Ladendieb wollte Detektiv werden

Wie heißt es so schön: den Bock zum Gärtner machen. In diesem Fall hatte ein Supermarkt den richtigen Riecher und lehnte die Bewerbung eines 43-Jährigen als Ladendetektiv ab. Der Mann hatte der Geschäftsführung erklärt, der Lebensmittelmarkt sei nicht sicher und man könne problemlos Waren mitgehen lassen. Als das Argument nicht zog, wurde der Möchtegern-Ermittler aktiv. Allerdings auf eine Art und Weise, mit der er sich die Zukunft als Detektiv oder Fachkraft im Sicherheitsgewerbe wohl verbaut haben dürfte.

Statt es bei der Absage zu belassen, zog er wenige Tage später los und schnappte sich eine Flasche Wodka in dem Geschäft. Das gleiche Spiel wiederholte er mehrmals. Die ersten drei Diebstähle blieben unbemerkt. Der letzte Versuch scheiterte dann. Der 43-Jährige wurde dabei beobachtet, wie er den Schnaps einsteckte. Statt verschämt zu reagieren, öffnete er seinen Rucksack und zeigte stolz das Diebesgut der vergangenen Tage. Damit wollte er beweisen, wie schlecht es um die Sicherheit in dem Haus bestellt ist. In seinem Eifer hat der Mann nur eines übersehen: Aus einer Strafanzeige wegen Ladendiebstahls wurden daraufhin gleich vier.

Dass der Bund der Detektive jetzt auch Ladendetektive in seine Reihen aufnimmt und dafür sorgen möchte, dass die Ausbildung reglementiert wird, hat einen guten Grund – das belegt dieser Fall recht eindrucksvoll. Privatermittler machen zwar hin und wieder auch lange Finger, allerdings immer nur im Auftrag der Kunden, um die Sicherheitsmaßnahmen zu kontrollieren und zu analysieren. Daraus resultieren unter anderem Verbesserungen in der Videoüberwachung oder eine neue Ausrichtung der Strategien. Aber einen Job als Detektiv zu ergattern, indem man Schnaps stiehlt, ist eine ziemlich blöde Idee.

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