BDD fordert mehr Lohn für Kaufhausdetektive

Die Wirtschaftskrise hat auch den Detektiven zu schaffen gemacht. Im vergangen Jahr mussten die Mitglieder des Bundes deutscher Detektive (BDD) Umsatzeinbußen von bis zu zehn Prozent hinnehmen. Zusätzlich leiden viele der Unternehmen nach wie vor unter den Überwachungsskandalen, die eine ganze Branche in Verruf gebracht haben. Bis zu 60 Prozent weniger Aufträge von Geschäftsleuten, die Verdachtsmomente gegen ihre Beschäftigten haben – zum Beispiel bei notorischem Krankfeiern –, sind die Folge. Diese Themen standen am Wochenende im Mittelpunkt der 60. Jahrestagung des BDD in Berlin.

3.000 Privatermittler bzw. 150 Detekteien sind im Bund deutscher Detektive organisiert. Die meisten Aufträge erhalten sie aus der Wirtschaft. Sie machen rund 80 Prozent der Arbeit aus. Hinzu kommen private Auftraggeber, bei denen es um Untreue, Erbschaften, Unterhalte, Sorgerecht und immer öfter um Stalking geht. Zukünftig werden auch Kaufhausdetektive, die Möglichkeit haben, dem BDD beizutreten. Darauf haben sich die Mitglieder verständigt. Hintergrund sind die Skandale der vergangenen Zeit, bei denen häufig Kaufhausdetektive im Spiel waren. Sie sollen jetzt besser ausgebildet werden.

Dazu hat der Verband eigene Richtlinien erarbeitet, die auch ethische Standards umfassen. Darüber hinaus fordert der BDD eine bessere Bezahlung für Ladendetektive. Der Geschäftsführer des Verbandes, Hans Sturhan, betonte im Rahmen der Versammlung, mit den aktuellen Tariflöhnen seien keine gut ausgebildete Kaufhausdetektive zu haben. Nötig sei eine Lohnerhöhung um 30 bis 50 Prozent. Der BDD setzt damit seine Qualitätsoffensive weiter fort und weitet sie aus. Das wichtigste Ziel lautet unverändert, dass klare und gesetzlich verankerte Regeln für den Detektiv-Beruf aufgestellt werden.

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