige, die schon mehrmals in ähnlichen Fällen verurteilt worden war, befindet sich inzwischen in psychiatrischer Behandlung. Sie und der Detektiv stimmten dem Vergleich des Gerichts zu.

Videoüberwachung wird Diebin zum Verhängnis

Montag, Mai 3rd, 2010

Einen Fotoapparat zu stehlen und dabei von einer Videokamera aufgezeichnet zu werden, könnte man fast schon Schicksal nennen. Jedenfalls hat die moderne Überwachungstechnik in einem Elektronikmarkt hieb- und stichfeste Beweise dafür geliefert, dass sich eine 36-jährige Lehrerin mit wenig Erfolg als Langfinger versuchte. Mehr als das Videomaterial und die Aussage einer Verkäuferin benötigte das Amtsgericht in Ludwigsburg nicht, um die Frau zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro zu verurteilen.

Alle Versuche, das Gericht von ihrer Unschuld zu überzeugen, halfen nichts. Die Bilder sagten in dem Fall mehr als tausend Worte und sind ein Grund dafür, dass die meisten Geschäfte inzwischen auf eine Videoüberwachung setzen. Denn statt Wort gegen Wort steht in dem Fall Wort gegen unbestechliche Kamera. Hätte die Frau gewusst, dass sie bei ihrer Tat beobachtet wird, hätte sie es sich gut überlegt, die Digitalkamera für 1.000 Euro an der Kasse vorbei zu schmuggeln. Dass sie sich das Gerät vorher ganz genau von einer Verkäuferin hat erklären lassen, war ein weiterer Fehler. Damit stand für die Richter fest, dass die 36-jährige die Tat vorsätzlich und absichtlich begangen hat.

Versteckt hatte sie die mit 850 Gramm recht voluminöse Kamera unter einigen anderen Waren. Als Grund, den Apparat nicht bezahlt zu haben, führte sie Stress an, weil das Kind gequengelt habe. Zudem habe der Betriebsleiter Annäherungsversuche unternommen, die auch der Detektiv bemerkt haben müsse. Und überhaupt, wäre sie nicht so dumm, ihren Job als Lehrerin mit einer Straftat zu gefährden. Ihr Problem: Die Videoüberwachung zeigte, wie sie die Kamera nahm, versteckte und ohne zu bezahlen hinausging, bis der Ladendetektiv sie aufforderte, zur Kasse zu gehen.