Dopingsündern auf der Spur

Detektive ermitteln in vielen Bereichen, so auch im Sport. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar darauf, Doping-Sünder zu überführen. Einer der bekanntesten Privatdetektive der Branche ist Jeff Novitzky. Er ist 43 Jahre alt, arbeitete bei bei der US-amerikanischen Steuerbehörde IRS und gilt trotz Glatze als Mann für haarige Fälle. Dass der 1.98 Meter große Hüne überhaupt als Doping-Detektiv unterwegs ist, war eher Zufall. Er fand im Abfall eines Labors Dopingproben und Belege. Während die für die Drogenbekämpfung zuständige DEA den Fund und generell Doping als „kleine Kiste“ abwertete, ließ er nicht locker und stellte dutzende Sportler an den Pranger.

Der Leichtathletin Marion Jones bracht Jeff Novitzkys Arbeit sechs Monate Gefängnis ein. Der Chef des Labors, der sich mit der Aussage „betrügen, um zu gewinnen – die Athleten tun es und die Regierung auch“ aus der Affäre ziehen wollte, saß vier Monate ein. Jetzt steht der mehrmalige Tour de France Gewinner Lance Armstrong auf der Liste des als beinhart geltenden Mannes. Auslöser war das Geständnis des ehemaligen Weggefährten und Teamkameraden Floyd Landis. Seine Aussage, auch Lance Armstrong habe gedopt, bestätigte im Grunde genommen zwar nur die Vermutungen, die schon vielfach geäußert wurden. Dass es jetzt allerdings einen „Zeugen“ gibt, ist für den Detektiv der erste Schritt.

Jeff Novitzky sprach selbst mit Floyd Landis und nahm sich weitere Radprofis vor, die an der Seite von Armstrong fuhren. Seine Arbeitsweise gilt als akribisch und gleichzeitig aggressiv. Wenn er erst einmal Blut geleckt hat, bringt man ihn nur schwer wieder von der Fährte ab. Experten vermuten, dass der Ermittler auch dieses Mal wieder einen Skandal an Tageslicht bringen wird. Dass er sich dabei nicht immer an die Buchstaben des Gesetzes hält, stört ihn wenig. Die Laborfunde entsorgte Novitzky im eigenen Hausmüll – illegal. Da er aber genau weiß, wo er ansetzen muss, um die Sportler zur Kooperation zu drängen, hat er auch Erfolg. Bei Marion Jones sorgte letztlich ein Meineid der Sportlerin für die Verurteilung.

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