Strafanzeige gegen Hobby-Ermittler

Licht ins Dunkel zu bringen und ungelöste Fälle zu klären – davon träumen viele. Man sollte bei seinen privaten Ermittlungen nur nicht zu weit gehen und sich stattdessen wie jeder professionelle Detektiv an die Spielregeln halten. Die sind durch den Gesetzgeber klar vorgegeben. Wer diese Grenzen überschreitet, wird ganz schnell selbst zum Fall für die Justiz, manchmal auch zum Patienten beim Psychiater. Mit diesen Konsequenzen muss jetzt ein 34-Jähriger aus Nürnberg rechnen. Er hatte sich als Privatdetektiv versucht und wollte unbedingt den Tod der Studentin Maya Pikowski aufklären.

Die junge Frau war im vergangenen Jahr auf mysteriöse Weise verschwunden. Die Leiche fand man sechs Wochen später in der Pegnitz. Da es kaum Hinweise gab und auch die Obduktion keine weiteren Spuren zutage förderte, stufte man den Tod als Unglück oder Suizid ein. Einige Hobby-Ermittler wollten es nicht dabei belassen. Sie suchten auf eigene Faust nach Spuren und Zeugen. Bei der Staatsanwaltschaft trudelten daraufhin gleich mehrere Strafanzeigen und Ermittlungsanträge ein, damit der Fall wieder aufgerollt wird. Für die Justiz nicht ungewöhnlich, insbesondere wenn es nur wenige Fakten gibt. Versucht hatte es auch der 34-Jährige. Er ging bei seiner Detektivarbeit allerdings einen Schritt zu weit.

Der Mann befragte Professoren und Studierende an der Akademie der bildenden Künste. Obwohl er mit Engelszungen zum Gehen aufgefordert wurde, blieb er stur. Selbst ein Hausverbot hielt ihn nicht davon ab, ein zweites Mal zu kommen, Fragen zu stellen und auf seine privaten Ermittlungen zu pochen. Das Ergebnis: Gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet. Das Verfahren gegen den Hobby-Detektiv hat bereits begonnen. Der 34-Jährige selbst spricht von unbekannten Zeugen. Der Rechtsanwalt versucht es über eine ganz andere Schiene und fordert eine psychiatrische Untersuchung. Die Verhandlung wird im kommenden Jahr fortgesetzt.

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