Sir Arthur Conan Doyle wäre im Mai 2009 150 Jahre alt geworden. Ihm hat die Literatur eine der bekanntesten Detektiv-Figuren der Welt zu verdanken: Sherlock Holmes. Seine Geschichten gibt es inzwischen in 50 Sprachen. Sie wurden verfilmt und vertont. Für einen Autor ein echter Glücksfall. Doch Doyle hat sein „geistiges Kind“ gehasst und hätte für den literarischen Tod des Ermittlers sogar auf Geld und weiteren Ruhm verzichtet. Versucht hat er es, scheiterte aber an der Verlockung des Mammon und indirekt am Protest der Fangemeinde. Sie begründete einen wahren Kult um den Detektiv, der heute noch zelebriert wird.
Für echte Sherlockians ist der Besuch der Reichenbach-Fälle in der Schweiz beinahe schon Pflicht. Hier ließ Sir Arthur Conan Doyle das Genie zusammen mit dessen Erzfeind Moriarty in die Tiefe stürzen. Damit sollte ein- für allemal Schluss sein mit Sherlock Holmes. Im Tagebuch des Schriftstellers fand sich dazu nur ein kurzer Eintrag: „Killed Holmes“ – habe Holmes umgebracht. Das war 1893. In den folgenden Jahren widmete sich Doyle anderen Projekten und arbeitete im Zweiten Burenkrieg als Arzt. Seinen Rittertitel erhielt er 1902. Vergessen hatte man den Detektiv in all den Jahren nicht. So unterbreitete man dem Autor ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte. Sherlock Holmes ermittelte zusammen mit seinem Freund und Helfer Dr. Watson fortan in 13 weiteren Fällen. Dabei hätte Doyle viel lieber historische Romane geschrieben.
Dass er überhaupt einmal als Autor arbeiten würde, hatte sich vorher nie abgezeichnet. Er studierte Medizin, heuerte auf einem Walfänger als Schiffsarzt an und hatte später mit der eigenen Praxis kaum Erfolg. So begann er zu schreiben. Sein Lehrvater an der Universität, ein Gerichtsmediziner und Auguste Dupin von Edgar Allan Poe dienten ihm als Vorbilder. Besonderen Wert legte er darauf, dass sein Privatdetektiv mit wissenschaftlichen Methoden arbeitet und der Leser erfährt, wie es zu den Schlussfolgerungen und letztlich der Lösung der Fälle kommt. 1887 veröffentliche er „Eine Studie in Scharlachrot“, es folgte „Das Zeichen der Vier“ und mit „Ein Skandal in Böhmen“ der Durchbruch.